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Gesundheitsreport: Ostdeutsche Arbeitnehmer sind deutlich öfter krank

Im vergangenen Jahr waren die Deutschen im Durchschnitt öfter krankgeschrieben. Erstaunlich ist vor allem der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine plausible Erklärung dafür gibt es nicht.

Mit dem gestiegenen Krankenstand in Deutschland setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Quelle: dpa
Mit dem gestiegenen Krankenstand in Deutschland setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Quelle: dpa

BerlinArbeitnehmer in Baden-Württemberg haben sich voriges Jahr deutschlandweit im Schnitt am seltensten krankschreiben lassen. Nur wenig mehr Krankheitstage fielen in Bayern an - das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde.

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So waren Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I in Baden-Württemberg vergangenes Jahr im Schnitt 11,6 Tage krankgeschrieben. In Bayern waren es 12,2 Tage. Der TK-Auswertung zufolge folgte Sachsen mit 13,8 Tagen an dritter Stelle.

Bei den anderen Ländern in Ostdeutschland sowie Berlin ist allerdings auffällig, dass hier die Fehlzeiten durchweg länger waren als in den westdeutschen Ländern. Sie lagen zwischen 15,8 Tagen in Thüringen und 17,5 Tagen beim bundesweiten Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern.

Bis heute gebe es keine befriedigende Erklärung für die im großen und ganzen ziemlich konstanten Unterschiede zwischen den Bundesländern, erläuterte die bei der TK für die Gesundheitsreporte verantwortliche Expertin Gudrun Ahlers.

So unterschiedlich reagieren wir auf Stress

  • Gene

    Stressforscher schätzen, dass Stressanfälligkeit zu 30 Prozent genetisch bedingt ist.

    (Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

  • Mutter

    Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Cortisolwerte aufweisen, bekommen stressanfälligere Babys.

  • Kindliche Erfahrungen

    Traumatische Erlebnisse in den ersten sieben Lebensjahren, der Zeit der Entwicklung der Identität, können lebenslänglich stressanfälliger machen.

  • Persönlichkeit

    Erfolgsorientierte, ehrgeizige, sehr engagierte, ungeduldige und unruhige Menschen sind besonders stressanfällig.

  • Charakter

    Feindseligkeit, Zynismus, Wut, Reizbarkeit und Misstrauen erhöhen das Infarktrisiko um 250 Prozent. Humor hingegen zieht dem Stress den Stachel. Eine Studie an 300 Harvard-Absolventen zeigte: Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Humor bewältigen Stress besser.

  • Selbstbestimmung

    Der wichtigste Faktor, der über Stressanfälligkeit bestimmt, ist die Kontrolle über das eigene Tun. Je mehr man den Entscheidungen anderer ausgeliefert ist, desto höher das Infarktrisiko.

  • Wertschätzung

    Wer für seine Arbeit Anerkennung in Form von Lob oder einem angemessenen Gehalt bekommt, verfügt über eine bessere Stressresistenz.

  • Status

    Wer eine gute Stellung in der Gesellschaft hat, verfügt auch über einen Panzer gegen Stress. Das ist auch bei Pavianen zu beobachten: Gerät das Leittier durch einen Konkurrenten in eine Stresssituation, schnellt der Cortisolspiegel hoch, normalisiert sich aber rasch wieder. Bei den Rangniedrigeren ist der Cortisolspiegel ständig erhöht.

  • Glaube

    Einer der stärksten Stresskiller ist das Gebet. Studien belegen: Der Glaube an eine höhere Macht, die das Schicksal zum Guten wenden wird, beugt vielen Krankheiten vor.

Deutlich geändert habe sich die Lage bei den Krankschreibungen vor allem in Berlin. Die Hauptstadt hatte laut Report 2000 noch die höchsten Fehlzeiten. Mittlerweile liege Berlin hinter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Insgesamt waren die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr etwas häufiger krankgemeldet als im Vorjahr - der für 2012 ermittelte Krankenstand von 3,88 Prozent entspreche einer durchschnittlich gemeldeten Fehlzeit von 14,2 Tagen pro Kopf.

