
Herr Spengler, kennen Sie keine unfreundlichen Menschen?
Ich erlebe die meisten Menschen freundlich und mir wohlgesonnen. Klar, habe ich auch Menschen kennengelernt, die auf mich unfreundlich wirken. Warum?
Weil sie gleich im ersten Kapitel Ihres Buches „Menschen gewinnen“ behaupten, jeder Kontakt sei ein Gewinn. Ich kenne so manchen Menschen, den hätte ich lieber nicht kennengelernt.
Klar sind manche Begegnungen schwierig, das leugne ich nicht. Doch wir sollten nicht vergessen, dass wir auch und gerade aus negativen Erfahrungen lernen. Jeder Mensch, unabhängig von Intellekt und sozialem Status, ist mir in irgendeiner Sache überlegen.
Und was folgt daraus?
Vielleicht vermag der unfreundliche Mensch von nebenan Entscheidungen wesentlich sachlicher zu treffen als ich. Oder er verfügt über eine außergewöhnlich hohe Zielorientierung. Warum soll ich davon nicht profitieren? Dies kann ich nur, wenn ich neugierig auf die anderen bin. Dadurch ist am Ende jeder Kontakt ein Gewinn und alles andere als Zeitverschwendung.
Der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer hatte vor kurzem in seinem Buch „Selfmade“ auf die enormen Vorteile eines Netzwerkes verwiesen. Inwiefern ist er ein Vorbild?
Carsten Maschmeyer ist gewiss ein sehr erfolgreicher Unternehmer - doch Vorbilder sehen für mich anders aus. Mir scheint, als wäre sein Netzwerken eher Profit orientiert. Für mich bedeutet Netzwerken in der Zeit des sozialen Netzwerken etwas ganz anderes: Es geht dabei um ein gegenseitiges Geben und Nehmen und genau das bezeichne ich als Menschengewinnen.
Sie verweisen darauf, dass jeder seinen persönlichen Kommunikationsstil finden soll. Wie klappt das?
Meinen Stil finde ich heraus, indem ich mein Verhalten reflektiere und mit dem Verhalten anderer Menschen vergleiche. Bin ich mehr extrovertiert oder mehr introvertiert? Treffe ich Entscheidungen aus der Logik oder aus dem Bauch heraus? Bin ich der Partylöwe oder eher der stille Beobachter? Alles ist erlaubt, solange ich mich dabei wohl und bei mir fühle.
AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.
Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.
Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen
Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.
Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.
Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor:
Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.
Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.
Den damaligen Landtagsabgeordneten Christian Wulff lernte ich übrigens auf ganz spezielle Weise kennen. Ich hatte ihn öfter bei Empfängen gesehen, aber bis dahin noch nie persönlich mit ihm gesprochen. Bei der niedersächsischen Landtagswahl 1998 trat er für die CDU als Spitzenkandidat an. Diese Wahl wurde von der SPD genutzt, um auszuloten, wer als ihr Kanzlerkandidat in den Bundeswahlkampf ziehen sollte.
Den Umfragen zufolge hatte Helmut Kohl kaum Chancen auf eine Wiederwahl, und da sagte ich mir: Dann wäre Gerhard Schröder allemal ein besserer neuer Bundeskanzler als Oskar Lafontaine. Deshalb kam mir die Idee einer Anzeige mit der berühmt gewordenen Headline „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein“.
Weil ich wegen Veronica Ferres viel in München bin, gibt es natürlich auch mehr Kontakte zu den CSU-Größen und den Münchner Dax-Chefs. Gerade in der bayerischen Landeshauptstadt ist die Welt von Film, Politik und Wirtschaft besonders eng verbandelt.
Networking bedeutet für mich natürlich auch, Freunde zu haben, ohne dass man miteinander Geschäfte machen möchte. Das gilt auch für Gerd Schröder. In dieser Beziehung wird mein Einfluss völlig überschätzt.
Manche haben die abwegige These vertreten, ich hätte den damaligen Bundeskanzler überredet, mir zuliebe die Riester-Rente einzuführen. Tatsache ist: Mit Gerhard Schröder habe ich überhaupt erst zwei Jahre nach Einführung dieser privaten Zusatzrente zum ersten Mal persönlich gesprochen.
Der Grundsatz „privat bleibt privat“ hat eine stabile Basis geschaffen, auf der sich auch die Freundschaft zwischen unseren beiden Familien immer weiter entwickeln konnte.

Ich vermag Ihren Einwurf/Ihre Frage nicht verstehen?

Interessanter Typ - negativ. Habe seinen Unternehmensverlauf verfolgt seitdem mich einer seiner Mitarbeiter 1990 schon über den Tisch gezogen hatte. Der Schaden hielt sich in Grenzen. Aber seitdem hatte ich meine Mission: Meine Mitbürger von dieser Krake fern zu halten.
Wir haben hier im ganz tiefen Südbaden gut funktionierende Netzwerke - und die sind auch mal nützlich ;-)
Tausende von ehemaligen "Mitarbeitern" und Tausende von "Kunden" prozessieren gegen AWD. Nicht gegen ihn, hat der clevere Junge doch rechtzeitig die Mehrheit an die SWISS RE für rund 800 Mio abgegeben, lässt sich im Rolls chauffieren, betreibt PR mit einer Chuzpe, die ich noch nie so erlebt habe, Frau Ferres Motivation, seine "lebensabschnittsgefährtin" zu geben, kenne ich, aber ich schreibe nichts dazu.
Dass Rürup zu seiner Truppe gehört wie auch Plattenleger Riester rundet das zweifelhafte Bild um Carsten M. ab.
Um in Richtung Physiognomie eine Wertung abzugeben ("neues Gesicht") bedarf es mehr Materials. Ein - allerdings gefühlsmäßiger - erster Eindrück (nach der Neuerung) zeigt allerdings einen (mit dem Lebensglück verglichen) nicht sehr glücklichen Menschen. Interessant - auch bei anderen Fotos - der Augenausdruck.
Er hat fast alles erreicht als Halbmediziner - Geld - Position - Kontakte - Einfluss - und etwas Macht vielleicht.
Allerdings auch schlechte PR - die Sache mit Wulff - alles andere als positiv.
Und so wird er bestimmt (in Geld- bzw. Adelskreisen und schon gar nicht mehr in der Politik) nie den Status erreichen den er sich vorgestellt hatte.
Armer Carsten - umgeben von Blendern, Schleimern, Yellow-Press-Schreiberlingen - irgendwann sehnt man sich nach dem "Normalen" wenn das "Außergewöhnliche" normal zu werden droht.
Ich wünsche ihm, nachdem sein Geschäftsmodell Tausende um die Alterszusatzversorgung geprellt hat, dass er auch sein Waterloo erleidet - das kann auch gesundheitlich geschehen.
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