
DüsseldorfAls am Samstagmittag ein Tiger die Tierpflegerin Ruth K. angreift und tötet, reagiert Zoodirektor Theo Pagel rasch. Mit einem Jagdgewehr erschießt er die Wildkatze vom Dach des Geheges aus. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch die Hoffnung, dass Ruth K. nur verletzt sein könnte. Direktor Pagel versucht so, das Leben seiner Mitarbeiterin zu retten.
Ständig müssen im Berufsleben Entscheidungen getroffen werden, ohne dass die Entscheider lange darüber nachdenken können. Zum Glück geht es nur in wenigen Fällen um Leben oder Tod. Statistisch gesehen ereignen sich pro Jahr rund 250 bis 280 operative oder kommunikative Krisenfälle in deutschen Unternehmen - bezogen auf rund drei Millionen Unternehmen in Deutschland nicht wirklich viel.
Diskutieren Sie im engeren Führungskreis regelmäßig, welche Aspekte der Unternehmenspolitik als problematisch wahrgenommen werden könnten. Mitarbeitern muss klar sein, dass das Verheimlichen auch scheinbar irrelevanter Vorkommnisse schädlich sein kann.
Bereiten Sie für skandalträchtige Themenfelder ein Dossier mit allen verfügbaren Informationen vor, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Dazu zählt auch das stete Beobachten relevanter Internet-Kanäle.
Nur wer gute Kontakte zu Multiplikatoren und Meinungsbildnern in allen Mediensparten hat - dazu zählen heute auch Blogger -, hat die Chance, im Krisenfall Einfluss zu nehmen.
Wenn Sie Vorwürfe unvorbereitet treffen, voreilige Stellungnahmen vermeiden. Besser: zugeben, dass Sie noch Zeit brauchen, und rasche Aufklärung ankündigen.
Die beste Kommunikationsstrategie heißt: Die Wahrheit muss auf den Tisch. Selbst kleinste Fehler zerstören das wichtigste Gut der Krisenkommunikation: Vertrauen.
Stellen Sie etwaige Schäden in einen plastischen Kontext ("Wie viel dioxinverseuchte Eier müsste man essen, um sich zu vergiften?"). Sonst geht die Bevölkerung vom größtmöglichen Schaden aus.
Für nicht bestreitbare Missstände muss eine glaubwürdige Erklärung her. Schlüpfen Sie in die Opferrolle ("Was hätten wir tun sollen? Wir mussten so handeln!") - das erregt Mitleid.
Dennoch: Wer in brenzligen Situationen, in denen es um mehr geht, als um eine verschüttete Tasse auf dem Konferenztisch, nicht zwischen Wichtigem und Unwichtigem entscheiden kann, riskiert nicht nur einen großen wirtschaftlichen Schaden und Reputationsverluste, sondern im schlimmsten Fall auch Menschenleben.
Denken Sie darüber nach, welche Faktoren Stress auslösen und bringen Sie diese in eine Rangfolge. Nicht alle Gründe wiegen gleich schwer. Stressauslöser, die bisher als unumgänglich gelten, könnten zu körperlicher und seelischer Beeinträchtigung führen.
Viele vermeiden es über Jahre, sich Erschöpfung einzugestehen. Ein Burnout kann ein schleichender Prozess sein. Jahrelanger Medikamenten, Alkoholmissbrauch, Autoimmunerkrankungen oder psychische Auffälligkeiten weisen auf Erschöpfung hin.
Hinterfragen Sie, wo Sie wie viel Energie investieren und ob es sich lohnt. Hinterfragen Sie Ihre innere Motivation und konzipieren Sie um. Schaffen Sie es Ihr Energielevel unter Kontrolle zu halten, bleibt mehr für die Freizeit über.
Eine positive Selbstbewertung senkt das Stresslevel. Fangen Sie morgens an mit einer positiven Grundstimmung und versuchen Sie, dieses Gefühl den Tag zu halten. Positive Selbstgespräche oder kurze tägliche Ritual helfen dabei. Auch malen, schreiben oder eine freundliche Büroeinrichtung wirken positiv.
Ärger kann in kürzester Zeit zu Antriebslosigkeit führen. Das Take-Care-Prinzip soll helfen, sich weniger zu ärgern: Versuchen Sie zunächst, Ärger von sich fernzuhalten. Nicht jede Meinungsverschiedenheit mit Kollegen oder den Nachbarn ist einen Streit wert. Falls es doch dazu kommen sollte, distanzieren Sie sich innerlich. Einen Witz machen kann helfen. Sollte es doch heftiger kommen, ist es wichtig, sich beim Sport oder einen Urschrei abzureagieren.
