Baukonzern mit Gewinnsprung
Australien macht Hochtief froh

Der Spanier Verdes baut Hochtief um – und zumindest die Zahlen geben ihm Recht. Die Verkäufe geben Auftrieb. Nicht nur in Australien wächst der Gewinn, auch in Europa stehen wieder schwarze Zahlen.
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EssenHochtief -Chef Marcelino Fernandez Verdes fährt die Früchte des von ihm verordneten Konzernumbaus ein: Der Essener Bauriese ist mit einem deutlichen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Die Zahlen des ersten Quartals seien „Beleg für unsere Fortschritte bei der Umstrukturierung des Konzerns“, bilanzierte der spanische Manager am Donnerstag, der von der Konzernmutter ACS nach Essen entsandt wurde.

Er will Hochtief auf das klassische Baugeschäft konzentrieren und schlägt damit einen anderen Weg ein als Konkurrent Bilfinger, der auf Dienstleistungen setzt. Beim Auftragseingang musste Hochtief aber Federn lassen, denn dieser ging im ersten Quartal zurück.

Hochtief steigerte den um Einmaleffekte bereinigten Konzerngewinn um 44 Prozent auf 60 Millionen Euro. Dabei verdiente der Konzern im Baugeschäft in Nordamerika sowie Australien deutlich mehr. Im lange kriselnden Europa-Geschäft riss der Konzern das Ruder herum: Der Bereich verdiente im operativen Geschäft 300.000 Euro, im Vorjahr stand noch ein Verlust von 6,4 Millionen Euro in den Büchern.

Verdes hatte hier einen harten Sparkurs eingeschlagen und Arbeitsplätze abgebaut, Hochtief verzichtet zudem auf wenig lukrative Aufträge. Der Konzern geht nun davon aus, dass der Bereich im Jahresverlauf die „positive Entwicklung fortsetzt und eine weitere Verbesserung beim operativen Ergebnis“ erreichen werde. Die Jahresprognose bekräftigte Verdes: Für 2015 erwartet er weiter einen operativen Konzerngewinn von 220 bis 260 Millionen Euro.

Verdes, der auch auf dem Chefsessel der jüngst in Cimic umbenannten australischen Ertragsperle Leighton sitzt, räumt bei beiden Konzernen auf, um sie auf Gewinn zu trimmen. Er verkaufte zahlreiche Beteiligungen, Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die Leighton-Tochter John Holland. Und er könnte dies auch weiter tun. Er prüfe Möglichkeiten, „weiterhin gebundenes Kapital freizusetzen“, hieß es im Geschäftsbericht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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