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Karriere: Generation Y erobert den Arbeitsmarkt

Die nach 1980 Geborenen besiedeln nun den Arbeitsmarkt. Allerdings haben sie andere Vorstellungen vom Berufsalltag. Gut gebildet, offen und selbstdenkend wollen sie alte Muster aufbrechen und sich selbst verwirklichen.

Die Generation Y ist ehrgeiziger und leistungsbereiter als ihre Eltern und Großeltern . Sie will sich nicht langweilen, sondern sich beruflichen Herausforderungen stellen. Quelle: dpa
Die Generation Y ist ehrgeiziger und leistungsbereiter als ihre Eltern und Großeltern . Sie will sich nicht langweilen, sondern sich beruflichen Herausforderungen stellen. Quelle: dpa

BonnFür seinen ersten Job musste sich Andreas Lüdtke nicht einmal bewerben. Ein Headhunter bot ihm den Posten beim Automobilzulieferer Bertrandt in Köln an. Der 29-Jährige hat als Rechnungsingenieur einen Beruf, der gefragt ist, in dem er Karriere machen, viel Geld verdienen kann. Doch darum geht es ihm gar nicht in erster Linie. „Spaß an der Arbeit ist wichtig“, sagt er.

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Es ist die Leistung, die zählt, nicht die Stechuhr. Wenn viel los ist, bleibt Lüdtke freitags auch mal bis acht im Büro. Warum auch nicht? Dafür kann er sich die Zeit an „normalen Tagen“ selbst einteilen. Surfen, das ist die große Leidenschaft des Hessen und für das Hobby will er auch neben dem Beruf noch Zeit haben. Ein teures Auto? „Ich fahre lieber weiter mit meinem 14 Jahre alten Bulli für einen Tag ans Meer“, sagt er.

Lüdtke spricht aus, was viele seiner früheren Kommilitonen denken. „Wir bringen Leichtigkeit in die Arbeitswelt“, sagt er. Wir, das sind die zwischen 1980 und 1990 Geborenen, die Generation Y – gesprochen wie das englische „Why“.

Und die erobert gerade die Unternehmen. „Why?“, also die Frage nach dem „Warum?“ ist für sie die alles entscheidende: Eine ganze Generation stellt Althergebrachtes infrage und damit die Arbeitswelt auf den Kopf: Warum muss ich bis 18 Uhr im Büro bleiben, wenn nichts mehr zu tun ist? Warum traut sich kein Kollege, mehr als zwei Monate in Elternzeit zu gehen? Warum darf ich tagsüber keine privaten E-Mails schreiben, wenn ich doch am Samstag auch die beruflichen beantworten soll?

So tickt die Generation Y

  • Spezialisten

    Die Generation Y findet Positionen als Spezialisten oder Projektleiter interessanter als den Chefposten. Dann müssen sie nicht im Büro sitzen, bis alle anderen nach Hause gegangen sind. Und bekommen nicht jeden Abend zehn wütende E-Mails von Kollegen.

  • Wechsel

    Die Branchen mit konservativen Strukturen, wie Anwalts- und Beratungsfirmen, sind schlecht auf sie vorbereitet. Bis zum Partner muss man viele Jahre bleiben. Doch heute gilt es als Qualität, möglichst viele verschiedene Arbeitsumfelder kennengelernt zu haben.

  • Finanzen

    Geld spielt nicht mehr die entscheidende Rolle. Diese Generation ist mit vielen Konsummöglichkeiten aufgewachsen und hat mit Billig-Airlines die Welt bereist. Sie will ihren Lebensstil aufrechterhalten, aber wenn es Probleme gibt, kann man diese Mitarbeiter selten mit mehr Geld überzeugen zu bleiben.

  • Alt gegen Jung

    Es gibt viele Konflikte, etwa dass die heutigen Chefs ihre eigenen Kinder früher wenig gesehen haben. Jetzt werden sie Großväter und merken, wie viel Wert die jüngeren Väter auf ihre Elternzeit legen. Das macht sie oft neidisch.