Wer sich aufgibt, wird zum Spielball der Umgebung. Bestärken Sie sich jeden Tag darin, dass Sie über Ihr eigenes Lebens bestimmen. Conen empfiehlt: „Lernen Sie mitten im Geschehen zu sein und doch darüber zu stehen.“ Sie kommen mit Störungen besser um, wenn Sie sich als freier und selbstbestimmter Mensch fühlen.
In kritischen Situationen spontan regieren zu können, ist nicht nur auf der Straße wichtig. Auch im Büro sollte die Bedeutung des Bauchgefühls nicht unterschätzt werden. Wer in Situationen mit Kollegen und Kunden zu kopflastig reagiert, kann sie in Sekunden vergraulen. Laut Conen ist Intuition lernbar – und kann wieder erweckt werden, falls man dazu bereit ist.
Lernen Sie ihre Sinne wieder einzusetzen. Riechen und fühlen Sie die Natur oder konzentrieren Sie sich auf die verschiedenen Bestandteile ihres Essens. Verlangsamen Sie eine Aktivität wenn es möglich ist und genießen Sie den Augenblick. Versuchen Sie die Umgebung abzuscannen und sich einzuprägen.
Achten Sie nicht nur darauf, was Personen in Ihrem Umfeld sagen, sondern auch, wie sie es sagen. Die Wechselwirkung mit dem Gegenüber und die Umstände einer Konversation beeinflussen das Ergebnis in hohem Maße.
Dabei sollte die Selbstbeobachtung nicht vergessen werden. Intuitive Selbstkontrolle hilft, während eines Gesprächs die Reaktionen seines Gegenübers nicht zu übersehen. Wie Sie auf andere wirken, lässt sich leicht bei einem Abschied erkennen. Ist die Situation entspannter, als bei der Begrüßung, hat sich der Gesprächspartner wohl gefühlt.
Egal ob im Beruf oder im Privatleben, eine Entscheidung sollte nicht alleine aus dem Kopf heraus getroffen werden. Beziehen Sie Ihren Bauch mit ein. Auch wenn Sie ein Gefühl rational nicht nachvollziehen können, sollten Sie versuchen, es zu ergründen. Es könnte sein, dass ihre innere Stimme weiser ist, als Sie in diesem Augenblick.
Jede Veränderung schenkt ein Stück neues Leben. Dennoch ist nicht jeder Unmut Grund genug, alles über den Haufen zu werfen. Veränderung ist kein Allheilmittel. Tiefen durchzustehen ist das eine, chronischer Frust das andere.
Das Chamäleon sollte das Tier dieses Jahrhunderts werden. Es zeigt alle Fähigkeit, die heute notwendig sind. Vor allem kann es sich auf veränderte Bedingungen einstellen. Es geht nicht darum, seine Authentizität zu verlieren. Es geht darum, sich nicht mehr zu wünschen, dass alles wieder so wird, wie es mal war. Das macht unglücklich. Wagen Sie in der Jobkrise den Sprung in eine zweite Karriere.
Stellen Sie sich vor, Sie wären Gast im Ratequiz „Was bin ich?“. Welche Eigenschaften, und dazu zählen eben auch die kleinen Fähigkeiten, machen Sie aus? Protokollieren Sie die Bereiche, die bisher noch nicht ausreichend zur Geltung kommen. Da gibt es bestimmt mehrere.
Seminare, lebenslanges Lernen, neue Herausforderungen. Nutzen Sie wirklich alle Ihre Bildungsurlaubstage? Haben Sie wirklich schon alles gelernt, was Sie sich vorgenommen haben? Trainieren Sie, nicht zu schnell zu satt zu sein und fordern Sie von sich selbst, mehr aus sich zu machen.
Seien Sie die Schlange, nicht das Kaninchen. Reagieren Sie schneller als die anderen. Also erwarten Sie stets das Unerwartete, lernen Sie zu improvisieren, lösen Sie sich rasch von Denkmustern. Und vor allem: verändern sie Gewohnheiten.
