Angst vor Kundenschwund
Neue ICE-Züge für die Bahn verspäten sich weiter

Auch in diesem Jahr wird es wohl nichts mit den bei Siemens bestellten neuen ICE-Zügen. Das verschärft die Probleme im Fernverkehr weiter. Die Befürchtung: Fahrgäste könnten der Bahn den Rücken kehren.
  • 2

BerlinMehr Passagiere und keine neuen Züge in Sicht: Bei der Deutschen Bahn wird die Lage im Fernverkehr immer kritischer. Auch in diesem Jahr sei wohl nicht mit der Auslieferung neuer ICE des Herstellers Siemens zu rechnen, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Dienstag in Berlin. Außerdem verzögere sich der Einbau neuer Achsen in die bestehende ICE-Flotte. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Achsen seltener kontrolliert werden müssen und mehr Züge im täglichen Verkehr eingesetzt werden können.

„Wir fahren im Prinzip jeden Tag ohne Reserve“, sagte Homburg zur Situation im Personenfernverkehr. Für 16 bestellte ICE 3 habe Siemens bislang keinen Auslieferungstermin genannt. Eigentlich hätten die Hochgeschwindigkeitszüge bereits seit Dezember 2011 fahren sollen. Dann war geplant, acht der ICE im Dezember 2012 in Betrieb zu nehmen. Dies scheiterte aber an Problemen mit der Software für die Zugsteuerung.

Ein Siemens-Sprecher sagte auf Anfrage, erst Ende Januar sei nach Abstimmung mit Bahn und Eisenbahn-Bundesamt klar gewesen, was an den ICE verändert werden müsse. Bis Ende Juli würden die Züge vom Unternehmen betriebsbereit gemacht. Dann beginne erneut das Zulassungsverfahren, das erfahrungsgemäß mindestens vier Monate dauern werde.

Homburg hob hervor, die Bahn wolle trotz der Probleme den Fernverkehr nicht einschränken und keinesfalls Linien streichen. „Aber Ende 2014 müssen wir Entspannung haben, sonst wird das die Nachfrage beschädigen“, sagte der für den Personenverkehr zuständige Manager. Auch für die Fahrgäste der stark genutzten Strecken müsse es ein ausreichendes Angebot an Sitzplätzen geben.

In den vorhandenen Zügen verbessert die Bahn das Internet-Angebot. Auf fünf weiteren Strecken gibt es nun in den ICE einen schnellen Online-Zugang über ein lokales Funknetz. Es sind dies die Verbindungen Hamburg-Berlin, Frankfurt-Nürnberg-München, Dortmund-Hannover-Berlin, Göttingen-Wolfsburg und Fulda-Würzburg. Derzeit haben 90 der 255 ICE ein lokales Funknetz, bis zum Jahresende sollen es 180 sein. Die Nutzung kostet für Vertragskunden der Telekom 9 Cent pro Minute. Wahlweise können Bahnfahrer den Internet-Zugang für einige Stunden oder Tage für einen Pauschalbetrag kaufen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angst vor Kundenschwund: Neue ICE-Züge für die Bahn verspäten sich weiter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • - Der "Stehplatz" kostet das gleiche wie ein Sitzplatz. Warum? Oder kostet der "Sitzplatz" 4 EUR (Reservierung) und andernfalls ist es quasi ein "Stehplätze" mit Option auf einen kostenlosen "Sitzplatz" im Glücksfall?

    - Stehplätze im ICE; was passiert bei einer Notbremsung? Ist das fahrlässig?

  • Es ist schon komisch, die Bahn wartet auf neue Züge und bei uns im Dorf parkt die Bahn drei ICE´s der Serie 3. Also kann das doch nicht so schlimm sein, oder?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%