Beruf + Büro

_

Recruiting am Rechner: Unternehmen locken Mitarbeiter mit Videospielen

Auf der Suche nach den besten Bewerbern setzen Unternehmen immer mehr auf soziale Netzwerke – die helfen allerdings bislang wenig. Stattdessen könnten virtuelle Spiele bald zur realen Recruiting-Plattform in der realen Welt werden.

Virtuelle Spiele könnten bald zur Plattform für das Recruiting in der realen Welt werden. Quelle: dpa
Virtuelle Spiele könnten bald zur Plattform für das Recruiting in der realen Welt werden. Quelle: dpa

KölnFelgen polieren, Logos überprüfen, Wohnmobile entwickeln: So lautet die ungewöhnliche Ingenieurslaufbahn bei Daimler - zumindest im virtuellen Karrierespiel Fliplife. Dort ist der Autobauer ein beliebter Arbeitgeber: Binnen 30 Tagen nach dem Start der Daimler-Seite in Fliplife heuerten mehr als 2000 Online-Ingenieure an.

Anzeige

Noch nutzt Daimler die Plattform nicht für das Recruiting in der realen Welt, doch das könnte sich ändern: Nach den Plänen der Spielemacher sollen die Nutzer künftig auch echte Projekte der teilnehmenden Firmen bearbeiten.

14 Tipps für einen erfolgreichen Start

  • Hintergrundwissen aneignen

    Vorab sollten möglichst viele Informationen über die neue Firma eingeholt werden, zum Beispiel per Internetrecherche. Wer in ein inhabergeführtes Unternehmen kommt, sollte vor seinem ersten Arbeitstag schon einmal ein Bild des Inhabers gesehen haben – sonst könnte es peinlich werden, wenn man ihn am Kaffeeautomaten nach seinem Namen fragt.

  • Beobachten

    Unsicherheit darüber, wie man sich den anderen gegenüber verhalten soll, ist am Anfang ganz normal. Welche Umgangsformen herrschen in der neuen Firma? Welche internen Regeln gibt es? Schon im Vorstellungsgespräch und später dann vor Ort ist es hilfreich, die anderen genau zu beobachten und sich an dem Verhalten der anderen zu orientieren.

  • Vorstellungsrunde vorbereiten

    Egal, ob der Chef Sie durch die Abteilungen führt oder Sie sich vor dem Team selbst vorstellen: Überlegen Sie sich eine kurze Einleitung, das alle wichtigen Informationen zu Ihrer Person, Ihrer bisherigen Laufbahn und Ihrem neuen Aufgabenbereich enthält. Ein Kuchen ist nie verkehrt – und vergessen Sie auf keinen Fall, auch den Chef dazu einzuladen. 

  • Die richtige Kleidung

    Informieren Sie sich noch vor dem ersten Arbeitstag, welche Kleidung in der Branche üblich ist. Der Faktor Kleidung ist enorm wichtig, denn das richtige Outfit drückt Zugehörigkeit aus.

  • Zu Fehlern stehen

    Natürlich sollte man den gleichen Fehler nicht dreimal hintereinander machen, doch sind Fehler gerade am Anfang alles andere als ungewöhnlich. Versuchen Sie nie, einen Fehler zu verheimlichen sondern fragen Sie stattdessen nach, wie Sie ihn beim nächsten Mal vermeiden können.

  • Schlüsselpersonen identifizieren

    Die ersten Wochen dienen auch dazu, die Personen zu identifizieren, die für einen selbst am wichtigsten sind. Das können neben dem direkten Vorgesetzten auch andere Mitarbeiter und Kollegen sein.

  • Nicht sofort nach Urlaub fragen

    Es gibt einige Dinge, die in den ersten Tagen tabu sind: Dazu gehört unter anderem die Frage nach dem nächsten Urlaub. Ebenso sollten Sie es vermeiden, unpünktlich zur Arbeit oder zu Terminen zu erscheinen oder sich zu früh in den Feierabend zu verabschieden.

  • Die Ressourcen kennen

    Erkundigen Sie sich zu Beginn, auf wen Sie zugreifen können und wer wann informiert werden muss.

  • Den richtigen Zeitpunkt abwarten

    Am Anfang ergeben sich sicherlich viele Fragen. Doch stören Sie Kollegen oder Vorgesetzte nicht während eines Telefongesprächs oder wenn er oder sie offensichtlich in Eile ist, sondern warten Sie einen passenden Moment ab.

  • Arbeitsstile

    Tauschen Sie sich mit Kollegen über bevorzugte Arbeitsstile aus. Möchte jemand zum Beispiel lieber persönlich, per Telefon oder per E-Mail informiert werden?

