Baukonzern will expandieren
Bilfinger zeigte Interesse an Hochtief-Service-Sparte

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger mit Chef Roland Koch denkt über einen Kauf der Service-Sparte von Hochtief nach. Die Kosten wären kein Problem. Doch es gibt noch einige andere Interessenten.
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MannheimDer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat Interesse an der Service-Sparte des Baukonzerns Hochtief. „Das ist ein Thema, das wir uns anschauen – aber ich sage, wir schauen uns das mit Entspanntheit an“, sagte Bilfinger-Chef Roland Koch am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Mannheim. Entscheidend sei, dass die Immobiliendienstleistungen der Essener so viel Rendite abwerfen, wie es sich Bilfinger für diesen Sektor vorgenommen hat. Die operative Marge (Ebita) lag bei Bilfinger 2012 mit 4,7 Prozent im Zielkorridor für 2014 von 4,5 bis 5,0 Prozent.

Hochtief will die Service-Sparte mit 5.700 Beschäftigten verkaufen. Dafür gebe es bereits zahlreiche Interessenten, hieß es aus dem Umfeld des Essener Unternehmens. Neben Bilfinger gehören dazu Baukonzerne aus Finnland, Dänemark, Frankreich und Strabag aus Österreich. Nach einem Magazinbericht könnte sich der Preis auf 170 Millionen Euro belaufen.

Das wäre für Bilfinger leicht zu stemmen, haben die Mannheimer doch noch 850 Millionen Euro für Firmenkäufe in den kommenden beiden Jahren beiseite gelegt. Mit den Dienstleistungen von Hochtief könnte Bilfinger zum Beispiel sein Geschäft mit der energetischen Sanierung von Gebäuden stärken, von dem sich Koch viel erhofft. Das Thema Energiesparen sei bei der Energiewende nicht zu unterschätzen, sagte er. „Das wird für uns spannend bei Industrie- und Gewerbegebäuden.“ Bilfinger bereite sich darauf gezielt vor - bisher allerdings mit "schmalen Akquisitionen" im Ingenieurbereich oder IT-Programmen zur Steuerung von Anlagen.

Zu den Geschäftsaussichten für 2013 äußerte sich Koch erneut vorsichtig. Nach dem guten Ergebnis im vergangenen Jahr stehe Bilfinger auf einer guten Basis, positiv ins Jahr zu gehen. Doch sei er alles andere als euphorisch, sagte der Bilfinger-Chef. 2012 stieg der operative Gewinn (Ebita) um 17 Prozent auf 466 Millionen Euro. Damit blieben vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen 5,4 Prozent der mit den Kunden abgerechneten Leistung von 8,64 Milliarden Euro als Gewinn hängen.

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