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Burnout-Falle: Wie Sie sich vor Ausbeutung schützen

Hartmut Ostrowski bei Bertelsmann, der Privatkundenchef bei Lloyds - das Burn-Out-Syndrom macht vor Vorständen nicht halt. Die Unternehmen leiden mit, wenn ihre besten Köpfe aufgeben. Doch sie können gegensteuern.

Stress im Beruf führt immer häufiger zu Burn-out-Erkrankungen. Quelle: obs
Stress im Beruf führt immer häufiger zu Burn-out-Erkrankungen. Quelle: obs

DüsseldorfLange Zeit wurde Burn-out in der Unternehmenswelt mehr oder minder belächelt. "Ausgebranntsein" - das galt als Modekrankheit überspannter Promis und Karrieristen im mittleren Management. Doch nun trifft es auch oberste Konzernlenker.

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Hartmut Ostrowski gab Mitte Oktober seinen Chefposten bei Bertelsmann auf: unter anderem wegen eines drohenden Burn-outs, ließ der Aufsichtsrat verlauten. Am Mittwoch nahm Antonio Horta-Osorio, Chef der Privatkundenbank Lloyds, eine Auszeit. Diagnose: Burn-out. Die Bank stürzt das in eine Führungskrise. Diese Fälle zeigen, wie psychische Überlastung die Leistungsfähigkeit von Firmen gefährden kann.

Psychischer Stress kann genauso krank machen wie körperliche Überlastung - das haben Arbeitgeber mit Weitblick schon lange erkannt. Sie tun deshalb einiges, um Mitarbeiter gesund und leistungsfähig zu halten.

Burnout Wenn Körper und Seele streiken

Bertelsmann-Chef Ostrowski hat seinen Rücktritt erklärt - aus Sorge um seine Gesundheit. Aufsichtsratschef Thielen spricht offen über das bisherige Tabuthema: Burn-out in der Topetage.

Burnout: Wenn Körper und Seele streiken

Das Handelsblatt hat am Donnerstag in Frankfurt Firmen für ihr vorbildliches Gesundheitsmanagement ausgezeichnet. Der "Corporate Health Award" wird mit dem Marktforscher EuPD Research und TÜV Süd Life Service vergeben. 237 Unternehmen hatten sich für den Preis in acht Branchen und drei Sonderkategorien beworben. Zu den Siegern gehören neben Konzernen wie Unilever, Steag, Boehringer Ingelheim oder Thyssen-Krupp Steel auch kleinere Organisationen wie Meyra-Ortopedia, das Umweltbundesamt oder das Uniklinikum Jena.

Tatsache ist: Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren stark an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. "Dies lief zu einem Großteil auf Kosten der Beschäftigten", sagt Oliver-Timo Henssler, Experte für Gesundheitsmanagement von EuPD. "Die Arbeitsprozesse sind inzwischen so weit optimiert, dass immer mehr auf der Strecke bleiben."

Wie Sie sich vor Selbstausbeutung schützen

  • Der Fachmann gibt Rat

    Kaum jemand hat mit dem Thema Burnout mehr praktische Erfahrung als Horst Conen. Der mehrfache Bestsellerautor coacht seit 25 Jahren einzelne Manager, Teams und berät Unternehmen sowie Institutionen. Jetzt ist auf Deutsche die umfangreiche überarbeitete Neuauflage seines Buches „Sei gut zu dir, wir brauchen dich". Hier einige seiner Tipps.

  • Was hindert Sie?

    Wollen Sie endlich durchstarten? Vielleicht sogar einen neuen, spannenden Job, eine zweite Karriere beginnen? Aber sie tun es nicht. Erforschen Sie, was Sie hindert und wie Sie die Altlasten Ihrer Vergangenheit loswerden. Denn hier liegen die meisten Gründe verborgen.

  • Abwertende Sprüche aus der Vergangenheit

    Prüfen Sie zuerst, was sich in Ihrer Kindheit, aber auch in den vergangenen Jahren in Ihnen festgesetzt hat. Wie sehen die Sprüche aus, die sie geprägt haben? Ihnen wird auffallen, dass vor allem abwertende Sätze hängen geblieben sind. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein, indem Sie diese negativen Botschaften gegen positive austauschen.

  • Verwenden Sie die Ist-Form

    Wenn Sie solche positiven Botschaften formulieren, verwenden Sie die Ist-Form. Also nicht Worte wie würde, könnte, will, oder müsste. Und dann trainieren Sie solche Positiv-Botschaften: Schreiben Sie die Sprüche wie eine Regieanweisung auf Zettel oder Karteikarten.

  • Konfrontation mit schlimmen Erlebnissen

    Greifen Sie einen Tag heraus, an dem Sie ungestört sind. Konfrontieren Sie sich ganz bewusst mit schmerzlichen Erfahrungen oder erniedrigenden Ereignissen, also heftigen Niederlagen und Enttäuschungen. Schreiben Sie es auf und verwenden Sie auch Fotos oder Briefe. Dann, am Ende des Tages, nehmen Sie den Haufen und begraben ihn irgendwo. Finden Sie dafür eine letzte Ruhestätte.

