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Karriere: Was man sich vom Chef wünschen darf

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke – und auch Chefs können ihre Mitarbeiter glücklich machen. Nicht mit Präsenten, aber mit angemessener Verhaltensweise. Worüber sich Arbeitnehmer freuen.

Der Chef als Weihnachtsmann. Quelle: Getty Images
Der Chef als Weihnachtsmann. Quelle: Getty Images

DüsseldorfHandelsblatt-Online-Leser Norbert Kretschmer hat einen einfachen Wunsch an seinen Vorgesetzten. Die Firma solle „alle Sonderzahlungen wie Weihnachts-und Urlaubsgeld“ wieder einführen. Denn seit dem Austritt des Betriebs aus dem Arbeitgeberverband seien diese Privilegien gestrichen worden. Mehr Geld fordern für das kommende Jahr tatsächlich 37 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, so das Ergebnis einer Umfrage des Personaldienstleisters Manpower unter 1000 Beschäftigten.

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Doch ein aufwändiges Geschenk oder mehr Geld sind nicht die besten Präsente, die eine Führungskraft ihren Mitarbeitern machen kann, sagt der renommierte amerikanische Management-Berater Jack Zenger von der Firma Zenger Folkman. An die oberste Stelle der Wunschliste sollten Beschäftigten stattdessen setzen: „Für einen kompetenten Chef arbeiten“. Denn eine Analyse von 45.000 Bewertungsbögen von Führungskräften hätte ergeben, dass die Wahrnehmung des Chefs extrem weit auseinanderfalle. Zwischen Bewunderung und Ablehnung sei alles dabei. Richtig freuen sich Arbeitnehmer über einen Chef, der als Vorbild taugt.

Tipps für die Gehaltsverhandlung

  • Argumente, die beim Chef wirken

    Gute Karten hat, wer nachweisen kann, dass er seit dem letzten Gehaltsgespräch mehr Verantwortung im Unternehmen übernommen, Fortbildungen besucht oder der Firma zusätzliche Einnahmen gebracht hat. Am besten, Sie legen vorher eine Leistungsmappe an. Schreiben Sie sich detailliert auf, was Sie geleistet haben und nehmen die Liste mit ins Gespräch beim Chef. So haben Sie alle Argumente vor sich auf dem Blatt Papier und können sich an dem Leitfaden entlang arbeiten. Und auch Ihr Chef hat etwas in der Hand, wenn er Ihre Ansprüche seinem eigenen Vorgesetzten darlegen muss.

  • Gute Vorbereitung

    Man bereitet sich über einen längeren Zeitraum vor. Man könnte auch sagen: Vor der Gehaltsverhandlung ist nach der Gehaltsverhandlung. Direkt nach einem Gespräch sollte man die persönliche Leistung wieder weiter ausbauen und das auch schriftlich festhalten. Nur rhetorisch lassen sich Gehaltsverhandlungen in der heutigen Zeit kaum mehr gewinnen. Sie brauchen ein solides Fundament an Leistungen.

  • Die richtige Taktik im Gespräch

    Gehen Sie vor, wie in der Werbung. Da wird auch erst gezeigt, wie gut das Waschmittel reinigt. Gezahlt wird später an der Kasse. Sagen Sie dem Chef im Vorfeld, dass Sie mit ihm über ihre Perspektiven in der Firma reden wollen. Führen Sie dann im Gespräch zunächst ihre Vorzüge auf, zeigen Sie, was Sie der Firma Gutes getan haben und wie Sie ihren Chef in seinen Zielen vorangebracht haben. Erst wenn Sie sich, also das Produkt, vorgestellt haben, sollten Sie auf das Gehalt zu sprechen kommen. Seien Sie aber sparsam mit den Worten „Gehalt“ oder „Gehaltsforderung“. Auf manchen Chef wirkt das wie ein rotes Tuch.

  • Gehälter mit Kollegen abstimmen?

    Was halten Sie davon, sich vorab mit anderen Kollegen abzustimmen? Karriere-Coach Martin Wehrle hat dazu eine klare Meinung: „Das halte ich für sehr schlecht. Firmen hassen es, wenn Mitarbeiter sich über Gehälter austauschen. In vielen Arbeitsverträgen steht auch, dass das Gehalt vertraulich zu behandeln ist. Wenn der Chef solche Gespräche mitbekommt, wittert er oft revolutionäre Umtriebe unter den Arbeitnehmern und er macht die Luken dicht.“

