Mitarbeiter-Führung
So werden Sie ein beliebter Chef

Macht macht nicht unbedingt beliebt: Viele Chefs müssen unpopuläre Entscheidungen treffen. Wie erfolgreiche Führungskräfte unternehmerischen Erfolg haben und trotzdem die Mitarbeiter auf ihre Seite ziehen.
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DüsseldorfAuf gewisse Weise müssen Chefs Alleskönner sein. Sie sollen ihr Unternehmen zum Erfolg führen. Die Mitarbeiter bei Laune halten. Und im schlimmsten Fall den Kopf hinhalten, wenn etwas nicht nach Plan verläuft. Eine anspruchsvolle, bisweilen verzwickte Aufgabe, die nicht allen liegt.

Eine Studie aus den USA kommt gar zu dem Schluss, dass der Mensch für die Rolle der Führungspersönlichkeit nicht gemacht ist. Forscher haben nachgewiesen, dass Teams effizienter arbeiten und ihre Mitglieder zufriedener sind, wenn sie Anweisungen von Robotern befolgen.

Eine Erkenntnis, die Chefs zum Nachdenken anregen sollte. Wie schaffen sie es, erfolgreich zu wirtschaften und gleichzeitig bei Mitarbeitern beliebt zu sein? Handelsblatt Online hat bei Experten nachgefragt.

Für Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Hochschule Ludwigshafen, lassen sich beide Eigenschaften miteinander verbinden. „Als Chef kann ich klare Entscheidungen im Sinne des Unternehmens treffen und gleichzeitig meine Mitarbeiter mitnehmen“, sagt Rump. „Das ist kein Entweder-oder.“

Die Bedingung: Ein Vorgesetzter behält trotz unpopulärer Maßnahmen die Akzeptanz innerhalb seines Teams. „Ein guter Chef“, sagt Personalexpertin Rump, „integriert Mitarbeiter in Entscheidungen und lässt sie bei Entscheidungsfindungen teilhaben.“ Partizipation heißt dieses Zauberwort, das in so vielen Ratgebern über erfolgreiche Führungsstile auftaucht.

Eine Anforderung, die in den vergangenen Jahren offenbar zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Noch 2009 waren laut einer Erhebung des Geva-Instituts, einer Beratungsgesellschaft aus München, 80 Prozent der Deutschen der Meinung, dass sich ein guter Chef in erster Linie durch Entschlusskraft und Durchsetzungsfähigkeit auszeichne.

Für Führungspersönlichkeiten waren das geradezu paradiesische Bedingungen. Sie konnten Karriere machen, sich selbst verwirklichen - und zur Not ihre Macht demonstrieren, wenn Widerstand aus der Belegschaft kam.

„Chefs sind abhängig“

Inzwischen haben sich die Verhältnisse in Unternehmen etwas verschoben. „Als Chef bin ich deutlich abhängiger von meinen Mitarbeitern als sie von mir“, sagt Carsten Steinert, Experte für Personalmanagement an der Hochschule Osnabrück.

Bedeutet: Wer heute als Führungspersönlichkeit erfolgreich sein will, muss Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen. Ihnen Wertschätzung entgegen bringen  – und trotzdem eine respektvolle Distanz wahren. „Mit einem guten Chef kann man Pferde stehlen, aber nicht Schlitten fahren“, sagt Steinert.

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    Für sie kostenlose Information und Journalismusleistung einzufordern und gleichzeitig der kindische Appell nicht soviel Werbung (die einzige Einnahmequelle) zu schalten zeigt nur ihr mangelndes Verständnis für Ökonomische Prozesse. Wieso sie dann ausgerechnet das HB konsultieren ist mir schleierhaft, denn das richtet sich an wirtschaftlich versierte Menschen.

  • +++ Sehr geehrte Handelsblatt Redaktion! +++

    Nach etlichen Jahren der täglichen Frequentierung endet heute meine "enge Nutzerbeziehung" zum HB.
    Nach Monaten der ständig zunehmenden Werbevermarktung Ihres Mediums habe ich mich heute entschlossen, ein "anderes LESEZEICHEN" zu setzen und künftig zu nutzen.
    Die Art und Weise, wie Sie animierte Werbetrailer und -filme "vorschalten" und platzieren und damit eine halbwegs sinnvolle NUTZUNG Ihrer Informationen torpedieren, hat ein Maß erreicht, dass mich tatsächlich zwingt, Sie künftig nicht mehr zu "konsultieren". Ich kann nur hoffen, dass mir weitere HB-Leser folgen werden und in Ihrem Hause ein "Umdenken" einsetzt.
    Wenn Sie den ökonomischen Zwängen nicht anders begegnen können, sollten Sie besser "abschalten" bevor Sie sich vollends als nervige Werbeplattform disqualifizieren.

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