Helmut Kohl auf der Buchmesse
Wie Maike Kohl-Richter den Altkanzler vorführt

Der Andrang ist riesig, das Blitzlicht-Gewitter auf der Buchmesse enorm. Jeder will einen Blick auf den Altkanzler erhaschen. Wird Helmut Kohl einen Kommentar zu den Schlagzeilen der vergangenen Tage geben?
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FrankfurtEs wird ein tragischer Auftritt, den die Journalisten und Fachbesucher der Frankfurter Buchmesse erleben müssen. Ein sichtlich von seiner langjährigen Krankheit gezeichneter Helmut Kohl, der fast schon verzweifelt um Worte ringt, vorgeführt von seiner Frau Maike Kohl-Richter. Es ist einer seiner selten gewordenen öffentlichen Auftritte. Seit einem Sturz mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma vor einigen Jahren sitzt Kohl im Rollstuhl und kann nur noch mühsam sprechen.

Die Journalisten sind peinlich berührt, als sich Kohl mit sehr gebrochener Stimme an sie wendet. Er hoffe, dass wirklich viele sein Buch lesen. „Es ist die Wahrheit, wie es wirklich war“, ergänzt er und ist dabei kaum zu verstehen.

Sein Buch, das ist natürlich nicht das Werk, das in den vergangenen Tagen für so viele Schlagzeilen und fast noch mehr Empörung unter Politikern, aber auch Beobachtern gesorgt hat. Wer erwartet hat, dass Helmut Kohl sich zum Werk von Heribert Schwan und Tilman Jens äußert, wird an diesem Nachmittag auf der Frankfurter Buchmesse enttäuscht. Denn heute geht es nicht um „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“, das am Vortag in Berlin vorgestellt worden war. An diesem Dienstagnachmittag hat der Droemer Verlag zum Fototermin mit dem Altkanzler geladen. Beworben wird „Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung. Meine Erinnerungen“.

Pünktlich zum 25. Jahrestag des Mauerfalls erscheint das bereits fünf Jahre alte Werk noch einmal. Und der „große Europäer Kohl“, wie ihn sein Verleger Hans-Peter Übleis ankündigt, lässt es sich nicht nehmen, persönlich dafür zu werben. In seinem kurzen Statement – Ehefrau Maike Richter-Kohl justiert das Mikro, reicht Wasser oder Taschentuch – spricht er von den Chancen, die Europa bietet, und dankt den Anwesenden für das Interesse an seinen Büchern. Einige Journalisten klatschen leise Beifall – manche ehrfürchtig, andere peinlich berührt.

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Kommentare zu " Helmut Kohl auf der Buchmesse: Wie Maike Kohl-Richter den Altkanzler vorführt"

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  • Besser Birne als dumme Kuh

  • Eine wirklich widerliche und menschenunwürdige Posse ist das Ganze - Kohl sollte man möglichst schnell vergessen -ich fürchte nur, daß er ein Spiegel dieser Gesellschaft ist, die dann nichts anderes als den Untergang verdient hat.

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