Baukonzern
Hochtief will bis zu 2000 Stellen streichen

Hochtief will mit seiner Solutions-Sparte flexibler werden. Nun setzt das Unternehmen den Rotstift an: Mindestens 800, im schlimmsten Fall sogar 2000 Stellen, sollen wegfallen. Deutschland ist besonders schwer betroffen.
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EssenDer Baukonzern Hochtief setzt in seinem Europa-Geschäft mit rund 9000 Mitarbeitern den Rotstift an. Geplant ist unter anderem ein Stellenabbau, über dessen Höhe sich die Tochter der spanischen ACS allerdings noch ausschweigt. Wie die Gewerkschaft IG Bau in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Mitarbeiterbrief erläutert, soll der mit der Neustrukturierung der Sparte verbundene Personalabbau möglichst einvernehmlich bis Ende September 2014 über die Bühne gehen. „Oberstes Ziel ist, betriebsbedingte Kündigungen unter Aufbringung größtmöglicher Anstrengungen zu vermeiden“, heißt es. Wie viele Arbeitsplätze wegfallen sollen, ließen Gewerkschaft und Unternehmen am Freitag offen.

Die Wirtschaftswoche berichtete vorab, es würden mindestens 800 Stellen wegfallen, im schlimmsten Fall sogar bis zu 2000. Derzeit liefen die Gespräche mit den Mitarbeitern an, sagte ein Konzernsprecher. Nähere Angaben könne er daher nicht machen. Mit den Arbeitnehmervertretern sei aber bereits ein Tarifvertrag vereinbart worden, um die Sache einvernehmlich zu regeln.

Ziel des neuen Hochtief-Chefs Marcelino Fernandez Verdes ist es, das in Hochtief Solutions gebündelte Europa-Geschäft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Er hatte bereits angekündigt, in der Sparte die Kosten drücken zu wollen, bis zu 60 Millionen Euro sollen gespart werden. Hochtief Solutions beschäftigt in Europa nach dem Verkauf des Service-Geschäftes noch rund 9000 Mitarbeiter, 4500 davon in Deutschland. Die Wirtschaftswoche berichtete unter Berufung auf eine E-Mail von Bereichs-Vorstand Nikolaus Graf von Matuschka an die Mitarbeiter, im Europa-Geschäft habe Hochtief in den vergangenen Jahren "Renditen unterhalb der Kapitalkosten" erwirtschaftet.

Die Neustrukturierung sieht Gewerkschafts-Angaben zufolge vor, möglichst ab Januar 2014 vier GmbHs zu bilden - Building, Infrastructure, Engineering und PPP (Public Private Partnership). Sie gehörten innerhalb der Hochtief Solutions AG zum Kerngeschäft. Ein Verkauf sei ohne Zustimmung der Gewerkschaft nicht möglich sein, so die IG Bau.

Hochtief-Chef Verdes hatte dem Konzern einen Umbau verordnet, der sich im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung auszahlte. Das Service-Geschäft mit knapp 6000 Mitarbeitern hat er an die französische Spie-Gruppe verkauft. Auch die Flughafen-Beteiligungen veräußerte der Konzern. Damit hat Verdes seine Verkaufsliste aber noch nicht abgearbeitet. Für Immobilienentwickler - unter anderem auch die Immobilien-Tochter Aurelis, an der der Konzern rund die Hälfte der Anteile kontrolliert - sucht Verdes strategische Partner oder will sie veräußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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