Weltfrauentag: Frauen an der Spitze steigern den Börsenwert

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Weltfrauentag
Frauen an der Spitze steigern den Börsenwert

Steigern Frauen den Erfolg eines Unternehmens? Um den weiblichen Einfluss zu messen, haben Forscher der TU München eine ungewöhnliche Methode gewählt: Sie beobachten die Börsenwerte nach dem Ausscheiden von Frauen.

BerlinUnternehmen mit Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat werden an der Börse höher bewertet. Denn die Anleger beurteilen die Leistungen der wenigen Frauen, die sich auf der Karriereleiter ohne Quote durchsetzen konnten, besser als die Arbeit der vielen männlichen Kollegen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Ökonomen der Technischen Universität München (TUM) und der University of Hong Kong mit einer ungewöhnlichen Methode: Die Forscher untersuchten in rund 50 Ländern Aktienkurse von Unternehmen, aus denen Führungskräfte durch Tod oder Krankheit ausgeschieden waren. Dabei betrachteten sie rund 3.000 Fälle in 51 Ländern, in denen es im Untersuchungszeitraum von 1998 bis 2010 keine Frauenquote gab. „Unser Verfahren wirkt vielleicht ein wenig makaber, aber so konnten wir andere Einflussfaktoren minimieren“, sagt Daniel Urban.

Es zeigte sich: Wenn Frauen durch Männer ersetzt werden, ist der Kursverlust am stärksten. Nach einem plötzlichen Ausscheiden von Managerinnen sank der Aktienkurs durchschnittlich um zwei Prozent. Wenn eine Frau durch einen Mann ersetzt wurde, war der Effekt noch einen Prozentpunkt stärker.

Schied dagegen ein Mann aus, hielten die Aktien ihren Wert. „Frauen, die nicht durch Quoten in die Führungsgremien gelangt sind, tragen also mehr zum Wert der Unternehmen bei als Männer“, sagt Urban. Seine Erklärung: Die Anleger gehen offensichtlich davon aus, dass „nur die besten Frauen in Führungspositionen kommen, weil sie härter dafür arbeiten müssen“.

Der zweite Teil der Analyse zeigt, dass Aktionäre Frauen aber nicht per se mehr zutrauen. Vielmehr beurteilen sie offenbar die konkreten Leistungen der Führungskräfte, beziehungsweise gehen davon aus, dass Frauen dann besonders gut sind, wenn sie es in einer besonders feindlichen Umgebung ganz nach oben geschafft haben. Dazu bezogen die Forscher den jeweiligen Frauenanteil der Vorstände und Aufsichtsräte in den untersuchten Ländern ein.

Dieser betrug beispielsweise nur drei Prozent in Japan, acht Prozent in den USA, aber 20 Prozent auf den Philippinen. Es zeigte sich: In Ländern, in denen es Frauen besonders schwer hatten, auf eine Führungsposition zu gelangen, waren die Kursverluste bei ihrem Ausscheiden größer. „Hier wirkt der harte Auswahlprozess: Die Frauen müssen deutlich bessere Leistungen zeigen als ihre männlichen Kollegen. Entsprechend groß ist die Wirkung, wenn sie ausfallen“, erklärt Urban.

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