Baustoffkonzern
Saint-Gobain lässt nicht von Sika ab

Die Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika ist beschlossene Sache. Der Entscheid sei unwiderruflich, sagt Käufer Saint-Gobain. Der Widerstand aber wächst. Auch Bill Gates ist dagegen.
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ZürichTrotz wachsenden Widerstands hält Saint-Gobain an der Übernahme des Schweizer Bauchemieunternehmens Sika fest. Der Entscheid sei unwiderruflich, erklärte der Chef des französischen Baustoffkonzerns, Pierre-Andre de Chalendar, in einem Reuters am Montag vorliegenden Brief an über 100 Länderchefs und Bereichsleiter von Sika. Die Manager hatten de Chalendar vergangene Woche ebenfalls in einem Brief gedrängt, die Übernahme in der gegenwärtigen Form abzublasen und andernfalls mit Rücktritt gedroht.

Entgegen der Einschätzung von Sika betonte de Chalendar, dass die Übernahme nicht feindlich sei. Saint-Gobain sei der beste Partner, um Sika weiter voran zu bringen. Der Konzern werde deshalb den Vertrag mit dem Verkäufer des Aktienpakets, der Sika-Gründerfamilie Burkard, einhalten.

Saint-Gobain hatte im Dezember angekündigt, das Aktienpaket der Familie für 2,75 Milliarden Franken zu kaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Damit können sie den Verwaltungsrat mit eigenen Vertretern besetzen und so mit einem vergleichweise geringen Kapitaleinsatz die Kontrolle über Sika übernehmen.

Nach Angaben von Sika lehnen über 40 Prozent der Aktionäre die Transaktion ab. Zu den prominentesten Gegnern gehört die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates. Um das Sika-Management auf seine Seite zu ziehen, schlägt de Chalendar nun einen Runden Tisch vor. Bei einem Treffen in der Schweiz will er den Führungskräften seine Pläne für Sika erläutern. Sika wollte sich dazu vorerst nicht äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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