Arbeitsrecht: Ein falsches Foto kann den Job kosten

Arbeitsrecht
Ein falsches Foto kann den Job kosten

Weil sie ein Bild von ihrer Arbeit mit einem hämischen Kommentar online stellte, wurde eine Kellnerin in den USA gefeuert. Auch in Deutschland können unbedachte Äußerungen im Netz unangenehme Folgen bei der Arbeit haben.
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DüsseldorfChelsea Welch war sauer. Und ist deshalb jetzt ihren Job los. Welch kellnerte in einem Restaurant der US-Kette Applebee´s in St.  Louis – gerade in den USA ein Job, bei dem man aufs Trinkgeld angewiesen ist. Doch dann kam ihre Kollegin mit einer bezahlten Rechnung wieder, aber ohne Trinkgeld.

Denn Alois Bell wollte die 18 Prozent Trinkgeld nicht bezahlen, die das Restaurant bei großen Gruppen berechnet. Kurzerhand strich sie den Teil der Rechnung durch und schrieb dazu: „Ich gebe Gott zehn Prozent, warum sollte ich dir 18 Prozent geben?“ Bell liest regelmäßig nicht nur Kellnerinnen die Leviten, sondern auch Sonntags in einer Freien Kirche.

Welch fotografierte die Rechnung, stellte sie auf die Onlineplattform Reddit und kommentierte lakonisch: „Ich bin sicher Jesus bezahlt mir die Miete und Einkäufe“. Sie fand das lustig, andere Nutzer auch. Aber Bell nicht.

Die Pastorin beschwerte sich bei Applebee´s, die daraufhin der Kellnerin kündigten.  Seitdem tobt im Netz ein Sturm der Entrüstung. Der richtet sich vor allem gegen die Pastorin, nicht gegen das Restaurant. Ein anderer Pfarrer hat sich „im Namen aller Menschen, die sich zu benehmen wissen“ für die Zeilen seiner Kollegin entschuldigt und angeboten, das Trinkgeld zu bezahlen. Ein Reddit-Nutzer postete sogar ein Foto seiner Rechnung in einer Applebee´s-Filiale, die 28 Prozent Trinkgeld ausweist: Weil er Gott null Prozent gebe.  Dutzende amerikanische Nachrichtenseiten berichten über den Fall.

Dabei ist Welch nicht die erste, die wegen eines Fotos Probleme mit ihren Chefs bekommen hat. In die gleiche Falle ist ein Mitarbeiter von Google getappt, der ein Selbstportrait in seiner neuen Arbeitskleidung bei Reddit hochgeladen hatte. Kurzerhand trennte sich der Konzern von seinem Neuzugang. Denn Google will möglichst alles geheim halten, was im Unternehmen passiert. Selbst Arbeitskleidung.

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Auszubildende verliert Job wegen Blaumachen

Kommentare zu "Ein falsches Foto kann den Job kosten"

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  • Keine Sorge, die Kellnerin hat prominente Mitstreiter:

    http://www.pic-upload.de/view-17963270/servant.png.html

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