  • Zwischenmenschliche Kontakte forcieren

    Warten Sie nicht darauf, dass die Kollegen Sie zur Kaffeepause abholen, sondern gehen Sie selbst auf die anderen zu. Haben Sie eine Frage an den Chef, gehen Sie kurz vor dem Mittagessen zu ihm und anschließend gemeinsam in die Kantine.

  • Genau zuhören

    Geben Sie sich stets Mühe, genau zuzuhören, was das Gegenüber mag. Merken Sie sich dieses Detail und greifen Sie es an gegebener Stelle wieder auf – das zeigt nicht nur, dass Sie aufmerksam zuhören, sondern drückt auch Wertschätzung aus.

  • Nicht über den alten Job lästern

    Bei Nachfragen nach dem alten Job sollten Sie stets sachlich bleiben. Über die alten Kollegen oder den Chef herziehen, ist tabu.

  • Mit Kritik zurückhalten

    Halten Sie sich zunächst an die Vorgaben, die man Ihnen macht, auch wenn diese Ihnen in manchen Fällen weniger sinnvoll erscheinen sollten. Wenn Sie sich eingearbeitet und das Unternehmen in Ruhe kennen gelernt haben, können Sie immer noch Verbesserungsvorschläge machen.

Auf der Suche nach Fachkräften gehen Firmen neue Wege im Internet: In Netzwerken wie Xing oder Facebook hat fast jeder Mittelständler bereits einen Auftritt. Bei der Personalwerbung hilft das jedoch wenig: „Messbare Erfolge im Social Recruiting können nur wenige Unternehmen aufweisen“, sagt Florian Schreckenbach.

Der Geschäftsführer der Kommunikationsberatung Embrander benennt damit ein Ergebnis einer aktuellen Studie, die er mit der Hochschule Rhein-Main verfasst hat. „Soziale Netzwerke sind nur ein Teil einer Personalmarketing-Strategie, aber den entscheidenden neuen Kanal gibt es noch nicht“, sagt er.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

  • Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

    Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

  • Wer ruft wen an?

    Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

  • Bewerbungs-Outfit

    Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

  • Die ersten Wochen

    Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

    Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

  • Wer ist der Neue?

    Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

  • Das gekonnte Selbstmarketing

    Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

  • In der Ruhe liegt die Kraft

    Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

  • Richtiger Umgang mit Mails

    Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

  • Grundkurs Netikette

    Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

    Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

  • Entspannungsphase

    Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

    Quelle: www.trust-wi.de

Einige Arbeitgeber werfen daher gleich an mehreren Stellen im Internet ihre Angeln aus. Wie Daimler ködert Marriott Kandidaten über ein Computerspiel. My Marriott Hotel bietet eine Auswahl an Jobs in der Hotelkette an. Wem dann der Umgang mit dem virtuellen Staubwedel gut gefällt, gelangt per Mausklick zur Jobseite von Marriott.

  • 02.05.2013, 11:59 UhrAndreas

    Interessante Idee! Im Rahmen einer Seminararbeit beschäftige ich mich derzeit mit den heutigen Personalgewinnungsmaßnahmen. Auf http://www.headhunter-light.de/mitarbeiter-finden-wie-suchen-jobsuchende-online/ fand ich dazu auch einen Artikel der sich mit Social Media Recruiting befasst. Jedoch stehe ich dem dem Recruiting via Facebook kritisch gegenüber. Der Erfolg via Videospiele interessiert mich allerdings sehr, ich hoffe man liest mal etwas über erste Erfahrungen!

  • 18.08.2012, 23:24 UhrDrCoaleonesErbengemeinschaft

    ... wenn sie dann merken in welchem Boot sie sitzen, nein kein Luxusliner, eher eine Galeere. Na, denn Prosit.

  • Die aktuellen Top-Themen
McDonald's-Chef im Kreuzverhör: „Wir verkaufen kein Junk Food“

„Wir verkaufen kein Junk Food“

Auf der Hauptversammlung muss sich McDonald's-Chef Thompson heftige Kritik anhören. Eine Neunjährige hielt ihm vor, Kinder mit Spielwaren zu locken. Doch Thompson leistet Abbitte: „Wir haben uns verändert.“

Spanische Krisenbank: Bankia versilbert ihre US-Tochter

Bankia versilbert ihre US-Tochter

Mitte 2012 ist das spanische Geldinstitut Bankia mit Milliarden-Staatshilfe zum Symbol der Bankenkrise des Landes geworden. Die Bank arbeitete danach an einem Umbau. Nun fädelte sie einen Millionenverkauf ein.

Management & Erfolg : Die jungen Weltverbesserer

Die jungen Weltverbesserer

Klimawandel, Pflegenotstand, ungleiche Bildungschancen: Wie Jungunternehmer zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen und damit Profit machen.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.