Air Berlin und Eurowings Die düsteren Visionen des Ryanair-Chefs

Air Berlin und die Lufthansa-Tochter Eurowings könnten in wenigen Jahren vom Markt verschwinden, sagt Ryanair-Chef Michael O'Leary voraus. Hinter seinen Kassandrarufen steckt Kalkül.
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Ryanair-Chef Michael O'Leary sagt seiner Konkurrenz eine düstere Zukunft voraus. Quelle: AFP
Angriffslustiger Ire

Ryanair-Chef Michael O'Leary sagt seiner Konkurrenz eine düstere Zukunft voraus.

(Foto: AFP)

FrankfurtDer Chef des irischen Billigfliegers Ryanair sieht für die Zukunft der Lufthansa-Tochter Eurowings und der angeschlagenen Air Berlin schwarz. „In spätestens drei Jahren wird Lufthansa Air Berlin gekauft haben“, sagte Michael O'Leary der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Ein schleichendes Verschwinden von Air Berlin könne Ryanair nutzen und den Marktanteil in Deutschland in zwei bis drei Jahren auf 20 Prozent verdoppeln. Auch bei Eurowings, dem 2018 startenden Billigableger der Lufthansa, zeigt sich der Ryanair-Chef pessimistisch. „Die werden Eurowings in ein paar Jahren einstellen oder mit Lufthansa verschmelzen.“

Ryanair hat bereits zum Angriff auf die Lufthansa an ihrem Heimatdrehkreuz Frankfurt geblasen. Die Ankündigung, ab März den vorher wegen seiner Entgelte gemiedenen Flughafen ins Programm zu nehmen, hatte in der Branche ein Erdbeben ausgelöst. Grund ist, dass die Betreibergesellschaft Fraport nach einem Passagierminus im vergangenen Jahr nun Gesellschaften fördert, die schnell wachsen. Die Rabatte gelten für neue und alteingesessene Fluglinien gleichermaßen. Doch profitieren Neuzugänge wegen der höheren Wachstumszahlen mehr. Nach Darstellung der Lufthansa gibt es deshalb zurzeit an dem viergrößten europäischen Flughafen keinen fairen Wettbewerb.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
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Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
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Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
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Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
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Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
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Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
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Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
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Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

Rabatte sind für O'Leary denn auch der Dreh- und Angelpunkt. „Wenn wir keine Vergünstigungen bekommen, fliegen wir nicht. Weil es sich dann nicht lohnt, so günstige Tickets anzubieten.“ Dass man auch von größeren Flughäfen fliege, heiße aber nicht, sich von kleineren zurückzuziehen. Wenn sie die Rabatte weiter gewährten, bleibe man dort. Auch dem Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz wolle man nicht den Rücken kehren.

  • rtr
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