Ballsaison in Wien

Geldmaschine im Walzertakt

Die mittlerweile 450 Bälle, die in Wien stattfinden, verhelfen dem Tourismus in Österreich zu neuen Rekordzahlen. Die Walzer-Geldmaschine läuft wie geschmiert – und die Zahl der Tanzfeste nimmt weiter zu.
Das Walzerfest ist längst wichtiger Standortfaktor für die österreichische Hauptstadt geworden. Quelle: dpa
Wiener Opernball

Das Walzerfest ist längst wichtiger Standortfaktor für die österreichische Hauptstadt geworden.

(Foto: dpa)

WienSelbst politische Kämpfe werden in Wien auf dem Tanzparkett ausgetragen. Jahr für Jahr treibt der Akademikerball der rechtspopulistischen FPÖ in der Hofburg Tausende von Demonstranten auf die Straßen Wiens. Nun wurde sozusagen eine Gegenveranstaltung in Smoking, Frack und Abendkleider gegründet. Der Wissenschaftsball, für den die rot-grüne Regierung das labyrinthartige Wiener Rathaus bereitstellt, richtet sich mit seinem Motto „Spaß mit Anstand – Tanz mit Haltung“ gegen Rechtsradikale. Ehrengast in diesem Jahr war der von den Nazis vertriebene, in Wien geborene Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel.

Vor allem ist der neu gegründete Wissenschaftsball auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Denn er schreibt schwarze Zahlen. Beim zweiten Wissenschaftsball waren die 2800 Karten restlos ausverkauft. „Wir haben beim ersten Mal ausgeglichen bilanziert, und gehen davon aus, dass wir auch beim zweiten Ball ausgeglichen bilanzieren werden, inklusive Spende für die Flüchtlingsinitiative der österreichischen Universitätenkonferenz“, sagt Wissenschaftsball-Organisator Oliver Lehmann.

Die Wiener Bälle sind nicht nur immaterielles Weltkulturerbe, sondern auch eine wichtige Geldmaschine für das Tourismusland Österreich. Die Walzer-Geldmaschine läuft in dieser Saison wie geschmiert. Immer mehr Bälle entstehen – vom Wissenschaftsball bis zum neuen Hip-Hop-Ball. Mittlerweile kommt das vergnügungssüchtige Wien auf rund 450 Bälle – Tendenz steigend.

Für die heimische Wirtschaft ist die ausufernde Ballsaison ein Geldsegen. Nach einer Marktstudie der Wirtschaftskammer Österreich bescheren die rund 500.000 Ballbesucher in der diesjährigen Saison der Hauptstadt Einnahmen von 128 Millionen Euro. Das Geld der Gäste wird breit gestreut – von Taxis über Hotels, Restaurants, Bekleidungsläden bis hin zu Friseuren und Floristen. Allein in Wien gibt es mehr als zwei Dutzend Tanzschulen, die ihren Schülern den Wiener Walzer nach ein paar Stunden in Blut und Adern übergehen lassen.

Baulöwe Lugner angelt sich Brooke Shields
2016: Brooke Shields
1 von 31

Gemeinsam mit seiner Frau Cathy präsentiert Richard Lugner das Buch seines diesjährigen Stargasts Brooke Shields. Er wisse nicht einmal, ob sie ihn überhaupt kenne, sagt er. Das ist aber kein Grund für ihn, sie nicht zum Opernball einzuladen.

Brooke Shields
2 von 31

Spätestens am vierten Februar wird die US-amerikanische Schauspielerin Brooke Shields ihren Begleiter „Mörtel“ Lugner kennenlernen. Wien ist ihr bereits gut bekannt. 2011 war sie Gast beim Life Ball. Ihren Karriere-Höhepunkt feierte Shields vor allem als Kinderstar. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit 13 Jahren im Film „Pretty Baby“ mit ihrer Rolle als Prostituierte.

2015: Elisabetta Canalis
3 von 31

Richard „Mörtel“ Lugner hat eine Nachfolgerin für Kim Kardashian gefunden: Der Baulöwe (hier mit seiner Frau Cathy Schmitz) nimmt in diesem Jahr Elisabetta Canalis mit zum Wiener Opernball. Die 36-Jährige sei „nicht zu jung, nicht zu alt – eine Mischung halt“, sagte er auf einer Presskonferenz.

Elisabetta Canalis
4 von 31

Die italienische Schauspielerin, Ex-Freundin von Hollywood-Star George Clooney (53), werde ihn am 12. Februar begleiten, gab der Bau-Unternehmer bekannt. Canalis, auch als Süßigkeiten-Werbegesicht bekannt, war von 2009 bis 2011 mit Clooney liiert.

2014: Kim Kardashian
5 von 31

Im Jahr davor hatte Lugner US-Starlet Kim Kardashian eingeladen. Der Auftritt mit der Reality-TV-Größe verlief für „Mörtel“ Lugner jedoch enttäuschend. Nach kaum zwei Stunden verließ Kardashian genervt den Ball. Angeblich zahlte Lugner Kardashian 250.000 Euro dafür, dass sie ihn auf dem Ball in seiner Loge beehrt. Doch Kardashian war 2014 nicht die einzige Dame, die Lugner begleiten durfte...

Ivian Sarcos
6 von 31

Sie war der andere Stargast von „Mörtel“. Sie wurde zur schönsten Frau der Welt gekürt, beim Wiener Opernball stand Ivian Sarcos trotzdem im Schatten von Kim Kardashian. Dennoch hatte Sarcos nur freundliche Worte für den Baulöwen: „Herr Lugner ist ein ganz spezieller Mensch. Er hat eine unermessliche Energie. Er ist ein Beispiel für ewige Jugend.“

2013: Mira Sorvino
7 von 31

US-Schauspielerin Mira Sorvino, war als Gast von Richard „Mörtel“ Lugner in seine Loge gekommen. Sorvino gelang 1995 der Durchbruch in der Rolle als Prostituierte im Woody-Allen-Streifen „Geliebte Aphrodite“. „Sie ist sehr seriös – wie der Lugner“, lacht der umtriebige Baumeister: „Es heißt immer, der Lugner bringt die Luder. Dieses Mal ist es aber kein Luder, sondern eine seriöse Schauspielerin, die einen Oscar und einen Golden Globe gewonnen hat!“

Für jede Zielgruppe gibt es einen Ball. So findet beispielsweise parallel zum Opernball der schwule Rosenball – eine Art Persiflage auf die prominente Konkurrenz- statt. Vor allem internationale Gäste locken die Tanzereignisse in prächtigem Rahmen in die Donau-Metropole. Neben den Amerikanern, Russen und anderen Osteuropäern zieht es vor allem die Deutschen nach Wien. „Für uns bemerkenswert ist das große Interesse aus dem Ausland. Auch wenn wir in Wien manchmal über den Ball als solchen lächeln, im Ausland haben Wiener Bälle eine ungebrochene Stahlkraft“, berichtet Ball-Organisatorin Oliver Lehmann.

Hotelpreise in schwindelerregenden Höhen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%