
DüsseldorfSprache ist ein äußerst wirkungsvolles Werkzeug. Aber auch ein gefährliches. Bei Vorträgen oder Präsentationen kann alles perfekt sein, ohne Redekunst kommt der Vortragende schlecht rüber. Es gibt einige Kardinalfehler, die immer wieder gemacht werden und leicht abgeschaltet werden können.
Verzichten Sie zum Beispiel auf die sogenannte weiche Rhetorik. Sie drückt Unsicherheit aus. Viele Präsentatoren wollen durch sie höflich wirken und Vertrauen erwecken. Hier einige Beispiele:
Möchten Sie oder tun Sie es? Dann sagen Sie besser gleich „Ich bitte Sie …“ Dasselbe gilt für „Darf ich Sie bitten..“
Klingt nach „Schaff ich sowieso nicht“ und sollte niemals in einem Vortrag eingesetzt werden.
Besser direkt: „Ich empfehle Ihnen…“
Das können Sie in der Kirche. Sie sollten Dinge wissen, nicht glauben und „überzeugt“ von etwas sein.
Entweder lassen Sie es oder Sie fragen das Publikum direkt! Interaktion ist ja gut. Aktivieren Sie das Publikum mit der direkten Frage „Wer kennt…“
Klingt viel zu unterwürfig. „Ich bitte Sie …“
Worte wie „vielleicht“ „eigentlich“ oder „mehr oder weniger“ sind überflüssige Floskeln. Bis auf wenige Ausnahmen überflüssige Weichmacher
Wenn es jeder weiß, brauchen Sie es nicht zu erwähnen. Oder wollen Sie jemanden dumm aussehen lassen?
Waren Sie das vorher nicht?
Weiche Rhetorik ist also schädlich, aber es gibt auch das Gegenteil: Dominante Rhetorik ist ebenso kontraproduktiv. Begriffe wie „Ich gebe Ihnen Recht“ oder „Sie wollen doch auch“ kommen nicht gut rüber und sind ein unangemessenes Zeichen von Dominanz.
Klare Worte zu benutzen ist eine Binsenweisheit, aber wie oft halten sich Vortragende nicht daran?! Verzichten Sie also möglichst auf Fachbegriffe, auch wenn der Großteil des Publikums Sie versteht.
Bilden Sie kurze Sätze von rund zwölf Worten. Verwenden Sie am besten Begriffe, die Bilder im Kopf erzeugen wie Haus, Baum oder Hammer. Vermeiden Sie Hauptwörter auf –und, -keit oder –nis. Benutzen sie möglichst viele Verben und zwar im Aktiv, nicht im Passiv.