Bauer AG
Baukonzern kann den Umsatz erneut steigern

Ob Doha, Riad oder Kairo: Der deutsche Spezialtiefbauer Bauer AG macht mit seinen Großprojekten im Nahen Osten weiter gute Geschäfte. So gleicht der Konzern Einbrüche an anderen Krisenherden aus.

MünchenDer Spezialtiefbauer Bauer AG hat im vergangenen Jahr die Auswirkungen der internationalen Krisen schmerzhaft zu spüren bekommen: „2015 war für uns ganz klar ein weiteres schwieriges Jahr“, sagt Unternehmenschef Thomas Bauer. Grund: Der Konzern erwirtschaftet 75 Prozent seines Umsatzes im Ausland und muss sich deshalb auch mit „allen Krisenherden in der Welt herumschlagen.“

Bauer nennt als Beispiel die Krise zwischen Russland und der Ukraine. Dort sei das Geschäft um 50 Prozent zurückgegangen. Auch im Nahen Osten, also etwa in Jordanien oder Libyen, sei das Geschäft wegen der politischen Lage fast auf null zurückgegangen.

Dennoch erwirtschaftete Bauer einen guten Teil seines Umsatzes im Nahen Osten, die Tochterfirmen in Saudi-Arabien, Katar und Ägypten verzeichnete deutliche Zuwächse. In Doha, Riad und Kairo sind sie an großen U-Bahn-Baustellen beteiligt, ebenso an Projekten rund um die Erweiterung des Suez-Kanals.

In China gebe es immer noch riesige Überkapazitäten auf dem Markt für Baumaschinen. Dort seien fast alle Baufirmen hervorragend mit Baumaschinen ausgerüstet. Im Ergebnis sei der dortige Markt fast zusammengebrochen. Selbst Caterpillar, der größte Baumaschinenhersteller der Welt, habe Rückgänge von 30 Prozent hinnehmen müssen.

Erfreulich sei dagegen die Entwicklung in Deutschland. Grund sei die enorme Steigerung im Wohnungsbau, denn wegen der niedrigen Zinsen legten die Menschen ihr Geld lieber in Immobilien an statt in Aktien oder anderen Anlageformen. Ebenfalls erfreulich hat sich der Auftragsbestand entwickelt. Er stieg von 762,7 auf 995,6 Millionen Euro.

Insgesamt hat die Bauer AG ihren Umsatz im Jahr 2015 stark gesteigert – und zwar um 6,2 Prozent auf 1,656 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg von 76,4 auf 90,7 Millionen Euro.

Ein Glückstreffer war für Bauer dabei ein Joint-Venture mit dem Ölbohrkonzern Schlumberger. Bauer entwickelt und baut mit dem US-Konzern neue Maschinen, die nicht nur bohren, sondern auch den dabei entstehenden Abfall abtransportieren können. „Das Geschäft war nicht nur Glück, sondern wir haben sechs Jahre daran gearbeitet“, sagte Bauer.

Der Bauer-Konzern ist mit seinen drei Segmenten Bau, Maschinen und Resources, also Produkte und Dienstleistungen rund um Wasser und Bodenschätze, mit mehr als 110 Tochterfirmen in rund 70 Ländern der Welt tätig. Bauer beschäftigt 10.738 Mitarbeiter. „Um aber wieder dahin zu kommen, wo wir schon mal waren, ist noch eine Menge Arbeit nötig“, erklärte Bauer. Die zunehmende Urbanisierung und das Thema Wasser böten für seinen Konzern große Chancen.

Martin Tofern
Martin Tofern
Handelsblatt / Redakteur Unternehmen und Märkte
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%