Asklepios will klagen
Streit um Rhön-Kontrolle spitzt sich zu

Das Ringen um die Kontrolle des fränkischen Klinikbetreibers Rhön-Klinikum wird härter. Nun bereitet mit dem Klinikbetreiber Asklepios ein weiterer großer Rhön-Anteilseigner eine Anfechtungsklage vor.
  • 0

FrankfurtDer Streit um die Kontrolle des fränkischen Klinikbetreibers Rhön-Klinikum wird immer kritischer. Nachdem bereits der Medizintechnikkonzern und Rhön-Großaktionär B. Braun eine Anfechtungsklage gegen eine strittige Satzungsänderung bei Rhön angekündigt hatte, prüft mit dem Klinikbetreiber Asklepios nun ein weiterer großer Rhön-Anteilseigner den Gang vor Gericht, wie ein mit dem Unternehmen Vertrauter sagte. Asklepios habe sich fachlichen Rat von der Kanzlei Clifford Chance geholt und arbeite an der Klage. Asklepios wollte sich zu den Informationen am Mittwoch nicht äußern. Die Frist zur Einreichung von Anfechtungsklagen läuft noch bis zum 12. Juli.

Einer der Gründe für die Klage sei, dass die Aktionäre von Rhön auf der Hauptversammlung im Juni nicht über die Nichtberücksichtigung eines sehr großen Stimmenpakets bei einer wichtigen Abstimmung informiert wurden, sagte der Insider. Bei der Hauptversammlung im Juni waren die Stimmen von B. Braun nicht berücksichtigt wurde. Nur dadurch wurde mit knapp ausreichender Stimmenzahl eine Klausel gekippt, die bei wichtigen Firmenentscheidungen eine Zustimmungsquote von 90 Prozent vorsah.

B. Braun und Asklepios hatten sich 2012 mit Anteilspaketen von jeweils rund fünf Prozent in Stellung gebracht, als der Gesundheitskonzern Fresenius Rhön-Klinikum in einer milliardenschweren Transaktion übernehmen wollte. Der Vorstoß scheiterte aber an der Zustimmungshürde von 90 Prozent in der Rhön-Satzung. Mit dem Wegfall der Hürde hätte ein erneuter Vorstoß von Fresenius viel größere Chancen auf Erfolg, da dann für wichtige Entscheidungen nur noch eine Zustimmungsquote von 75 Prozent erforderlich wäre.

Rhön-Aufsichtsratschef Eugen Münch rechtfertigt den Ausschluss der Stimmen von B. Braun bei der entscheidenden Abstimmung mit der fehlenden Legitimation des B. Braun-Stimmrechtsvertreters. Das nordhessische Unternehmen spricht hingegen von einer gezielten Verfälschung des Ergebnisses.

Seite 1:

Streit um Rhön-Kontrolle spitzt sich zu

Seite 2:

Asklepios fürchtet übermächtigen Konkurrenten

Kommentare zu " Asklepios will klagen: Streit um Rhön-Kontrolle spitzt sich zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%