Autovermietung: Europcar setzt auf Billig-Marke

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Europcar setzt auf Billig-Marke

Die Telekom bietet günstige Verträge unter der Marke Congstar an. Der Autokonzern Renault setzt auf die Billigmarke Dacia, und jetzt tritt die Autovermietung Europcar in diese Fußstapfen. Grund: Der heftige Preiskampf.

HamburgDie Wirtschaftskrise in weiten Teilen Europas hat beim Autovermieter Europcar zu Einbußen geführt. Im Preiskampf mit ausländischen Anbietern wie der Billigmarke Budget des US-Rivalen Avis verlor der Branchenprimus vor allem im Geschäftsreisesegment. „Uns war Profitabilität wichtiger, weshalb wir gerade in südlichen Ländern als Reaktion auf die Wirtschaftskrise einige Stationen geschlossen haben“, sagte Roland Keppler, der Chef der Europcar Gruppe im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Die Rendite fiel leicht von 11,8 auf 11,7 Prozent.

Um das Kerngeschäft zu schützen, soll mit der wiederbelebten Billigtochter Interrent „preislich ein Boden eingezogen“ werden. Auf diese Weise hofft Keppler, mit Europcar „nicht jeden Preiskampf mitgehen zu müssen“. Interrent bietet keine Extras wie Einwegfahrten, gebucht wird vor allem über das Internet. Im Angebot sind nur Kleinwagen und Kompaktwagen, für bestenfalls 12 Euro am Tag. Gerade eröffneten die ersten deutschen Stationen in Hamburg und Berlin, kommende Woche folgen Köln und Düsseldorf. Europaweit plant Keppler bis Ende 2012 mit 44 Stationen und 6000 Autos.

„Wir müssen noch profitabler werden“, forderte Keppler. „Dieses Jahr wird dynamischer und Europcar wird als Gruppe sichtbarer werden. Ich rechne deshalb mit einem höheren Ergebnis.“ Die Zahl der Jobs wird jedoch sinken. „Angesichts der Standardisierung unseres Geschäfts und länderübergreifender Prozesse werden es aber tendenziell weniger Mitarbeiter“, sagte Keppler.

Außerdem will Keppler den Service über die Töchtern in unterschiedlichen Ländern stärher vereinheitlichen. „Europcar muss einheitlicher auftreten, die Synergien der Gruppe besser nutzen, Qualität und Service stärker standardisieren, um die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen“, sagte der Europcar-Chef. Dazu will er vorhandene Stärken bündeln. In Deutschland ist das Geschäft sehr strukturiert, in Belgien kooperiert der Vermieter mit Leasinggesellschaften. In England schaffen es die Mitarbeiter, viele Kunden von Zusatzangeboten zu überzeugen, in Spanien wählen viele eine höhere Fahrzeugklasse als vorher bestellt. „Solche Vorteile müssen wir zusammenführen und unser Geschäft zentraler steuern“, so Keppler.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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