Bestattungsbranche

Online-Konkurrenz für das Geschäft mit dem Tod

Bestattungen waren bisher eigentlich ein klassisches „Vor-Ort-Geschäft“. Doch Online-Unternehmer haben mittlerweile auch die Bestattungsbranche für sich entdeckt – und drängen mit günstigeren Preisen auf den Markt.
Björn Krämer, Geschäftsführer des Online-Bestattungsunternehmens „Mymoria“, greift als einer von mehreren Internetunternehmern das klassische Bestatter-Gewerbe an. Kunden sollen unter anderem mit günstigeren Preisen und einem umfangreichen Dienstleistungspaket gewonnen werden. Quelle: dpa
Gefahr für das Bestattergeschäft?

Björn Krämer, Geschäftsführer des Online-Bestattungsunternehmens „Mymoria“, greift als einer von mehreren Internetunternehmern das klassische Bestatter-Gewerbe an. Kunden sollen unter anderem mit günstigeren Preisen und einem umfangreichen Dienstleistungspaket gewonnen werden.

(Foto: dpa)

Berlin Wenn von „einem besonders attraktiven Marktsegment“ die Rede ist, denkt man eher nicht an Tod und Trauer. Doch genau so beschreibt der Manager eines Berliner Wagniskapitalfonds das Bestattungsgewerbe. Der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin der landeseigenen Investitionsbank und eine Investorengruppe unterstützen seit dem Frühjahr die Start-up-Firma Mymoria. Sie betreibt eine Online-Plattform, die die Planung einer Bestattung „sicher von zu Hause“ verspricht, und das „bei voller Kostenkontrolle“.

Die Bestattungskosten sind ein heikles Thema für das Gewerbe. Es steht unter dem Generalverdacht, Verzweiflung und Hilflosigkeit Angehöriger auszunutzen, um dicke Geschäfte zu machen. Oliver Wirthmann, der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter, meint dazu: „In diesem Segment gibt es kein Preisgefühl.“ Statistisch werde man alle 18 Jahre mit dem Tod eines engen Angehörigen konfrontiert, den Kunden fehlten deshalb Erfahrungswerte.

Vergleichsportale wie Bestattungen.de und Bestattungsvergleich.de werben damit, günstige Angebote für den Trauerfall zu finden. Mymoria bietet selbst Arrangements an. Wirthmann als Vertreter der etablierten Branche ist von den Online-Wettbewerbern nicht begeistert: „Viele wissen nicht, dass diese Portale provisionsbasiert sind.

Das ist ein großes Problem“, sagt er. „Wir raten davon ab, solche Vergleichsportale zu nutzen. Besser ist ein Preisvergleich von mehreren Bestattern in der Region und dabei Kostenvoranschläge einzuholen.“

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Verbraucherschützer halten hingegen neue Angebote von Online-Portalen und Discountern grundsätzlich für positiv. „Wir freuen uns über Alternativen“, sagte der Jurist Matthias Wins von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in Rostock und erinnert an die Optiker, die erst nach Jahrzehnten Konkurrenz durch Filialketten bekamen.

Er erfahre immer wieder von Fällen, in denen sich Hinterbliebene vom örtlichen Bestatter überrumpelt und ausgenutzt fühlten, erzählt Wins. Ein Test vor zwei Jahren habe gezeigt, dass die Unternehmen selten bereit seien, ihre Geschäftsbedingungen offenzulegen. Klar sei aber auch, dass es bei Online-Angeboten ebenso „böse Überraschungen“ geben könne.

Start-Ups holen Kunden bei der Internetrecherche ab
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