Baukonzern
Solide Auftragslage schürt Optimismus bei Strabag

Der Gewinn des österreichischen Baukonzerns Strabag ist im dritten Quartal zwar zurückgegangen, doch die gute Entwicklung im Hochbau sorgt für Optimismus. Das viertel Quartal soll besser werden.
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WienDer österreichische Baukonzern Strabag hat sich für das laufende vierte Quartal viel vorgenommen. Trotz eines Gewinnrückgangs im Sommer hält das Unternehmen an seinem Ergebnisziel fest und will im laufenden Jahr einen Betriebsgewinn (Ebit) von mindestens 260 Millionen Euro erwirtschaften. Nach den ersten neun Monaten waren es knapp 40 Millionen Euro - Strabag muss also im Schlussquartal mindestens 220 Millionen Euro verdienen, um die Prognose zu erfüllen.

Rückenwind erhofft sich die Firma, die unter anderem das Olympische Dorf für die bevorstehenden Winterspiele im russischen Sotschi gebaut hat, von der anziehenden Bauwirtschaft in Deutschland und Österreich. „Wir sind zuversichtlich: In unseren Heimatmärkten haben wir im Hochbau derzeit sehr gut zu tun“, sagte Firmenchef Thomas Birtel. „Auch für die Zukunft sind unsere Bücher mit einem Auftragsbestand von 14 Milliarden Euro gut gefüllt.“

Eine Sprecherin erklärte, viele Strabag-Kunden würden fertiggestellte Bauprojekte im vierten Quartal bezahlen - vor allem öffentliche Auftraggeber. Auch im vergangenen Jahr hatte Strabag seinen Betriebsgewinn fast ausschließlich in den letzten drei Monaten des Jahres verdient. In der ersten Jahreshälfte schreibt der Baukonzern gewöhnlich Verluste - auch weil im Winter viele Baustellen still stehen.

Von Reuters befragte Analysten haben dennoch Zweifel an der Gewinnprognose. Sie erwarten für das laufende Jahr durchschnittlich ein Ebit von 255 Millionen Euro und eine Bauleistung von 13,6 Milliarden Euro. Strabag selbst hat den Aktionären eine Leistung von rund 14 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dieses Ziel werde die Firma „annähernd“ erreichen, hieß es in der Mitteilung.

In den vergangenen Jahren hatte Strabag eine Flaute bei Neuaufträgen der öffentlichen Hand zu schaffen gemacht, weil viele Länder und Staaten angesichts der Schuldenkrise knapp bei Kasse waren. Zuletzt hatten die Österreicher aber einige Straßenbauaufträge an Land gezogen - etwa in Ungarn, der Slowakei, dem Oman oder Bosnien.

Auch in Polen gebe es „erste Zeichen einer leichten Verbesserung des Klimas im Bausektor“, bekräftigte Birtel. Zwischen 2014 und 2020 sollen dort über 700 Kilometer an Schnellstraßen gebaut werden. In dem osteuropäischen Land hatten viele Firmen dank des Baubooms vor der Fußball-EM 2012 gut verdient. Danach hatte der Staat jedoch kein Geld mehr. Der Aufschwung brach abrupt ab und manche Konkurrenten schlitterten in die Pleite. Auch Strabag musste hunderte Stellen abbauen und spürt die Folgen der Krise am polnischen Mark noch heute: Die Bauleistung schrumpfte im dritten Quartal unter anderem deshalb um drei Prozent auf 3,96 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank im selben Zeitraum um vier Prozent auf 162 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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