Aus diesem Grund bereiten sich viele Unternehmen und Manager auf solche Extremsituationen gut vor, weiß Frank Roselieb, Geschäftsführer des Kieler Instituts für Krisenforschung. Denn die Szenarien seien oft so außergewöhnlich, dass den Entscheidern die Übung fehlt. „Zweitens sind es zeitkritische Situationen - sie dulden also keinen Aufschub, sondern verlangen sofort volle Aufmerksamkeit und schnelles Handeln.“
Auch Coach Thomas Schulte von der Kelkheimer Symbiont-Group ist sicher: „Theo Pagel hat diesen bedauerlichen Vorfall, auch wenn er unwahrscheinlich ist, wohl schon mehrfach in Gedanken durchgespielt und war vorbereitet.“ Was dann von außen wie „ad-hoc“ aussehe, sei in Wirklichkeit die Arbeit harten Trainings.

Ein Tiger, der einen Menschen getötet hat, muss weg! Punkt!
Und wenn ein Hundehalter trotz mehrfacher Ermahnung seinen Hund auf die Kuhweide lässt, weil der mit den Kühen etwas "spielen" will, dann finde ich vollkommen in Ordnung, wenn der Hund von einem Jäger vor den Augen seines Besitzers erschossen wird. Die Gehirnforschung lehrt uns, dass wenn eine Handlung stark emotional belegt ist, die Lernwirkung massiv gesteigert wird.
Ob Wildtierhaltung in Zoos Sinn macht, ich kann es nicht beurteilen. Sicher werden die Besucherzahlen stark in den Keller gehen, wenn man dort nur Haustiere betrachten kann. So kann man bei kleinen Kindern wahrscheinlich auch keine Begeisterung für den Tierschutz und andere Lebensräume wecken.
Ein Zoodirektor hat nicht die primäre Aufgabe seine Exponate zu töten. Ich bin mir sicher, dass es ihm nicht leicht gefallen ist. Nach einer schweren Verwundung einer Mitarbeiterin ist man sicher emotional aufgewühlt und auch aus diesem Grunde ist es verständlich, dass man zur Schusswaffe greift. PS: Mit 9mm Pistolenmunition tut man sich schwer, einen Tiger zu erlegen. In Afrika ist zur Großwildjagt Kal. .375 (Holland und Holland) vorgeschrieben mit ca. 6000 Joule Energie vorgeschrieben. Die ball. Kurven eines Betäubungsgewehres und dieses Kalibers lassen sich nicht vergleichen. Wenn Andrenalin im Körper ist, können Betäubungsmittel zunächst wirkungslos sein, wenn man damit das Tier überhaupt trifft.

Offensichtlich ist Einigen das Zeitfenster nicht bewusst. Von einer "schnellen" Rettung, in der es um "jede Sekunde" ging, kann keine Rede sein! Die Tote wurde laut Presseberichten um 12:00 Uhr durch die Kollegin im Gehege entdeckt. Erst um 12:30 Uhr (!) wurde die Entscheidung getroffen, den Zoodirektor zum heldenhaften Schützenkönig mutieren zu lassen. Der Zoodirektor ist ebenso niemals so schnell vom Himmel gefallen sein, wie man uns Glauben machen will.
Hätte es jemanden im Zoo gegeben, der Altai bereits bei Entdeckung einen Betäubungsschuss gesetzt hätte, wäre er am Leben geblieben. Nach den 30 min hätte man im Ernstfall immer noch entscheiden können, ob der finale Rettungsschuss nötig gewesen wäre, zumal dann ja angeblich das SEK und die MP7-Helden zugegen waren. Basta.
Da hat man Zeit verstreichen lassen und am Ende beseitigte der Zoodirektor das Problem, so dass keiner mehr Fragen stellen kann. Und die Polizei trägt keinen Imageschaden davon, muss sie den Kindern nicht mehr erklären, wieso ein Tiger ermordet wurde.

Gott oh Gott
was hätten die Gutmenschen gesagt wenn die Frau noch gelebt hätte, der Direktor hätte nicht geschossen und der Tiger hätte anschließend die Frau getötet.
Ich musste mehrfach in meinem Leben in Sekundenbruchteile Entscheidungen treffen die
Lebens Entscheidend waren, wo anschließend weltfremden Gutmenschen in tagelangen Diskussionen am Kaffeetisch die wildesten und unpraktikabelsten Lösungen auf den Tisch brachten.
Für mich war es die einzig richtige Entscheidung den Tiger sofort mit aller Konsequenz zu töten um eventuell noch das Leben der Frau zu retten.
Ob ein Tiger in die Gefangenschaft gehört steht auf einem anderen Blatt, mir ist jeder Tiger in der freien Natur lieber wie im Zoo nur geht diese ethische Diskussion in diesem konkreten Gefahrenfall ins leere.
Dieter
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