
DüsseldorfEs ist wie dick werden. Irgendwie spürt man das Unheil kommen, aber erst am Ende merkt man, dass es schon ganz früh deutliche Hinweise auf das Böse gegeben hat. Das Ende, das ist die Diagnose Depression, der Zusammenbruch. Unerklärliche Weinkrämpfe, Migräneanfälle, ein Hörsturz oder eine völlige Lähmung der Willenskraft. Schachmatt, nichts geht mehr.
Bis das Leben der Frauen so richtig aus dem Ruder läuft, stehen sie um 5 Uhr auf, bringen den Haushalt in Ordnung, wecken die Kinder, fahren sie zur Schule und beeilen sich dann zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. In der Mittagspause rasen sie zur Behörde oder zum Arzt und nach der Arbeit holen sie die Kleinen bei der Oma ab, kochen für sie, spielen mit ihnen, bringen sie zu Bett. Zu den Tagesthemen schalten sie den Fernseher ein, um zu erfahren, was in der Welt los ist und bügeln dabei noch. Lesen, einen spannenden Film schauen, mit einer Freundin ausgehen – für all das haben sie schon lange keine Kraft mehr. Weil sie Blei in den Beinen haben. Und müde sind. Und glauben, dass ihnen sowieso niemand helfen kann.
Das Buch von Ursula Nuber (Wer bin ich ohne dich?, erschienen im Campus-Verlag) richtet sich an jene Frauen, die tagtäglich mit unzähligen Stresssituationen fertig werden müssen (und denen das oftmals auf bewundernswerte Weise lange Zeit sogar gelingt)
Es ist sowohl geschrieben für Frauen, die nicht Nein sagen und sich nicht abgrenzen können, wie für diejenigen, ...
...die ihren Ärger und ihre Enttäuschung für sich behalten, weil sie fürchten, sonst nicht mehr geliebt zu werden
Spezifisch für depressionsgefährdete Frauen ist auch dass sie glauben, zu liebesbedürftig und zu anhänglich zu sein und deshalb versuchen, ihren Wunsch nach Nähe nicht zu zeigen
Auch Frauen, die das Gefühl haben, in ihren Beziehungen emotional zu verhungern und nicht verstehen können, was in ihren Partnern vor sich geht können an einer Depression erkranken
Auch wenn Frauen zu viel essen, zu viel trinken, zu viele Beruhigungsmittel schlucken und zu wenig schlafen kann das ein Risikofaktor für die Erkrankung sein.
Mut machen will Nuber auch denjenigen Frauen, die es allen möglichst recht machen wollen, und darüber völlig vergessen, was für sie denn "recht" wäre.
Dieser Dauerstress bleibt nicht folgenlos, weiß die Diplompsychologin Ursula Nuber. In ihrem Buch „Wer bin ich ohne dich? Warum Frauen depressiv werden – und wie sie zu sich selbst finden“ rückt die stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Psychologie heute“ die weibliche Depression in den Mittelpunkt. Anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Studien geht sie der Frage nach, welche Faktoren daran schuld sind, dass Frauen weltweit doppelt so häufig an Depression erkranken wie Männer. Allein in Deutschland sind derzeit fünf Millionen Frauen von dieser Diagnose betroffen – und nur 2,8 Millionen Männer.
Da ist die Sorge, all die Aufgaben nicht zu schaffen und die Ängste, nicht beliebt und gut genug zu sein.
Da sind bohrende Gedanken, ob die Kinder glücklich sind und richtig gefördert werden. Da sind die schlaflosen Nächte, in denen die Gedanken kreisen.
Da sind der Kummer um die Figur und die Ängste vor dem Älterwerden. Da ist auch der Vergleich mit den anderen, denen das Leben (scheinbar) besser gelingt.
Da ist der nagende Ärger, der regelmäßig unterdrückt wird. Da sind die eigenen Bedürfnisse, die viel zu kurz kommen.
Da sind die unerklärliche Traurigkeit und eine Erschöpfung, die nie richtig verschwindet.
Da ist die aufgestaute Wut, die sich in Nörgeleien und "zickigem" Verhalten oder Ungerechtigkeiten (meist den Kindern gegenüber) entlädt. Und da sind die immer wiederkehrenden Fragen: "Bin ich liebenswert?" und "Mache ich wirklich alles richtig?".
(Quelle: Ursula Nuber, "Was bin ich ohne dich?", erschienen im Campus-Verlag)
Dabei konzentriert sich Ursula Nuber auf zwei Schwerpunkte: Den signifikanten Unterschied zwischen dem Stress der Männer und dem Stress der Frauen und den Beziehungsstörungen – laut Nuber die beiden Hauptverursacher von Depressionen. Zwar spielen die Gene und die unterschiedlichen Hormone durchaus eine Rolle bei der Krankheit, laut Nuber müssen aber auch die sozialen Aspekte mit berücksichtigt werden, die bei der weiblichen Depression meist in den Hintergrund geraten. „Frauen haben sehr viel mehr Grund zum Grübeln als Männer, weil es in ihrem Leben mehr Anlässe zu Sorge gibt“, schreibt Nuber. Dazu kommt, dass sie längere Antennen als Männer haben und sensibel Leid und Nöte anderer wahrnehmen. „Die Sorgen der Mitmenschen werden schnell zu ihren Sorgen.“ Männer tun das nicht – so das klare Fazit der Autorin.

Kann ich umgekehrt genauso sagen.
Und wer beweist nun wer Recht hat? :D
Und:
Der ausufernde Egoismus wird noch das Ende der Gesellschaft sein. Kurz vor Knapp merkens dann auch die Schäfchen hoffentlich...

Männer emanzipieren?
Meinen sie das in Ihrem offensichtlich ideolgischen (feministischen) Sinn oder wortwörtlich?
Wissen Sie überhaupt was das Wort emanzipieren bedeutet?

Der Artikel ist so ein Quatsch!
Dass doppelt soviel Frauen an Depressionen erkranken stimmt nicht, es wird nur bei ihnen öfters diagnostiziert weil Männer weniger ernst genommen werden und größere Probleme haben über solche Dinge zu reden (ja mein Gott,es ist nun mal so) und sich auch seltener medizinische Hilfe suchen.
Wie hoch die Selbstmordrate bei Männern ist (etwa 3mal so hoch) unterschlägt der Artikel auch.
Aber der Titel des Artikels ist schon der Hammer und kommt schon ideologisch und sexistisch rüber. Primitive Meinungsmache... liegt ja aber im Trend.
Wenn ich mal dran denke an alle männlichen Depressiven (teilweise mit einigen Selbstmordversuchen) und an meine eigene Depression müsste ich sagen: Frauen machen Männer krank. Das wären meine Erfahrungswerte aus tausenden Gesprächen usw.
Ich versuche aber objektiv zu sein (ja das geht!) und sage mir: die Wahrheit ist irgendwo in der Mitte.
Sexistische Meinungsmache bringt die Menschheit sicher nicht weiter.
177 Kommentare
Alle Kommentare lesen