Vergütungstransparenz: Neues Gesetz zur Lohngleichheit wird massiv unterschätzt

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Vergütungstransparenz
Neues Gesetz zur Lohngleichheit wird massiv unterschätzt

Bald gilt das Entgelttransparenzgesetz – doch die Mehrheit der Unternehmen hat sich damit noch nicht befasst. Und keinen Überblick, ob Frauen und Männer für den gleichen Job gleich bezahlt werden. Das kann teuer werden.
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DüsseldorfDas neue Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) wird von Firmen aller Größen massiv unterschätzt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY, für die 206 Personalverantwortliche in Unternehmen ab 200 Mitarbeitern in den Branchen Maschinenbau, Automobilbau, Finanzwesen sowie Chemie/Pharma befragt wurden. Obwohl das Gesetz schon in den nächsten Tagen in Kraft tritt, sobald der Bundespräsident seine Unterschrift geleistet hat und es im Bundesgesetzblatt verkündet worden ist, was ursprünglich für heute geplant war, haben sich erst wenige Unternehmen mit dem Thema befasst.

So haben lediglich 35 Prozent der befragten Betriebe Untersuchungen zur Lohngleichheit von männlichen und weiblichen Beschäftigten durchgeführt. „Die überwiegende Mehrheit der Firmen hat demnach keinen Überblick darüber, ob Frauen und Männer für den gleichen Job gleich bezahlt werden. Das kann große Schwierigkeiten mit der Mitarbeitermotivation, Imageverluste sowie Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat und vor Gericht mit sich bringen“, sagt Karl Wirth. Er ist Partner und Vergütungsexperte bei EY.

Der Grund, aus dem das Gesetz verabschiedet wurde: Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern beträgt im Durchschnitt 21 Prozent. Selbst wenn man herausrechnet, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, seltener in Führungspositionen aufsteigen oder eher in sozialen Berufen mit geringen Verdiensten tätig sind, bleibt noch immer eine Lücke von sieben Prozent im Durchschnitt. Um hier entgegenzuwirken, stellt das Gesetz konkret folgende Anforderungen: Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten werden aufgefordert, regelmäßig ihre Gehaltsstrukturen auf die Einhaltung der Entgeltgleichheit zu überprüfen.

Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten, die lageberichtspflichtig sind, müssen zudem künftig regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Entgeltgleichheit in ihrem Haus berichten. Hinzu kommt ein individueller Auskunftsanspruch der Mitarbeiter. Nach diesem kann in Unternehmen mit über 200 Beschäftigten jeder Arbeitnehmer erfragen, aus welchen Kriterien sich sein Gehalt zusammensetzt. Zudem muss er Auskunft darüber erhalten, wie viel eine Vergleichsgruppe des anderen Geschlechts verdient.

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Kommentare zu " Vergütungstransparenz: Neues Gesetz zur Lohngleichheit wird massiv unterschätzt"

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  • Personalabteilungsbeschäftigungsgesetz wäre korrekter. Oder auch Politikerpseudoaktivitätsgesetz für ein Problem, dass zwar hochgeredet wird, praktisch aber nicht exisitiert.
    Aus der angeblichen paygap von 22% beim Birnen mit Äpfelvergleich verschiedener Branchen, Tätigkeiten, Berufserfahrungen etc. bleiben lt. Destatis bereinigt 6% Unterschied. Wer dann noch weiss, dass die Daten ohne öffentlichen Dienst, ohne Kleinunternehmen bis 10 Mitarbeiter, ohne Landwirtschaft erhoben wird, der darf raten, ob mehr oder weniger als 2% Unterschied übrigbleiben. Sowas nenne ich statistisches Rauschen.
    Quelle Destatis zu den berücksichtigten Wirtschaftszweigen, auf der Seite rechts unten: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/FAQ/GenderPayGap.html

  • Ach, und was haben die Arbeitgeber und deren politischen Unterstützer nicht alles für Geschütze aufgefahren, um das Lohngleichheitsgesetz zu verhindern bzw. zu verwässern. Wie sich offensichtlich jetzt herausstellt: alles Luftblasen.
    Was lernen wir daraus?
    Die Union und Arbeitgeber wollen nicht moderne Familien- und Frauenpolitik (vgl. z.B. die aktuelle Ablehnung des Rückkehrrechts von Teilzeit in Vollzeit)! Wie kurzsichtig!

    Es sind Wahlkampfzeiten:
    https://youtu.be/dOa-fcp74uU
    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

  • Sehr geehrte Frau Obmann,

    zunächst einmal sollte man wissen, dass es kein Gesetz und keinen Tarifvertrag gibt, der unterschiedliche Löhne für Männer und Frauen vorsieht. Daraus folgt: Wenn es tatsächlich eine Benachteiligung der Frauen geben sollte, muß sie aus der innerbetrieblichen Lohnfindung herrühren.

    Reden wir einmal über diese innerbetriebliche Lohnfindung. Wir müssen uns bei diesem Thema allerdings auf zwei Schlüsselbranchen mit hohen Beschäftigtenzahlen beschränken. Gemeint ist der öffentliche Dienst und die Industrie. In beiden Branchen gibt es eine analytische Arbeitsbewertung.

    Das bedeutet, dass eine paritätisch besetzte Kommission alle Arbeitsplätze eines Betriebes (nicht die Stelleninhaber) bewertet. Für zahlreiche Kriterien wie beispielsweise Ausbildung, Können, Verantwortung oder Umgebungseinflüsse werden Punkte vergeben, die am Schluß zu einer Gesamtzahl von Punkten zusammenaddiert werden. Die Gesamtzahl der erreichten Punkte bedeutet dann, dass ein Arbeitsplatz einer ganz bestimmten Lohngruppe zuzuordnen ist. Und der Lohn ergibt sich natürlich aus der jeweiligen Lohngruppe.

    Mit ins Bild gehört auch, dass es in kaum einem Betrieb zwei Arbeitsplätze gibt, die sich völlig gleichen. Deshalb ist es wenig erfolgversprechend, sich über eine zu schlechte Bezahlung zu beschweren. Der Beschwerdeführer wird stets zu hören kriegen, dass alle Arbeitsplätze des Betriebes bewertet worden sind und dass die Anforderungen jedes Arbeitsplatzes über Lohngruppe und Vergütung entscheiden.

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