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Auffällige Bewerbung: Engländer bettelt per Plakatwerbung um Job

Mit einer außergewöhnlichen Aktion wirbt ein arbeitsloser britischer Akademiker, um einen Job zu finden. Ein Plakat, das er in London aufgestellt hat, macht ihn zur Internet-Berühmtheit.

Außergewöhnliches Werbeplakat in London. Quelle: Screenshot
Außergewöhnliches Werbeplakat in London. Quelle: Screenshot

DüsseldorfEinen Studienabschluss in der Tasche und noch keinen festen Job. So geht es vielen jungen Menschen in Europa. Auch in Großbritannien grassiert die Jugendarbeitslosigkeit mit einer Quote von über 20 Prozent. Selbst Akademiker haben schlechte Chancen.

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Adam Pacitti (24) stammt von der Isle of Wight vor der Südküste Englands und sorgt derzeit mit einer unkonventionellen Bewerbungsidee für viel Aufsehen. Sein letztes Geld hat er in eine Plakatwerbung in London gesteckt, in der er mit den Worten: „Ich habe meine letzten 500 Pfund in diese Plakatwand investiert. Bitte geben sie mir einen Job“ um einen Arbeitgeber wirbt. In London hofft er, größere Chancen zu haben, mögliche Arbeitgeber auf seine Bewerbung aufmerksam zu machen.

Zusätzlich hat er die Internetseite employadam.com eingerichtet, in der er sich in einem selbstproduzierten Video präsentiert. „Ich dachte, dass das der beste Weg ist, meine Personalität und Berufserfahrungen zu zeigen“, sagt er zu seiner Idee. Pacitti konnte trotz seines Bachelorabschlusses mit Auszeichnung im Fach Medienproduktion an der University of Winchester, keinen festen Arbeitsplatz finden.

Über 250 Bewerbungen hat er geschrieben. Bloß zu zwei Vorstellungsgesprächen wurde er letztlich eingeladen. „Ich habe einen guten Abschluss und Berufserfahrung, aber andere haben womöglich noch mehr Erfahrung, deshalb war ich bisher wohl nicht der attraktivste Kandidat“, sagt er.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

  • Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

    Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

  • Wer ruft wen an?

    Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

  • Bewerbungs-Outfit

    Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

  • Die ersten Wochen

    Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

    Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

  • Wer ist der Neue?

    Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

  • Das gekonnte Selbstmarketing

    Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

  • In der Ruhe liegt die Kraft

    Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

  • Richtiger Umgang mit Mails

    Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

  • Grundkurs Netikette

    Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

    Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

  • Entspannungsphase

    Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

    Quelle: www.trust-wi.de

Die Idee zur außergewöhnlichen Plakatwand-Bewerbung brütete er schon vor drei Monaten aus. Das Geld dafür legte er sich während eines Aushilfsjobs in einem Einkaufszentrum bei Seite. Mittlerweile habe er viele Anfragen von Unternehmen erhalten, aber noch kein konkretes Jobangebot. Auf Twitter hat Pacitti immerhin schon über 10.000 Unterstützer gefunden.

 

  • 04.01.2013, 15:55 UhrRecovery

    @ AngusScrimm

    Sicher haben Sie recht, mit dem was Sie sagen. Ich baue dazu mal eine andere Argumentation auf:

    Wir lassen uns alles über den Kopf stülpen, denn wir leben schon lange nicht mehr in einer wirklichen Demokratie. WIR haben es zugelassen, dass der Euro in Deutschland eingeführt wurde.

    Warum hat der Souverän nicht dagegen interveniert? Wenn diejenigen, die gegen den Euro waren, auf die Strasse gegangen wären, hätte es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Euro gegeben. Wir hätten die Problem nicht die wir heute haben, mir der guten alten D-Mark.

    Andere Europäische Völker waren klüger als die Deutschen.

  • 04.01.2013, 13:35 UhrAngusScrimm

    @ Recovery

    Diese 'Geiz-ist-geil' Mentalität hat eine Ursache:

    stetig steigende Abgaben und Gebühren in allen Bereichen des täglichen Lebens.

    Der Bürger wird immer mehr be- statt entlastet.

    Überall fehlt das Geld. Ständig werden neue Einnahmequellen gesucht.

    Die Leute sind froh, dass es z.B. diese Discounter gibt oder Einkäufe über das Internet getätigt werden können.

    Die breite Masse verfügt doch überhaupt nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um nur einen Euro mehr für Dinge auszugeben, bei denen sie keinen unmittelbaren Nutzen für ihren eigenen Vorteil erkennt.

    Die Schere wird immer weiter auseinandergehen. Das ist der Lauf der Dinge.

    Und nebenbei bin ich nicht davon abzubringen, dass mit der Euro Einführung unsere Kaufkraft massiv geschwächt wurde.

    Ich mache mir immer noch die Mühe, Europreise in D-Mark umzurechnen und staune immer wieder, ob zu DM Zeiten die Verkäufer ihre Waren auch zu solch, teils absurden, Preisvorstellungen anbieten würden, bzw. überhaupt verkaufen könnten.

    Da lasse ich mich auch von Studien nicht überzeugen.

    Irgendetwas stimmt da nicht.

  • 04.01.2013, 13:15 UhrRoncadin

    Es wird bald über 20 Millionen Arbeitslose in der EU geben.

    Wir schaufeln uns unser eigenes Grab.

    Erfreut wird sich aber nur der Erdarbeiten - denn schließlich wird hierbei etwas bewegt und geschaffen.

    Dass dies aber das eigene Grab ist, erkennt die Mehrheit offensichtlich nicht.

    (Ist aber auch schwerlich zu sehen, wenn man selbst in der Grube steht) ;-)

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