  • Führungsschwäche

    Die jungen Menschen denken, ihre sozialen Fähigkeiten könnten alle Probleme lösen. Sie unterschätzen die Komplexität von Führung. An guten Chefs wird es künftig mangeln.

Die zwischen 1980 und 1990 Geborenen sind eine besondere Generation – und sich dessen sehr bewusst. Das zeigen exklusive Ergebnisse einer bisher unveröffentlichten Studie der Ludwigshafener Professorin Jutta Rump, die das Institut für Beschäftigung und Employability leitet. „Leistung und Lebensgenuss“, so schreibt Rump, gehörten für diese Generation untrennbar zusammen. Sie hat dafür weltweite Studien analysiert, denn die empirischen Daten über diese neue Arbeitnehmergeneration sind noch rar

Groß geworden in einer Welt mit Babyschwimmkursen und Kinderbetreuung schon für die Kleinsten haben ihre Eltern ihnen früh gezeigt, wie Gruppen funktionieren – aber auch, wie sie daraus hervorstechen können. Sie wurden gelobt, was das Zeug hält, sollten es ja aufs Gymnasium schaffen, studieren, die Welt entdecken und einen guten Job finden. Ihren Kindern das nötige Selbstvertrauen geben – die Eltern wussten, wie wichtig das ist.

Sie sind mit dem Gefühl groß geworden, etwas Besonderes zu sein. Bis sie der erste Job mit der rauen Wirklichkeit konfrontiert. Plötzlich fragt sie keiner mehr, was sie am liebsten machen möchten. Lobt sie nicht mehr für Selbstverständlichkeiten. Die Verhätschelungsblase platzt. Was passiert, wenn die jungen auf ältere Kollegen prallen? Wie wollen sie ihre Arbeit gestalten? Und was bedeutet ihnen ihr Job?

Hoch motiviert und bestens ausgebildet ist diese Generation, doch auf dem Arbeitsmarkt wimmelt es nur so von Chefs. Als „Prinz-Charles-Effekt“ bezeichnet es die Rump-Studie. Die Älteren werden noch eine ganze Weile das Zepter in der Hand halten, die Jungen müssen warten. Da lauern etliche Konflikte. „Die ältere Generation sieht Arbeit als etwas, wo man hingeht und etwas macht, was jemand einem vorschreibt“, sagt Armin Trost, Professor an der Hochschule Furtwangen. Die Jungen sähen das ganz anders: Sie wollen selbst denken und kommunizieren, eigenverantwortlich an Projekten arbeiten. Kurz: sich selbst verwirklichen.

  • 06.03.2012, 10:00 UhrAnonymer Benutzer: marmohr1

    Wir hatten in unserem Unternehmen ebenfalls mehrfach Personen aus dieser generatin Y eingetsellt.Ein einziges,nervenzerfetzendes Chaos.Vor lauter Fragerei,Selbstverwirklichungsarien und völlig irren Präsentationen haben wir / ich dann nach mehreren Versuchen endgültig die reißleine gezogen und werden nie wieder so einen Mist engagieren.PM

  • 29.02.2012, 09:25 UhrAnonymer Benutzer: Ostarrichi

    Problem 1: Das ganze kommt ca. 30 Jahre zu spät
    Problem 2: Das gilt nur für Pseudo-Akademiker (echte Akademiker gibt es seit 1968 nicht mehr), die dann die Basis als ihre Exekutiv-Sklaven ansehen und alles nicht-Genehme an diese delegieren.
    Problem 3: Die haben nie gelernt, außerhalb einer Organisation zu denken und zu lernen. Das sind selbst perfekte Sklaven,
    ohne Charisma.
    Aus denen wird nur Durchschnitt kommen, wenn überhaupt.

  • 28.02.2012, 13:24 UhrAnonymer Benutzer: mark.poppenborg

    Toller Beitrag. Da kann ich nur intrinsify.me empfehlen. Wir wollen mit unserer Bewegung und Dienstleistung genau diesen Wandel fördern und hervorbringen. "happy working people" ist unser dazu passender Claim.

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