Berkshire Hathaway
Warren Buffett, der Industriekapitän

Warren Buffetts Holding wächst immer weiter über reine Finanzgeschäfte hinaus. Der legendäre Investor hat vor allem in der Industriesparte eingekauft: Unter anderem gehört der Batteriehersteller Duracell nun zum Konzern.

In den USA ist Warren Buffett nicht nur als genialer Investor bekannt, sondern auch als Eigentümer der Versicherungsfirma Geico, die zu den aktivsten und manchmal auch nervigsten Werbetreibenden im Fernsehen gehört. Der Blick auf die Zahlen von Berkshire Hathaway, Warren Buffetts Holding, zeigt aber, dass die Industrie dem Versicherungsgeschäft längst den Rang abgelaufen hat. Die Versicherer verdienten im ersten Halbjahr 2016 gut 2,4 Milliarden Dollar nach Steuern für die Aktionäre. Der Bereich Industrie, Service und Konsum war aber mit knapp 2,8 Milliarden die größte Sparte, und er hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent zugelegt.

Gleich geblieben ist der Gewinn der Energiesparte mit 923 Millionen, während das Eisenbahngeschäft deutlich zurückging auf 1,6 Milliarden. Insgesamt ist der Gewinn unterm Strich von 9,2 auf 10,6 Milliarden gewachsen, wobei aber ein Anstieg der reinen Investmentgewinne eine Rolle spielte, die nach eigener Einschätzung der Firma sehr schwankungsanfällig und daher wenig aussagekräftig sind.

Der Anstieg der Industriesparte ist allein durch Zukäufe bestimmt. Seit Ende Januar gehört die Firma Precision Castpart Corp (PCC) zum Konzern, die Metallprodukte herstellt und unter anderem die Flugzeug-, Chemie- und Energiebranche beliefert. Buffett hat dafür knapp 33 Milliarden Dollar bezahlt. Seit Ende Februar ist zudem der Batteriehersteller Duracell Teil des Konzerns. Der hat 4,2 Milliarden gekostet. Bezahlt hat Buffett den Verkäufer, den Procter-&-Gamble-Konzern, mit einem Paket von dessen eigenen Aktien.

Die Zukäufe haben allerdings auch die großen Positionen Firmenwerte und „anderes virtuelles Vermögen“, das können zum Beispiel Patente sein, noch weiter hoch getrieben. Sie erreichen mittlerweile mehr als 88 Milliarden. Diese Positionen sind im Wert sehr stark davon abhängig, ob die Firmen langfristig auch gut laufen. Von den Neukäufen abgesehen ist die Industrie-Palette sehr weit gespannt, von Spezialchemie über Metallbearbeitung bis zur Ausrüstung von Farmbetrieben. Hinzu kommen noch einzelne Aktienpakete von Firmen wie etwa IBM oder Coca Cola und allein 16 Milliarden Investment in die Ketchup-Firma Heinz, die aber keiner Konzernsparte zugeordnet sind.

Beim Blick in die Bilanz zeigt sich, dass Berkshire Hathaway fast 200 Milliarden an Gewinnen gebunkert hat. Das gesamte Eigenkapital liegt bei 266 Milliarden, was satten 45 Prozent der Bilanz entspricht. Von den Schulden besteht ein großer Teil aus Verbindlichkeiten, die sich aus dem Versicherungsgeschäft ergeben. Zuweilen wird Buffetts Geschäftsmodell daher auch so beschrieben, dass er über die Versicherer, die ja in großem Umfang Prämien von den Kunden bekommen und anlegen müssen, seine Käufe in anderen Branchen finanziert. Allein 62 Milliarden sind an Barmitteln vorhanden. Kein Wunder, dass diese Holding als extrem solide gilt – und sie hat noch viel Geld für weitere Zukäufe in der Kasse.

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