Abzocke bei Dateformore
Dating-Plattform droht Abmahnung

Da Kunden beim Abschluss des Probe-Abos auf ihr Widerrufsrecht verzichten müssen, will die Verbraucherzentrale Hamburg Dateformore abmahnen. Mit dem Portal verbunden scheint auch der Medienanwalt von Jörg Kachelmann.
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DüsseldorfDas Geschäft mit der Liebe ist lukrativ – besonders im Internet. Unzählige Dating-Portale nutzen die Sehnsucht nach Partnerschaft, zwanglosem Treffen oder Seitensprung als Geschäftsmodell. Die Idee dahinter ist Jahrzehnte alt und beschreibt das Prinzip der Partnervermittlung. Gegen Geld gibt es zur eigenen Persönlichkeit passende Partnervorschläge. Online sieht das inzwischen noch etwas anders aus: Mitglieder von Portalen können sich meist kostenfrei nach einem kompatiblen Gegenstück umschauen, zahlen aber an den Betreiber für die Funktion, tatsächlich Kontakt aufnehmen zu können.

Die tatsächliche Erfolgsquote ist unbekannt, allerdings gibt es nach Angaben von singleboersen-vergleich.de in Deutschland rund acht Millionen aktive Nutzer, die im deutschsprachigen Raum für einen Gesamtumsatz von 185,8 Millionen Euro sorgen. Und wie in jedem lukrativen Markt gibt es schwarze Schafe. In diesem Fall Angebote, die Nutzer mit unseriösen Abonnements in die Falle locken.

In ihrer aktuellen Ausgabe berichtet die „Welt am Sonntag“ von Probe-Abos des Anbieters Dateformore.de. Die Verbraucherzentrale Hamburg will die Website demnach abmahnen. Hintergrund sei, dass das Portal Nutzer zwingt, beim Abschluss eines Probe-Abos auf ihr Widerrufsrecht zu verzichten. Das Portal sorgt seit einiger Zeit für Unmut, wie unzählige Einträge in Verbraucherforen im Internet zeigen.

Die dahinter vermutete Masche ist altbekannt und funktioniert bei Abzocke um erotische Dienstleistungen häufig. Aus Scham oder Angst vor Entdeckung vermeiden betrogene Kunden den Rechtsstreit. Eine Kündigung per E-Mail sei zudem unwirksam, es müsse ein schriftlicher Widerruf per Post oder Fax erfolgen. Auch im von der Zeitung beschriebenen Musterfall versuchte der Betroffene, das aus einer Laune heraus abgeschlossene Seitensprung-Abo vor seiner Frau zu verheimlichen.

Die Recherchen der Wochenzeitung nach den Hintermännern führen zum Kölner Unternehmen Internetone AG und damit zu prominenten Anwaltskreisen. Ein Unternehmen namens Ideo Labs GmbH betreibt neben Dateformore.de gleich mehrere Dating-Portale, so der Bericht.

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Dating-Plattform droht Abmahnung

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Kachelmanns Anwalt im Aufsichtsrat

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