Arbeitsbedingungen in Japan Dentsu-Chef tritt nach Tod einer Angestellten zurück

Lebensfeindliche Bedingungen: In Japan sterben regelmäßig Menschen aufgrund von Überarbeitung. Der Suizid einer jungen Angestellten führte nun zum Rücktritt des Chefs der japanischen Werbeagentur Dentsu.
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Der Chef der japanischen Werbeagentur Dentsu bereut den Tod einer Angestellten und tritt zurück. Quelle: Reuters
Tadashi Ishii

Der Chef der japanischen Werbeagentur Dentsu bereut den Tod einer Angestellten und tritt zurück.

(Foto: Reuters)

TokioMehr als ein Jahr nach dem Suizid einer jungen Angestellten wegen Überarbeitung hat der Chef der japanischen Werbeagentur Dentsu seinen Rücktritt angekündigt. Tadashi Ishii teilte am Mittwoch mit, er werde seinen Posten im Januar räumen. Er fühle sich verantwortlich für den Tod der Mitarbeiterin Ende Dezember 2015. „Ich werde die volle Verantwortung übernehmen.“ Die Behörden hatten kurz zuvor die Staatsanwaltschaft aufgefordert, in dem Fall zu ermitteln.

Die 24-jährige Matsuri Takahashi hatte sich Weihnachten 2015 in einem Wohnheim des Unternehmens das Leben genommen. Sie machte japanischen Medienberichten zufolge jeden Monat rund hundert Überstunden. Auf Twitter schrieb sie von ihrem Wunsch zu sterben.

Was die Deutschen über ihr Leben denken
Jeder Zweite sorgt sich um Rente
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Fast jeder zweite Deutsche macht sich Sorgen darüber, dass seine Rente im Alter nicht ausreichen könnte. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie im Auftrag der Körber-Stiftung. Das Meinungsforschungsinstitut hat mehr als 1700 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland zum Thema Arbeit, Rente und Leben befragt. Demnach glauben nur zwei Prozent der Befragten, dass die künftige Rente ausreichen wird.

Zukunft junger Menschen wird pessimistisch gesehen
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Beim Blick in die Zukunft sind die meisten Deutschen laut Untersuchung pessimistisch. So sind sechs von zehn Befragten der Meinung, dass es den heute Jungen im Alter schlechter gehen wird als heute. „Geht es um die Gegenwart, offenbart die Umfrage eine große Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Leben und ihrer Arbeit“, sagt Andreas Geis, Leiter des Fokusthemas „Neue Lebensarbeitszeit“ der Körber-Stiftung.

Trotz Zukunftsangst hohe Zufriedenheit in der Gegenwart
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Jeder zweite Deutsche würde laut Untersuchung nichts anders in seinem Leben machen, wenn er noch einmal von vorne anfangen könnte. Egal ob Ausbildung, Partnerwahl, Familie oder Wohnort – sie stellen die großen Lebensentscheidungen nicht infrage.

Hohe Arbeitszufriedenheit
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Besonders hoch ist der Studie zufolge die Zufriedenheit der Deutschen im Job: 85 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein. Und: Neun von zehn Studienteilnehmern glauben, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist.

Deutsche wollen weniger arbeiten
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Trotz der hohen Arbeitszufriedenzeit zeigt die Studie, dass die Deutschen pro Woche fast einen ganzen Arbeitstag mehr arbeiten als sie möchten. Demnach wünschen sie sich eine 31,3-Stunden-Woche – verbringen nach eigenen Angaben im Durchschnitt aber 37,6 Stunden wöchentlich auf der Arbeit. Jeder sechste Befragte macht oft Überstunden, egal ob er Kinder hat oder nicht. „Wir müssen die Chance eines längeren Lebens nutzen und unsere dicht getakteten Berufsbiografien entzerren“, meint Andreas Geis.

Aufgabenteilung wird anders gelebt als gewünscht
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Wenn es um die Aufgabenteilung innerhalb von Familien geht, erleben die Deutschen eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität: Laut Untersuchung wünschen sich 40 Prozent der Deutschen, dass beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren und sich gleichermaßen in die Familie miteinbringen. Nur vier von 100 Familien mit Kindern unter 16 Jahren gaben aber an, dass sie die Aufgaben auf diese Weise aufteilen.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
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Fast die Hälfte der Befragten – die selbst eine Familie haben – sind der Meinung, dass sie Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren können. Doch geht es um die generelle Meinung zur Vereinbarkeit, zeigen sich die Deutschen pessimistischer: Mehr als ein Viertel nimmt große Probleme für Eltern in Deutschland wahr, zwei Drittel sehen zumindest einige Probleme.

Dentsu, die größte Werbeagentur in Japan, ist bekannt für harte Arbeitsbedingungen. Ishii sagte am Mittwoch auch, ein Unternehmen solle einen Beschäftigten nicht davon abhalten, „das Beste zu wollen“. Ein Übermaß an Arbeit sollte es aber nicht geben. „Ich bedaure das zutiefst.“

Einem im Oktober veröffentlichten Regierungsbericht zufolge arbeiten in rund einem von fünf Unternehmen in Japan Beschäftigte so lange, dass sie ihre Gesundheit ruinieren und einen vorzeitigen Tod riskieren. Die Japaner haben ein eigenes Wort für diese Arbeitshaltung: „Karoshi“ heißt Tod durch Überarbeitung und wird verwendet, wenn Arbeitnehmer wegen zu hoher Arbeitsbelastung sterben oder sich das Leben nehmen.

  • afp
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  • @ALLE

    Gott sei Dank fällt der 1.Januar dieses Jahr auf einen Sonntag,stellt Euch vor es wäre Montag, dann könnte man wieder einen Tag weniger kommentieren. :(
    Der erste Feiertag, 26. Dez., war doch schon fürchterlich. :(
    Am schönsten ist es, wenn Heiligabend an einem Freitag ist :)

    "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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