Adecco
Weltgrößtem Jobvermittler bricht der Gewinn weg

Nur noch acht Millionen Euro Gewinn bleiben Adecco nach einer großen Wertberichtigung. Dennoch erhöht der weltgrößte Personalvermittler die Dividende – und kauft in Großbritannien zu.

ZürichEine millionenschwere Wertberichtigung hat dem Schweizer Personalvermittler Adecco das Jahresergebnis verhagelt. Der Gewinn brach 2015 auf acht (Vorjahr 638) Millionen Euro ein, wie der in Glattbrugg bei Zürich angesiedelte Weltmarktführer am Mittwoch mitteilte. Die Aussichten für 2016 schätzt Vorstandschef Alain Dehaze verhalten ein.

„Wir sehen in allen Schlüsselmärkten ein fortgesetztes mäßiges Wachstumsniveau“, sagte Dehaze der Nachrichtenagentur Reuters. So wuchs der Konzern in den ersten beiden Monaten 2016 nur noch um vier Prozent nach einer Beschleunigung im vierten Quartal auf fünf Prozent. Um die Anleger bei Laune zu halten, will Dehaze die Dividende für 2015 auf 2,40 (2,10) Franken je Aktie erhöhen.

Adecco hatte wegen der schlechteren Entwicklung in Märkten wie Deutschland und Österreich im dritten Quartal 740 Millionen Euro abgeschrieben und deswegen einen Quartalsverlust von 425 Millionen Euro ausgewiesen.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr vor allem aufgrund einer Verbesserung im Hauptmarkt Frankreich um vier Prozent auf 22 Milliarden Euro. Frankreich, wo Adecco mehr als ein Fünftel seines Umsatzes erzielt, sei als letztes Land auf Wachstumskurs gegangen, sagte Dehaze. Während die großen Märkte Nordamerika, das Vereinigte Königreich und Deutschland ein mäßiges Wachstum aufwiesen, legte Adecco in den Benelux-Staaten, in Italien und Spanien zweistellig zu. In Japan habe das Geschäft rund um Personalvermittlung ebenfalls kräftig angezogen, sagte Finanzchef Hans Ploos van Amstel.

Eine Prognose für den Gewinn im laufenden Jahr wollte der Finanzchef nicht geben und wiederholte das Ziel, über den Konjunkturzyklus hinweg eine Ebita-Marge von 4,5 bis fünf Prozent erreichen zu wollen.

Wachsen will die mit der niederländischen Randstad und dem US-Konzern Manpower konkurrierende Adecco auch mittels Übernahmen. So kaufte der Personalvermittler für rund 105 Millionen Pfund die britische Firma Penna Consulting . Penna setzte im vergangenen Jahr 84,4 Millionen Pfund um. Großübernahmen, die das Gesicht von Adecco grundlegend verändern würden, kämen nicht in Frage.

An der Börse kam der Jahresbericht nicht gut an. Die Aktie verlor in einem freundlichen Markt rund ein Prozent. „Adecco hat die Erwartungen der Analysten erfüllt. Anscheinend reicht dies derzeit nicht, um die Anleger zu überzeugen“, sagte ein Händler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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