Baufirmen
Spanien will bankrotte Maut-Strecken auffangen

Im krisengeplagten Spanien meiden Autofahrer gebührenpflichtige Straßen – und treiben Betreiber-Gesellschaften von Maut-Straßen so immer weiter in den Ruin. Jetzt will der Staat die Schulden übernehmen.
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MadridIn Spanien arbeitet der Staat an der Rettung von bis zu neun bankrotten Betreiber-Gesellschaften von Maut-Straßen. Die Verhandlungen mit Banken und Baufirmen liefen auf eine Übernahme der Schulden in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro hinaus, verlautete am Donnerstag aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen.

Die angestrebte Lösung sieht demnach vor, dass eine staatliche Gesellschaft die Schulden übernimmt und über einen langfristigen und an niedrige Zinsen gekoppelten Kredit zurückzahlt. Die Baufirmen, darunter Ferrovial, Abertis und die Hochtief -Mutter ACS, hatten einst Gemeinschaftsunternehmen gegründet, um an Konzession zum Bau von Maut-Strecken zu kommen. Sie werden nach dem Verhandlungsmodell zu 20 Prozent an der Auffang-Gesellschaft beteiligt, müssen aber auf ihre Investitionen einen Abschlag von 1,7 Milliarden Euro hinnehmen.

Das Geld für die Investitionen hatten sich die Baufirmen zu Boomzeiten bei Großbanken wie Santander, BBVA und Bankia geliehen. Seit dem Ende der wirtschaftlichen Blütezeit in Spanien meiden die Autofahrer jedoch die gebührenpflichtigen Strecken, viele davon im Umland von Madrid, und weichen auf Landstraßen aus.

In den fünf Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs ist der Verkehr auf diesen Strecken um knapp 40 Prozent zurückgegangen, was die Betreiber-Gesellschaften in den Ruin trieb. „Alle Seiten versuchen, eine Lösung zu finden", hieß es in den Kreisen weiter. Sollte es dazu kommen, wird allerdings auch die EU-Wettbewerbsbehörde einen kritischen Blick darauf werfen. Falls die Schulden an den Staat übergehen, kann dies als Subvention für die Mautbetreiber gewertet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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