
Mitarbeiter sollten auch nicht vergessen, dass die Abhängigkeit vom Chef gegenseitiger Natur ist. So sehr wie man den Vorgesetzten braucht, um seine Ziele zu erreichen, so sehr braucht der auch die Mitarbeiter.
Wehrle betont, wie wichtig ein gutes Verhältnis zum Chef ist: „Ob der Chef Sie fördert oder feuert, hängt nicht allein von Ihren Fähigkeiten ab, sondern von der Frage: Stehen Sie hinter ihm oder fallen Sie ihm in den Rücken?“Was sich recht allgemein anhört, definiert Wehrle präzise durch die verschiedenen Typen, als die Vorgesetzte ihre Mitarbeiter wahrnehmen.
Wehrle berichtet von einem wahren Beispiel für Paragraf 4 der Irrenhaus-Ordnung: Nicht der Chef hat sich nach den Realitäten zu richten, sondern die Realitäten nach dem Chef.
Die Geschäftsleitung ordnete einen Umzug der Firma an. Der Vermieter hätte Eigenbedarf angemeldet. Das neue Gebäude steht an der anderen Ecke der Stadt. Etliche Mitarbeiter standen stundenlang im Stau – rechneten sich aus Wut aber als Arbeitszeit an. Erst später kam heraus, dass der Chef um die Ecke des neuen Gebäudes wohnte und nach all den Jahren des Staus selbst den Umzug eingeleitet hatte.
Das Thema Personal-Auswahl beschäftigt Wehrle besonders. Er berichtet von dem bundesweit bekannten Beispiel einer Buchhalterin, das im Verlauf auch die Arbeitsgerichte beschäftigte: Ein schwäbischer Fensterbauer schickte der Dame eine Absage auf ihre Bewerbung, die aber noch den Lebenslauf enthielt. In diesem fand die Buchhalterin die handschriftliche Anmerkung „Ossi“ mit einem dicken Minuszeichen. Als Antwort auf ihren Protest schickte ihr das Unternehmen die Todesanzeige eines ehemaligen Mitarbeiters, der auch Ostdeutscher war.
Solche Beispiel kennt Wehrle zur Genüge und er leitet von ihnen den siebten Paragrafen seiner Irrenhaus-Ordnung ab: Absagen an Bewerber dürfen zu 99 Prozent auf Vorurteilen basieren (das stört keinen) – aber der Absagebrief darf nicht ein Prozent davon durchblicken lassen (das führt zu Prozessen).
Bei Einstellungen sieht Wehrle die persönliche Note und akademische Zeugnisse klar im Vorteil gegenüber der tatsächlichen fachlichen Eignung. Das führt ihn zu Paragraf sacht seiner Irrenhaus-Ordnung: Bei der Einstellung sind Bewerber zu bevorzugen, die den vorhandenen Mitarbeitern so sehr ähneln, dass man sie eigentlich nicht bräuchte – aber sicher sein kann, dass sie keine Neuerungen einschleppen.
Hat man es dann doch in die Firma geschafft, ist es an der Zeit, seinen Platz im Gefüge zu finden. Die etablierte Ordnung muss da rasch einverleibt werden. Wer sitzt auf welche Position? Wehrle gibt zu bedenken: Positionen sind schützenswert: Sie werden niemals auf Mitarbeiter zugeschnitten. Mitarbeiter sind nicht schützenswert. Sie werden auf Positionen zugeschnitten.
Für Wehrle haben der Dienstweg und die Milchstraße eine große Gemeinsamkeit: Beide sind keine gangbaren Wege. Der Dienstweg sei ein Traumschiff der Theorie, das an den Klippen der Realität zerschellt.
Wenig überraschend ist Wehrle kein Freund von Meetings. Sie bremsen aus. In ihnen gehe es nur um Macht, nicht um die Sache und der Sachverstand bleibe häufig vor der Tür. Kurzum: Wer vor dem Meeting ein Problem hat, ist danach einen schritt weiter – er hat zwei Probleme!
Ein weiteres Zitat zum Thema richtiges Handeln: Mit dem Handeln im Unternehmen ist es wie mit dem Frauenzersägen im Zirkus: Man muss es nicht tatsächlich tun, sondern nur möglichst spektakulär vortäuschen. Das reicht für den Erfolg.
Und wenn es schon mit dem „richtigen“ Handeln nichts wird, dann braucht man wenigstens eine Vision. Wehrle hast das Wort und die Idee dahinter: Visionen seien nichts anderes als Ersatzdrogen fürs Handeln. Er begründet das folgende Zitat mit mehreren Beispielen: Wenn eine Firma weiß, was sie will, tut sie es. Wenn sie es nicht weiß und nichts tun will, entwickelt sie eine Vision.
Lebenslanges Lernen, Mitarbeiter sollen sich ständig weiterentwickeln. Fortbildungen sind also per se nötig und sinnvoll. Und kaum ein Unternehmenschef bestreitet dies in der Öffentlichkeit. Und doch kommt Wehrle nach seinen Erfahrungen zu dem Schluss: Es stimmt nicht, dass Firmen gegen Fortbildungen sind – sie sind nur dagegen, dass Fortbildungen etwas kosten. Und dass Mitarbeiter in dieser Zeit fort sind.
Wehrle widmet sich im Mittelteil auch den großen Konzernen und ihren besonderen Eigenschaften. Dazu gehört auch, dass börsennotierte Firmen alle drei Monate ihre Zahlen offen legen müssen, wenn man das denn so nennen will: Quartalszahlen sind wie Mofas: Wer sie nicht frisiert, wird abgehängt. Und er äußert sich auch zum Sinn und Unsinn von Fusionen: Ein Unternehmen kann besser werden. Oder fusionieren.
Im Mittelstand ist also alles besser? Keineswegs, nur anders, schreibt Wehrle: Böse Zungen behaupten, ein mittelständischer Unternehmer komme gleich nach dem lieben Gott. Das ist natürlich falsch: Er kommt davor! Und der Nachfolger mache es nicht immer besser: Der Tod eines Unternehmers führt zu Erben. Die Erben führen zum Tod des Unternehmens.
Die Firma tut nicht, was sie sagt. Sie verspricht Mitarbeitern und Kunden mehr, als sie hält. Nur die Doppelmoral ist ihr heilig.
Die Firma fühlt sich nur einem „höheren2 Ziel verpflichtet: der Gewinnmaximierung. Der Kunde ist nur eine Einnahmequelle und der Mitarbeiter nur ein Mohr, der gehen kann, wenn er seine Schuldigkeit getan hat.
Die Firma ist vor allem mit sich selbst beschäftigt, nicht mit dem Markt. Man definiert Prozesse, zelebriert Meetings, schlägt Schaum. Die Mitarbeiter sind auf den Chef fixiert.
Entscheidungen werden gewürfelt, die Chefs verdienen ihren Namen nicht. Der Horizont reicht nicht weiter als bis zum Stadtbus.
Für Schwierigkeiten sorgt zudem der Führungsstil des Chefs. Ob autoritär, demokratisch oder laisser-fair – es gibt keine einheitliche Antwort auf die Frage, welcher der ideale ist. Wer von den klassischen „Management-by-Techniken“ á la Management by Results, Participation, Communication, Motivation oder Delegation nicht viel hält, dem rät Wehrle, dennoch das Ideal einzufordern.