  • Todsünden im Gespräch

    Was sollte ich in der Verhandlung unbedingt vermeiden? Karriere-Coach Martin Wehrle sagt: „Eine Todsünde ist es, mehr Gehalt zu fordern und das mit dem Einkommen eines Kollegen zu begründen. Das ist keine Aussage über die eigene Leistung und weist - aus der Sicht des Chefs - auf eine Indiskretion hin. Das bringt den Chef gegen mich auf und ich will ihn ja für mich einnehmen. Auch der Hinweis auf gestiegene Benzinpreise und die Kosten für das Eigenheim verbieten sich. Der Chef denkt dann, dass man mit Geld privat nicht umgehen kann und die Firma jetzt dafür einspringen soll. Sie sollten den Vorgesetzten auch nicht plötzlich mit der Forderung überfallen, etwa im Treppenhaus oder wenn man beim Bier zusammensitzt. Für ein solches Gespräch muss man einen Termin vereinbaren.“

    Quelle: karriere.de

Auch die Manpower-Umfrage schlägt in die Kerbe. Denn der zweit häufigste Wunsch an die eigene Karriere im kommenden Jahr ist mit 17 Prozent die Hoffnung auf mehr Anerkennung am Arbeitsplatz. Und da sind Chefs in der Bringschuld. Und ihnen würde noch nicht einmal allzu viel abverlangt, um den Wunsch zu erfüllen.

Anzeichen dafür, dass Sie ihre Rolle als Chef hinterfragen sollten

  • Kein Steuermann

    Bei Meetings haben Sie immer öfter das Gefühl, als wären Sie Beobachter und nicht der Steuermann.

  • Ohne Power

    Sie fühlen sich häufig ausgepowert und überfordert.

  • Schlecht delegiert

    Wenn Sie Aufgaben delegiert haben, gibt es haufenweise Rückfragen und das Ergebnis verfehlt das Thema.

  • Warum ich?

    Sie denken häufiger insgeheim: „Wieso muss ich das eigentlich machen, meine Leute können das genauso gut?“

  • Mitarbeiter schwächeln

    Ihre Mitarbeiter denken nicht mit, zeigen Unsicherheit bei den einfachsten Aufgaben und fragen ständig um Rat, wenn sie Entscheidungen treffen sollen. Bedenklich ist auch, wenn Mitarbeiter Ihnen zustimmen, die Aufgabe aber ganz anders als gewünscht erledigen.

    Quelle: „Als unser Kunde tot umfiel ...“, Timo Hinrichsen und Boris Palluch, Wien 2012

Die Analyse von Zenger Folkman kommt zu dem Ergebnis, dass sich selbst die schlechten Chefs verbessern können, wenn sie ein wenig Selbstdisziplin zeigen. „Führung dreht sich ganz zentral darum, wie man die Personen behandelt, die man führt“, sagt Zenger. Es zeige sich: Chefs, die sich darauf konzentrieren, das Verhältnis zu den Untergebenen zu verbessern, hatten damit Erfolg und steigen tatsächlich in der Einschätzung der Untergebenen. Doch wie wird man ein besserer Chef? Zenger hat dazu acht Kerntipps erarbeitet und sie in einem Blogeintrag für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes vorgestellt.

  • 24.12.2012, 19:53 Uhreasyway

    Was ich mir von meiner Chefin wünsche? Hm? Mal überlegen?

    Einstein war ein Idiot

    Die Götter sprachen ganz die Wahrheit, die Asuras ganz die Unwahrheit. Die Götter, die beständig die Wahrheit sprachen, wurden scheinbar geringer und ärmer. Darum wird der geringer und ärmer, der ständig die Wahrheit spricht; aber schließlich gedeiht er; denn die Götter gediehen schließlich.
    Hingegen die Asurs, die beständig die Unwahrheit sprachen, glänzten wie Salzboden äußerlich, wurden scheinbar reich. Darum glänzt der äußerlich der, der beständig die Unwahrheit spricht, wie Salzboden*, wird scheinbar reich. Aber schließlich versagt er; denn es versagten die Asuras.

    *ein merkwürdiger Anklang wird hier sichtbar in dem Christus-Wort an die Apostel: Ihr seid das Salz der Erde!

    Arthur Schopenhauer war ein Misanthrop - und Anhänger der Veden.

    Frohes Fest all den Aufmüpfigen! (und die anderen mögen das bitte einfach mal so stehen lassen)

  • 24.12.2012, 14:55 UhrWilli Kammschott

    (Wer zieht sich heutzutage schon noch an Schreibfehlern hoch...!? Haben wir keine anderen Probleme?)

    Guter Artikel! ich überlege immer noch, als welcher Typ ich mich da wiederfinden könnte...?! (O:)
    Vielleicht gehöre ich auch einfach zu den vielen "ganz Normalen"?

  • 24.12.2012, 14:45 Uhrredaktion handelsblatt

    Lieber PatrickF.,

    Ihr Hinweis ist natürlich völlig berechtigt. Da war das Christkind in Gedanken wohl schon bei der Bescherung.

    Vielen Dank!

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