Über den alltäglichen Büro-Bullshit
„Leute werden für den Kopf bezahlt, nicht für den Arsch“

Thomas Ramge kreiert in seinem Buch „Montags könnt ich kotzen“ aus Gesprächen mit „leidenden Angestellten“ und Coaches eine böse Persiflage auf das Leben in der Konzern-Matrix. Anekdoten, die den Menschenverstand rauben.
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DüsseldorfEs wird gepitcht und vom Ending her gedacht, die kreative Challenge angenommen, ein Innovationsapproach entwickelt, an den Stellschrauben für mehr Sustainability gedreht, Value geaddet, restrukturiert, gechanged und sich zeitnah committed - und plötzlich verliert man vor lauter Worthülsen und Floskeln das Wesentliche aus dem Blick: die Arbeit.

Was für ein großer, zynischer Spaß, den Thomas Ramge hier auf 256 Seiten gepackt hat. Der Autor, der zurzeit als Technologie-Korrespondent des Wirtschaftsmagazins „brand eins“ arbeitet, hat früher als Unternehmensberater selbst viel Bullshit erlebt und produziert und jetzt aus unzähligen Anekdoten eine wunderbar böse Persiflage auf den alltäglichen Büro-Bullshit kreiert.

In seinem  Buch „Montags könnt ich kotzen“, das heute (1. September) im Rowohlt Taschenbuch Verlag erscheint, punktet Ramge durchgehend mit gelungenen Sprüchen, Pointen und Szenen des Büro-Alltags, die jedem von uns so oder so ähnlich bekannt vorkommen.

Am Beispiel seines Alter Egos Lukas Frey („Heute früh bin ich fast daran gescheitert, überhaupt ins Büro zu kommen“), der in einem großen Konzern die Markteinführung eines neuen Produktes begleiten soll, zeigt Ramge, welche absurden Blüten die modernen Managementmethoden treiben und vergleicht gerne auch mal einen 30.000 Euro teuren „interdisziplinären“ Innovationsworkshop, bei dem alle 15 Teilnehmer lernen sollen, „Out-of-the-Box“ zu denken, mit einem dadaistischem Theaterexperiment, wo alle Schauspieler zwei Stunden lang nichts anderes sagen als die Wortfolge murmel, murmel, murmel und so weiter. Kurzweilig wie ein Roman, entlarvend wie ein Sachbuch.

Die Hauptcharaktere sind zwar allesamt frei erfunden, aber doch so authentisch beschrieben, dass sie in der realen Welt branchenübergreifend überall zu finden sind. Da gibt es beispielsweise den ehrgeizigen Aufsteiger und Überstundenrekordhalter Daniel, (kommt in der Woche mit fünf Stunden Schlaf gut aus) der seinen Kollegen, wenn sie um halb sieben ihre Sachen packen, regelmäßig den Spruch reindrückt: „Na, halben Tag Urlaub genommen?“.

Seite 1:

„Leute werden für den Kopf bezahlt, nicht für den Arsch“

Seite 2:

„Wir haben in punkto Produkteinführung noch null results“

Kommentare zu " Über den alltäglichen Büro-Bullshit: „Leute werden für den Kopf bezahlt, nicht für den Arsch“"

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  • Die Schlagzeile gehört mehr in die Politik als in die Wirtschaft.

  • Ich hatte vor einigen Jahren einen Gast, der in lustiger und illusteren Runde keinen Anglizismus ausließ. Als er sich von mir verabschieden wollte, sagte ich ihm, dass er noch sehr an seinen Englischkenntnissen arbeiten müsse, weil sein Englisch viel zu sehr mit deutschen Sprachbrocken kontaminiert sei. Selten habe ich als Antwort auf meinen Sarkasmus ein so dämliches bzw. denglisches Gesicht gesehen!

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