Mir fehlt jede Geilheit daran andere zappeln zu lassen, zu schauen wie sie sich in ihrer Schuhschachtel verzweifelt winden wie sie sich innerlich kochen während während sie erniedrigt werden. Ich habe das Macht-Gen nicht und auch nicht dessen hässlichen Bruder, das Sado-Gen. Aber dafür eine gesunde Ehe, herzliche und gesunde Beziehungen zu meinen Mitmenschen, Freunde, 2 tolle Kinder. Eben all das was man als typische Führungskraft, als neurotisch-psychopatischer kranker Mensch der seinen Job nicht richtig macht wenn man nett ist nur schwer haben bzw. aufrecht erhalten kann. Für Darth Vaders Truppe gilt: Entweder bist du krank oder du wirst es. Widerstehst Du, findet sich schnell einer mit weniger Skrupel, der dich köpft und deinen Platz einnimmt. Mann bin ich froh Freiberufler sein zu können. Dass es für den Pöbel, das Fußvolk, den gemeinen Angestellte um aber tatsächlich um viel mehr geht, nämlich Gesundheit und Lebenszeit (und zwar Jahre (!) nicht Peanuts) erklärt
The Status Syndrome: How Social Standing Affects Our Health and Longevity [Hardcover]
Michael Marmot (Author)
Rette sich wer kann

All diese Ratgeber und und Vorurteilsträger. Warum stellen Sie sich bitte nicht die Frage warum ein Führungsanspruch besteht? Das Leben erfordert Fragen, nicht Antworten! Führung ohne Sinn kann man auf Dauer nicht verkaufen, auch nicht der Kundenorientierte! Und wenn Sie die Situation nicht verändern können, dann verlassen Sie diese bitte schnellstens. Prokrastination (ein zurecht Ehrfurcht heischendes Wort für "Aufschieben") hilft da nicht, macht es nur schlimmer. Lesen Sie auch gerne mal ein Werk, dass die Gesamtschau bietet und Sie mit sich selbst versöhnt! weil es nach den richtigen Fragen Ausschau hält. Z.B.: "Lieber Kopf der Ärsche als Arsch der Köpfe !??".
P.S. Auf die Fragezeichen am Ende kommt es an.

PolitischInkorrekt: Sie sprechen mir aus dem Herzen, könnten Sie das vielleicht auch meinem Chef mal sagen. Der meint nämlich immer noch er wäre Zwerg Allwissend und behandelt uns auch so und es spricht für Sie wenn Sie Ihre Fehler erkannt haben. DANKE
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