Barcelo und NH Hotels
Neuer Hotelriese in Spanien geplant

Gegensätze ziehen sich an: Die familiengeführte Hotelkette Barcelo und die börsennotierte NH Hotels Group wollen zusammen zur größten Hotelgruppe Spaniens werden. Zumindest wäre Barcelo an dem Zusammenschluss interessiert.
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MadridIm Reiseland Spanien bahnt sich eine Hotel-Hochzeit an: Die mallorquinische Hotelkette Barcelo hat sich die börsennotierte NH Hotels Group ausgeguckt und will mit ihr zum Branchenprimus Spaniens aufsteigen. Das Familienunternehmen habe dem Madrider Konzern ein Angebot unterbreitet und dieses auch an die Börsenaufsicht CNMV geschickt, teilte Barcelo am Montag mit. Die nicht bindende Offerte bewerte NH mit 7,08 Euro je Aktie, ein Aufschlag um 27 Prozent zum Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Damit würde NH mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet.

An der Börse sorgten die Übernahmepläne für einen Kurssprung: Nachdem die Papiere zunächst vom Handel ausgesetzt waren, schnellten sie danach um 17 Prozent auf 5,98 Euro. Größter Aktionär der NH ist mit 26 Prozent die chinesische HNA Group, die wegen ihrer undurchsichtigen Konzernstruktur und ihrer Zukäufe im Ausland bei Aufsehern und Banken unter besonderer Beobachtung steht.

Barcelo strebe 60 Prozent an dem neuen Hotel-Riesen an, der auch nach der von Santander begleiteten Transaktion börsennotiert bleiben solle. Der Firmensitz könnte Madrid sein.

Im Falle eines Zusammenschlusses der beiden Hotelketten würde ein neuer Branchenführer in Spanien mit 600 Häusern und einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro entstehen. Der derzeitige Marktführer, Melia Hotels, würde auf Platz zwei verwiesen. Die beiden Hotelketten würden sich ergänzen: Barcelo ist verstärkt in der Karibik und den USA unterwegs, NH mit City-Hotels in Europa.

Der Tourismus in Spanien boomt und sorgt für eine Belebung der viertgrößten Volkswirtschaft, die nach der Finanzkrise zu einem der Sorgenkinder der EU wurde. Die Branche, die elf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, verbuchte 2016 ein Rekordjahr. Die Zahl der ausländischen Besucher stieg um fast zehn Prozent auf 75,3 Millionen - auch eine Folge der weltweiten Krisenherde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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