Aufsichtsratschef Bernhard Walter
Bilfinger-Kontrolleur schimpft auf Koch

Ein Abgang im Krach: Nach dem Rücktritt des Bilfinger-Chefs Roland Koch beklagt der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Walter einen Vertrauensverlust. Kochs Strategie habe man immer unterstützt – der sieht das anders.
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FrankfurtDer Aufsichtsrat des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger hat Vorstandschef Roland Koch wegen des mehrfachen Verfehlens der internen Gewinnziele zum Rücktritt gedrängt, erklärte Aufsichtsratschef Bernhard Walter am Dienstag in Frankfurt.

Roland Koch hatte am Montagabend nach der zweiten Gewinnwarnung innerhalb weniger Wochen seinen Rücktritt als Bilfinger-Chef angeboten.

Der Aufsichtsrat habe seine Gewinnziele immer wieder als zu ehrgeizig eingeschätzt, hieß es am Dienstag von dem Kontrollgremium. Die Stimmung im Aufsichtsrat sei schon länger angespannt gewesen. „Bei fortgesetztem Vertun kippt die Stimmung in Richtung Vertrauensverlust“, ergänzte Walter. Ihm zufolge legten die Anteilseigner und nicht die Arbeitnehmervertreter Koch das Ausscheiden nahe. Er selbst habe am Wochenende „finale Gespräche mit Herrn Koch“ geführt.

Auch Koch selbst hatte am Montag bereits Differenzen mit dem Aufsichtsrat als Grund für seinen Rücktritt genannt. Nach seiner Darstellung habe es einen Streit im Bilfinger-Aufsichtsrat über die nächsten Schritte des Unternehmens gegeben. Koch hatte in einer Mitteilung erklärt, „wesentliche Teile des Aufsichtsrats“ hätten bei der Beurteilung der unmittelbaren nächsten notwendigen Maßnahmen nur unzureichend mit ihm übereingestimmt.

Der Aufsichtsrat malt ein anderes Bild. Als Grund für den Abgang Kochs nannte Aufsichtsratschef Walter vielmehr, dass „mehrfach interne Gewinnziele nicht erreicht wurden“. Das habe zu einem „Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust geführt“. Die von Koch initiierte strategische Zielsetzungen seien aber alle richtig: „Sie werden und wurden vom Aufsichtsrat mitgetragen.“

„Die Umstrukturierung des Konzerns, die bedauerlicherweise zum Stellenabbau führt, wird fortgesetzt, uneingeschränkt“, sagte Walter. Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit aber nicht geplant. Im ersten Halbjahr habe der Konzern, der in der kommenden Woche die Zahlen zum zweiten Quartal bekannt gibt, schwarze Zahlen geschrieben.

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„Umstrukturierung wird uneingeschränkt fortgesetzt“

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  • Ich denke auch, dass für die Großaufträge, die BB in der Amtszeit Kochs erhalten hat wäre ein Beraterjob oder Vortragsreihen die bessere Lösung gewesen. Ich hatte damals nicht schlecht gestaunt, dass man sich so einen als Konzernlenker in den Pelz gesetzt hat.

    Die politischen Größen beweisen doch regelmäßig, dass sie nur über politischen aber nicht über wirtschaftlichen "Sachverstand" verfügen. Ich würde sogar soweit gehen diese - auch unter dem Focus BER - als diametral entgegengesetzt bzw. sich gegensätzlich ausschließend zu bezeichnen.

    Das Politische zeigt sich doch gerade in einem immer größeren Verschlingen von Steuergeldern, während die Wirtschaft Kosten minimiert. Konsumptive Ausgaben und Produktive Ausgaben unterscheiden sich grundsätzlich. Und wenn ein Politiker daran geht zu sparen ...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • die sachen roland koch und bernie ecklestone sind doch nur "schweine durchs dorf jagen"

    Michel merkt mal wieder nix :-))

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