Soziale Netzwerke
Folge mir in die Firma

Schon länger versuchen Unternehmen, soziale Netze für die interne Kommunikation zu nutzen. Nun will offensichtlich auch der Netzwerk-Gigant Facebook mitmischen und sich Unternehmen anbieten – mit Erfolg? 
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FrankfurtEs ist ein Thema, das Firmen- und IT-Chefs seit längerem umtreibt: Wie kann die neue Form der Kommunikation in privaten sozialen Netzen auch in der Berufswelt genutzt werden? Ein Patentrezept gibt es bis heute nicht, auch nicht die Patentlösung. Das könnte sich bald ändern. Das digitale Freunde-Netz Facebook will offensichtlich das in der Geschäftswelt wiederholen, was im Privatbereich gelang: zur führenden Plattform für Kommunikation werden.

Nach Informationen der „Financial Times“ will die Firma von Mark Zuckerberg eine spezielle Version ihres Dienstes anbieten, die für die interne Kommunikation in Unternehmen bestimmt ist. Erste Versuche mit „Facebook at work“ gebe es bereits, heißt es in dem Bericht.

Eine offizielle Bestätigung gibt es dazu bisher nicht. Aber viel spricht für entsprechende Pläne. Zum einen spürt Facebook allmählich eine gewisse Sättigung bei den Privatnutzern. Das gilt insbesondere für junge Menschen, die zu anderen Plattformen abwandern. Die Mitarbeiter in den Firmen wären eine gute Gelegenheit, dem eigenen Wachstum neuen Schwung zu verleihen. Zum anderen hat das Netz weltweit mehr als 1,3 Milliarden Nutzer. Die meisten Berufstätigen sind also mit dem Dienst bereits bestens vertraut. Und Facebook wäre beileibe nicht das erste „Produkt“, das von der Konsumenten- in die Firmenwelt migriert. Schon die Smartphones haben gezeigt, wie stark Konsumideen auch die Arbeitswelt in Unternehmen beeinflussen.

Allerdings wäre Facebook nicht der erste Anbieter, der den Firmen die neue Form der Kommunikation anbietet. Im Gegenteil. Schon seit geraumer Zeit stürzen sich vor allem jene Firmen auf das Thema, die über viel Erfahrung in der Firmen-IT verfügen und zudem hier ihre feste Kundenklientel haben.

Microsoft zum Beispiel bietet mit Lync und Yammer gleich mehrere Werkzeuge für die Kommunikation und Vernetzung an, die bereits in vielen Unternehmen zum Einsatz kommen. Auch IBM hat mit „Social Business“ Angebote auf dem Markt, ebenso Google mit „Google Drive“.

Dabei ist zudem Salesforce, der Pionier des sogenannten Cloud-Computings, bei dem Software nicht mehr auf den Rechnern in den Firmen installiert, sondern über das Netz aus Rechenzentren abgerufen wird. Salesforce hat 2010 die Plattform „Chatter“ gestartet, die mittlerweile zahlreiche Nutzer in Unternehmen besitzt. Herausgefordert dürften sich zudem Berufsnetze wie Linked In oder Xing fühlen.

Hinzu kommen junge Firmen wie Slack, Convo oder Hipchat, die die Firmennutzer umgarnen. Auch hier können Mitarbeiter miteinander chatten, Informationen über Projekte austauschen und sich vernetzen.

Glaubt man den Details, die die „Financial Times“ über „Facebook at work“ bisher genannt hat, wollen Zuckerberg und sein Team kaum neue Features bieten. Chatten, gemeinsame Projektarbeit, Vernetzung – das alles dürfte in den Ohren vieler IT-Chefs sehr vertraut klingen. Nur an einer Stelle könnte Facebook eine Art Mehrwert bieten. Der Dienst soll zwar aussehen wie das bisher bekannte Facebook, aber die Nutzer sollen das private vom beruflichen Netzwerk klar trennen können.

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