Adecco
Personalvermittler legt Gewinnsprung hin

Der Personalvermittler Adecco vervielfachte seinen Gewinn und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Besonders in Italien und Frankreich liefen die Geschäfte gut. Konzernchef Dehaze bleibt dennoch vorsichtig.
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ZürichDer Personalvermittler Adecco hat im vergangenen Jahr von einem starken Wirtschaftswachstum in weiten Teilen Europas und einer Belebung im wichtigsten Markt Frankreich profitiert. Die weiteren Aussichten beurteilt der mit der niederländischen Randstad und dem US-Konzern Manpower konkurrierende Weltmarktführer aber trotz eines positiven Starts in das neue Jahr vorsichtig. „Die Aussichten für die Weltwirtschaft bleiben ungewiss“, sagte Konzernchef Alain Dehaze der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Es ist nicht nur wegen der Wahlen in Frankreich.“

Neben Frankreich fänden auch Wahlen in den Niederlanden und in Deutschland statt. Auch seien die Aussichten für die US-Wirtschaft noch unscharf. „Es ist verfrüht einen Beschäftigungssprung im Infrastrukturbereich unter US-Präsident Donald Trump in den USA zu sehen“, sagte Dehaze. „Wir warten alle auf mehr Klarheit bei den Investitionen.“ Im Vereinigten Königreich hielten sich die Firmen zudem wegen des Austritts des Landes aus der Europäischen Union vor allem bei Festanstellungen und im Finanzsektor in London zurück, merkte der Konzernchef an.

Adecco steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 22,708 Milliarden Euro. Der Gewinn vervielfachte sich unter anderem auch wegen eines guten Finanzergebnisses und Kosteneinsparungen auf 723 Millionen Euro. Im Vorjahr war der Gewinn wegen einer 740 Millionen Euro schwerer Abschreibung auf acht Millionen Euro eingebrochen. Für 2016 sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 2,40 Franken je Aktie erhalten. Zudem will der Zeitarbeitskonzern ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen Euro auflegen.

Im vierten Quartal habe sich das Wachstum auf sechs Prozent noch beschleunigt und dieser Trend habe zu Jahresbeginn, wenn auch etwas verlangsamt, angehalten, sagte Konzernchef Dehaze. Das mit vier bis fünf Prozent etwas geringere Wachstum erklärte Dehaze damit, dass die Firmen am Jahresanfang zurückhaltend bei der Anstellung von neuem Personal seien.

Besonders gut gelaufen seien Italien, die iberische Halbinsel sowie der Hauptmarkt Frankreich, betonet Dehaze. In Deutschland und in Nordamerika kam der Konzern dagegen kaum vom Fleck.

An der Börse reagierten die Anleger mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie, die seit Anfang Oktober ein Drittel an Wert gewonnen hatte, verlor 2,4 Prozent. Analysten beurteilten den Jahresbericht insgesamt als gut. „Die Entwicklung entspricht im Allgemeinen den Prognosen und gibt keinen Anlass zu größeren Anpassungen“, sagte Michael Foeth, Analyst der Bank Vontobel, die für die Aktie weiterhin eine „Hold“-Empfehlung abgibt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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