  • Sammeln Sie positive Ereignisse

    Jetzt, wo Sie das hinter sich gelassen haben, erinnern Sie sich an besonders positive Momente und sammeln Sie neue Erfahrungen. Belohnen Sie sich und genießen Sie auch die kleinen Momente.

  • Besiegen Sie den inneren Nörgler

    Natürlich haben Sie die innere, negative Stimme noch lange nicht für immer besiegt. Kämpfen Sie mit diesen Taktiken gegen den inneren Nörgler an.

  • Sagen Sie hallo

    Sagen Sie sich: „Na da bist du ja wieder, du Selbstzweifel, Selbstvorwurf oder Schuldgefühl! Was hast du dir heute ausgedacht, um mich vom Weiterkommen abzuhalten?“

  • Geben Sie dem Nörgeln ein Gesicht

    Geben Sie dieser inneren Stimme einen Namen wie zum Beispiel „Meine kleine Nervensäge“. Stellen Sie sich vor, wie sie aussieht: Stampft sie mit dem Fuß auf? Ist sie eher unsichtbar oder wegen ihrer Hässlichkeit sogar zu bemitleiden?

  • Rufen Sie „Halt!“

    Unterbrechen Sie diese innere Stimme sofort, wenn sie sich gegen Sie wendet, Ihnen Fehler vorwirft oder Unzufriedenheit schürt. Sagen Sie ihr Dinge wie: „Du bringst mich nicht dazu, mich wieder schlecht zu fühlen!“

  • Seien Sie entschlossen

    Sagen Sie der inneren Stimme: „Ich weiß, ich kann das, versuche mich nicht, davon abzubringen!“ Das, was gestern war, interessiert nicht mehr. Ziehen Sie das entschlossen durch.

  • Überzeugen Sie ihn

    Sprechen Sie sich Mut zu. Wenn Sie einen Fehler gemacht und die Erinnerung daran immer wieder aufkommt, gehen Sie im Kopf jedes Mal durch, wie Sie einen Schlussstrich unter das Thema setzen. Reagieren Sie mit Geduld, wenn die Selbstgespräche nicht sofort fruchten.


  • 04.11.2011, 16:59 UhrAnonymer Benutzer: System-Auswege

    Zu überlegen ist, WAS man wirklich in WELCHER Menge benötigt um zu leben und ob es der teuerste Schnick-schnack wirklich sein muss und zu welch hohem Preis dieser dann erkauft wird. Macht doch auch nicht glücklicher, wird Dir nur von der Werbeindustrie eingeredet. Chicer, größer, höher - Schmarrn. Ein einfacher Spaziergang in der Natur und ein einfaches Essen anschließend in einem Biergarten können 1000mal schöner und erholsamer sein als das tollste Event unter Massen.

    Loslassen, langsamer werden, eventuell einen Job annehmen, wo man eher einen übersichtlichen Einsatz mit geregeltem Feierabend hat als eine hochdotierte Stellung, die einen in Ängste, Hetze und Wahnsinn treibt.

    Intelligente Entscheidungen treffen, nicht alles glauben, was das System vorgaukelt, was man haben müsste (Technik, Pharma, Ernährung, Urlaub usw.). Jeder kann in einem begrenzten Maß aussteigen und für sich vernünftige Entscheidungen treffen.

    Was der Leser sagt, dass Frauen es sich gerne durch Schwangerschaft auf dem Rücken der Männer einfach machen stimmt leider. Eine Entscheidung über Nachwuchs muss in Übereinstimmung gemeinsam getroffen werden und als Mann würde ich solange vorsorgen. Bei 7 Mrd. Menschen auf der Welt ist es sowieso irre, wie man sich heutzutage in dieser hektischen und unstabilen Welt noch für viel Nachwuchs entscheiden kann - unglaublich bequem und verantwortungslos der Gesellschaft und auch den Kindern selbst gegenüber.

  • 04.11.2011, 16:13 Uhrmissionpossible

    @No 7
    Nein, zugeben wollen viele es nicht, die wählen den Fluchtweg Mutterschaft und tun so im Rückblick, das alles ok war und ist. Logisch, die A...karte des Broterwerbs hat jetzt der Ehegatte. Man glaubt es kaum, aber hinter vorgehaltner Hand geben es ein paar zu: ich "Habe keinen Bock mehr (Vollzeit) zu arbeiten und lasse mich (von meinem Partner/Ehemann) schwängern"

  • 04.11.2011, 16:05 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,.... Entweder wird mann Mitttaeter, Arschkriecher und Speichellecker oder mann ist irgendwann faellig. Bei mir hat es 35 Jahre gedauert;..... dann habe Ich Schluss gemacht. Die Nervenkliniken sitzen voll von Idealisten und ehrbaren Leuten. Die Scheisskerle laufen frei herum. Reden Sie keinem ein er koennte dem Spiel entgehen. Einzige Genugtuung;..... der Teufel holt sie ALLE. Der einzelne ist Chancenlos. Nichts aber auch gar nichts bringt einen aus den Teufelskreis heraus. Es sei denn mann schmeisst alles hin. Besten Dank

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