Kritik an der Firmenführung 4.0
Irre Abenteuer aus der Start-up-Welt

Ein Journalist verliert seinen Job und heuert bei einem Start-up an. Was er dort erlebt, macht ihn fassungslos. In einem Buch geht er mit den Praktiken hart ins Gericht. Man sollte daraus lernen.
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DüsseldorfBetroffenheitsjournalismus ist eine schwierige Sache. Noch komplizierter ist Betroffenheitspublizistik: Einem Autor wird aus seiner Sicht übel mitgespielt und daraus entsteht ein Buch. Rachegefühle sorgen dann schnell für eine Subjektivität, die dem Anspruch eines Sachbuchschreibers nicht gerecht wird. Manchmal sind diese Bücher aber dennoch lesenswert.

Bei Dan Lyons ist das der Fall. Sein Buch „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“ ist grundsätzlich eine Abrechnung mit einem Start-up. Das wäre grundsätzlich okay, schließlich darf man dem Autor eine scharfe Beobachtungsgabe und Präzision zutrauren. Allerdings verallgemeinert Lyons sehr stark und wirft leicht übertrieben gesagt alle Start-ups in einen Topf. Rund 25 Jahre als IT-Journalist geben ihm scheinbar Hintergrundinformationen en masse.

Aber weil das so gefährlich ist, sollte das Buch – um es mit Nietzsche zu sagen – mit spitzen Fingern gelesen werden. Des Öfteren schießt der Autor über das Ziel hinaus mit seinen Verallgemeinerungen und der Boshaftigkeit, mit der die Vorgänge in der Firma kritisiert, in der er gearbeitet hat. Aber – und darin liegt der Wert seines Buches – es ist ein hervorragender Gegenentwurf zu den Mythen und Klischees der Silicon-Valley-Welt. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte.

Dan Lyons war viele Jahre lang Journalist. Als er mit 52 beim Newsweek-Magazin dem Sparzwang zum Opfer fiel, musste er bei einem Start-up anheuern – der Software-Schmiede HubSpot. Was er hier erlebte, spottet jeder Beschreibung aus Sicht eines kritischen IT-Journalisten, der mit den Vorstellungen der “alten” Unternehmenswelt ausgestattet ist. Dem Leser amüsiert und schaudert es auf jeder Seite, wenn es zum Beispiel heißt: “Ein Großteil dieser Gründergeneration besteht aus ziemlich unangenehmen Typen”.

Seite 1:

Irre Abenteuer aus der Start-up-Welt

Seite 2:

Wie tolerant sind Start-ups wirklich?

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