Vier-Stunden-(Küchen-)Chef
„Machen Sie das 'Falsche' und Sie tun das Richtige“

„In so gut wie jedem Fach ist es möglich, binnen sechs Monaten oder weniger Weltklasseniveau zu erreichen“, sagt US-Autor Timothy Ferriss. Er berichtet über eine einfache Methode, um zu lernen, was immer Sie möchten.
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DüsseldorfNew York Times Bestseller-Autor Timothy Ferriss zeigt in seinem Buch Der Vier-Stunden-(Küchen-)Chef, (Erscheint offiziell am 29. September) das seiner Meinung nach alles möglich ist. Auch wenn der Titel es vermuten lässt – Der 4-Stunden-(Küchen-)Chef ist kein gewöhnliches Kochbuch. In dem Ratgeber geht es nicht nur ums Kochen, sondern auch um Tipps, das Leben als solches zu meistern. Anhand des Kochens macht Ferriss seine Leser mit dem „Metalernen“ vertraut, einem Schritt-für-Schritt-Verfahren, um sich Talente aneignen können – sei es Chinesisch, Gewichtheben oder die Zubereitung des perfekten Steaks. Ein Auszug.

„Smart Design“ entwickelte sich zu einer der weltweit führenden Agenturen für Industriedesign. Wie? Der Name sagt es. Mit Standorten in New York, San Francisco und Barcelona vertritt „Smart Design“ ein Kundenspektrum von Burton bis Starbucks. Seit 1989 ist „Smart Design“ strategischer Partner von „OXO International“.

Kennen Sie Besteck und anderes Küchengerät der Marke „Good Grips“? Das stammt von denen. In einem Dokumentarfilm mit dem Titel „Objectified“ erläutert Dan Formosa, ehemaliger Mitarbeiter der Forschungsabteilung von „Smart Design“, den Innovationsansatz der Agentur: „Zu uns kommen Auftraggeber, die sagen: ›Hier ist unser Durchschnittskunde. Er ist weiblich, 34 Jahre alt und hat 2,3 Kinder.‹ Wir hören höflich zu und sagen: ›Das ist ja schön und gut, aber dieser Mensch interessiert uns wenig.‹ Wenn es ums Design geht, müssen wir vielmehr auf die Extreme schauen: den schwächsten Menschen, den an Arthritis Erkrankten, den Sportler oder den Stärksten, den Schnellsten, denn wenn wir wissen, was die Extreme sind, wird das Mittelfeld schon für sich selbst sorgen.“ Mit dem richtigen Handwerkszeug können Sie scheinbar Wunder vollbringen, sei es in Spanisch, Schwimmen oder was immer Sie möchten.

Mit anderen Worten: Die Extreme definieren die Mitte, nicht andersherum. Der „Durchschnittsnutzer“ kann irreführend oder sogar bedeutungslos sein, wie es auf jeden Durchschnitt zutrifft. Hier ist ein Statistikerwitz für Ihr
nächstes Rendezvous: Person A: Was passiert, wenn Bill Gates eine Bar betritt, in der sich 55 Gäste befinden? Person B: Keine Ahnung. Was denn? Person A: Das „durchschnittliche“ Privatvermögen aller Anwesenden klettert auf mehr als eine Milliarde US-Dollar! Buahaha! Nicht gerade Chris Rock, aber immerhin trifft der Witz einen wichtigen Punkt: Manchmal lohnt es, die Randerscheinungen ins Rampenlicht zu rücken, statt sie über einen Mittelwertkamm zu scheren. Das gilt nicht nur für wirtschaftliche Angelegenheiten.

Nehmen Sie beispielsweise dieses vermeintliche Durchschnittsmädchen von 60 Kilogramm Körpergewicht, das am Ende alles andere war. Ihr Bild schickte mir Barry Ross, ein Lauftrainer, der Weltrekordathleten hervorbringt, um mir eine Bauchmuskelübung zu demonstrieren, die „Folterdrehung“ genannt wird. Ganz beiläufig fügte er am Telefon hinzu: „Ah ja, und sie hebt mehr als 180 Kilogramm mit Wiederholungen.“ Was?!? Wer sich mit dem Kreuzheben nicht auskennt, kann ja mal einen Blick auf diese Bildfolge werfen.

Noch eindrucksvoller ist, dass sie diese übermenschliche Kraft auf die „falsche“ Weise entwickelte:
• Anstatt die übliche volle Bewegungsbandbreite zu trainieren, konzentrierte sie sich ausschließlich auf den schwächsten Bereich, indem sie die Stange bis zur Kniehöhe anhob und wieder senkte.
• Die gesamte Muskelspannung (das tatsächliche Gewichtheben) war auf wöchentliche fünf Minuten beschränkt.

Das alles lässt unsere durchschnittliche Oberschülerin extrem erscheinen. Aber war sie eine Ausnahme? In der äußeren Welt mit Sicherheit. Und selbst unter Leichtathleten. In einer Studie mit 40 zufällig ausgewählten Sprinterinnen wäre sie ein komischer Sonderfall gewesen. „Muss sich um einen Messfehler handeln!“ Und das Kind wäre mit dem Bade ausgeschüttet worden. Aber WWWBS? Will heißen: Was würde Warren Buffet sagen? Ich vermute, das Orakel von Omaha würde wiederholen, was er im Jahr 1984 an der Columbia University zum Besten gab, als er sich über die Verfechter der „Efficient-Market“-Hypothese lustig machte.

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