Berlin schlechtes Vorbild: Berliner Mietmarkt als warnendes Beispiel

Berlin schlechtes Vorbild
New York macht Ernst im Kampf gegen AirBnB

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Berliner Mietmarkt als warnendes Beispiel

Auch Städte wie San Francisco wollen das unkontrolliert wuchernde Phänomen eindämmen. Klagen gegen Hausbesitzer sind bereits eingereicht, die ihre Mieter unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zwangsgeräumt haben sollen und nun über AirBnB die ehemaligen Mietwohnungen für über 500 Dollar pro Nacht vermieten.
AirBnB selbst verweist in einer Stellungnahme auf die über 2.000 Anbieter, die bislang von der Plattform entfernt worden seien und hält die Zahlen deshalb für nicht aktuell und nicht mehr für aussagefähig.

Trotzdem lassen Politiker wie die Senatorin Liz Krueger aus Manhattan nicht locker: „Wir bekommen laufend Beschwerden von Bürgern, die permanent fremde Menschen mit Gepäck und Schlüsseln in ihren Häusern sehen, die weder die Nachbarschaft noch die Hausregeln interessierten. Ganze Stadtteile sind durch AirBnB praktisch dem Mietmarkt entzogen.“

Laut Report werden 41 Prozent aller Vermietungen in nur drei beliebten Stadtteilen wie Greenich Village oder Hell’s Kitchen in Manhattan erzielt. Die lange vorgebrachte Verteidigung von AirBnB, durch die Plattform würde die Wohnsituation für Einkommensschwache eher verbessert, verliert so immer mehr an Glaubwürdigkeit.

Der Bericht legt das Gegenteil nahe. Je weniger Wohnungen zur Verfügung stehen, umso heftiger ziehen die Langzeitmieten an. Berichte, wonach Mieter mit Gewalt aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, um sie dann über AirBnB zu vermieten, erschienen immer glaubwürdiger, so Krueger gegenüber Bloomberg TV. Generalstaatsanwalt Schneiderman jedenfalls will „dieses wachsende Problem aggressiv angehen“ und illegale Geschäfte aufspüren und zur Anzeige bringen.

Da haben wir nichts dagegen, beteuert AirBnB in seiner Stellungnahme. „Wir sind bereit, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und illegale Anbieter zu stoppen, um einfache Leute zu schützen, die nur die Wohnung in der sie leben ab und zu vermieten möchten.“ Das Unternehmen will außerdem dafür sorgen, dass in Zukunft die obligatorische Übernachtungssteuer eingezogen wird, so wie bei Hotels in der Stadt.

„Wir werden die richtigen Gesetze in die Wege leiten“, zeigt sich Senatorin Krueger unbeugsam. Denn man wolle nicht so werden wie Berlin in Deutschland. „Da sind ganze Stadtteile nicht mehr für den Mietmarkt verfügbar, weil einfach die richtigen Gesetze nicht in Kraft waren.“ Das werde in New York nicht passieren.

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Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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