Adecco
Personalvermittler spürt die Brexit-Angst

Der Personalvermittler Adecco konnte im abgelaufenen Quartal den Umsatz steigern. Allerdings stagniert das Geschäft auf den britischen Inseln – die wachsende Brexit-Angst macht sich auf dem Jobmarkt bemerkbar.

ZürichDie bevorstehende Abstimmung über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) belastet das Geschäft des Personalvermittlers Adecco im Vereinigten Königreich. „Wir sehen, dass die wachsende Verunsicherung einen negativen Einfluss vor allem bei der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Finanzbereich hat“, sagte Konzernchef Alain Dehaze der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. „Bei den anderen Bereichen der Festanstellungen sehen wir keinen materiellen Einfluss.“ Die Briten stimmen am 23. Juni über den Verbleib in der EU ab.

Während der Konzern im ersten Quartal den Umsatz insgesamt um vier Prozent auf 5,3 Milliarden Euro steigern konnte, stagnierte er in Großbritannien und Irland. Bei der Festanstellung von Fachkräften ergab sich gar ein Minus von sechs Prozent. Im Vorquartal war Adecco insgesamt noch um fünf Prozent gewachsen. Gut lief es in Frankreich, Italien, Spanien und den Benelux-Staaten, wo der Umsatz um fünf bis neun Prozent zulegte.

Unter dem Strich verblieben dem Konkurrenten von Randstad und Manpower mit 144 Millionen Euro dennoch zehn Prozent weniger Gewinn als vor einem Jahr. Adecco erklärte den Rückgang mit höheren Steuern und IT-Kosten sowie mehreren Feiertagen im ersten Quartal.

Adecco bekräftigte das Ziel, über den Konjunkturzyklus hinweg eine Ebita-Marge von 4,5 bis fünf Prozent erreichen zu wollen. Im ersten Quartal sank die Ebita-Marge um 30 Basispunkte auf 4,30 Prozent.

An der Börse kam der Quartalsbericht nicht gut an. Die Aktie verlor in einem festen Markt 3,6 Prozent auf 59,60 Franken. „Adecco setzt den bescheidenen Wachstumskurs fort“, schrieb Michael Foeth, Analyst bei der Bank Vontobel. Ein Wachstum von drei Prozent im März und April zeige einen rückläufigen Trend auf. Auch Marco Strittmatter von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) beurteilte die Abschwächung im Frühling negativ.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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