Mit dem gestiegenen Krankenstand setze sich der Trend der Vorjahre fort, so der Report. Der Anstieg um 0,2 Tage binnen eines Jahres kam zustande, weil die Menschen pro Krankschreibung länger nicht arbeiten konnten. Viel häufiger krankgeschrieben waren sie nicht.

Weil es Anfang dieses Jahres eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle gab, dürfte sich nach Einschätzung der Kasse der Trend mit längeren Krankheitszeiten weiter fortsetzen. Daten der Gesundheitsberichte der großen Krankenkassen gelten als weitgehend repräsentativ.

  • 15.05.2013, 11:29 UhrSANTOS

    Dazu muss man aber auch die Ernährung der Menschen sich anschauen.

    Wo weniger Geld ist da wird nicht auf eine ausgewogene Ernährung geachtet sondern auf Überleben...

    und wo man in der Werbung dann noch lesen kann dass so wie man sich ernährt man auch entsprechende Leistung aufbringt...

    da frage ich mich was wenig Verdiener oder Hartz4 noch an Leistung erbringen sollen.

    Bier...Brot und Wurst...

    und Du hast kein Hunger und kein Durst ?

    Aber ist man dann auch Gesund ?

    Oder sind wir EUROPA WEIT DABEI MENSCHEN NICHT ERNÄHREN ZU KÖNNEN ?

    Und ist vielleicht doch die Mangelhafte und Unausgewogene Ernährung auch ein Grund öfters Krank zu werden ?

    Erwachsene haben Ihren leben gelebt...

    ABER WAS IST MIT UNSERE KINDER ?


  • 15.05.2013, 11:23 UhrSANTOS

    Ostdeutsche Arbeitnehmer sind deutlich öfter krank

    ...............

    Es ist oft so dass Menschen in einem Gebiet öfters Krank sind ohne erkennbare Motive.

    Ich habe auch 20 Jahren bei einem Autohersteller gearbeitet wo selbst der Betriebsrat bei Betriebsversammlungen am Personal ausrechnete wie man in einer Weinbau-Region so oft Krank sein könnte.

    UND ES WAR IM WESTEN.

    Bei Ärzte waren aber keine Massen Krankheiten bekannt...

    und auch von Ansteckungsgefahren war nirgends etwas bekannt...

    ABER MAN WUSSTE VON DER PSYCHISCHE BELASTUNGEN DER MENSCHEN...aber darauf wollte niemanden eingehen.

    WENN ALSO ich dann nach diese 19 Jahren Betriebszugehörigkeit im letzten Jahr ständig gemobbt wurde...und man mir aus verschiedene Seiten erklärte " MACH DOCH KRANK " ...aber ich Stolz darauf war seit Jahren nicht Krank gewesen zu sein und auch einen Solchen Missbrauch nicht einführen wollte...sondern mich wehrte und am Ende kündigte...dann bekam ich beim Arbeitsamt aber auch dort erklärt dass ich zum Arzt sollte ...ich sei doch Krank und sollte nicht kündigen.

    Man ist aber als Mensch nicht gleich Stark und auch als Mensch nicht immer gleich stabil...sondern auch einmal schwach...und dann geht man zum Arzt.

    Ein Arzt erkennt die schwächen alleine beim Anblick...und was soll ein Arzt machen als sich auszurechnen dass es doch selbst wirtschaftlicher für die gesamte Wirtschaft ist ein Problem vorübergehend mit eine Krankmeldung eventuell nicht noch mehr verschlechtern zu lassen.

    Würde man sich aber die Psychische Belastungen der Menschen als Krankheitsmeldefall einführen...das würde jedes Krankheitssystem sprengen.

    Die Firmen machen dann Rückkehrgespräche und dann müssen die zuvor Krank gemeldete zu oft bei dem meister der der Grund für die Krankmeldung war sich auch noch rechtkräftigen und sich erklären lassen dass jeder Krankheitstag an der Firma Geld kostet.

    Wenn aber Mitarbeiter wie ich einer war den meister ständig vorführte...da war der Personalreferent Machtlos.

  • 14.05.2013, 15:23 Uhrjulian

    Nachtrag: Ganz nach unten scrollen. 2012 arbeitete z.B.: ein Thüringer 133 Stunden mehr im Jahr, als ein Baden-Wuerttemberger, und sogar 146 Stunden mehr als ein Rheinland Pfälzer.

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