Blackstone

Milliardenübernahme von NCR steht auf der Kippe

Für zehn Milliarden Dollar will der Finanzinvestor Blackstone den Geldautomatenhersteller NCR übernehmen. Doch die Verhandlungen stocken. Ob NCR ein Kaufangebot annimmt, ist unklar – trotz Druck der Analysten.
Der Kauf des Geldautomatenherstellers NCR steht auf der Kippe. Quelle: Reuters
Blackstone bietet 10 Milliarden

Der Kauf des Geldautomatenherstellers NCR steht auf der Kippe.

(Foto: Reuters)

New YorkDie rund zehn Milliarden Dollar schwere Übernahme des weltgrößten Geldautomatenherstellers NCR durch den Finanzinvestor Blackstone ist nach Reuters-Informationen in Gefahr. Blackstone sei es nicht gelungen, eine Vereinbarung mit dem Wincor-Nixdorf -Konkurrenten auszuhandeln, sagten mit der Sache vertraute Personen am Dienstag.

Zudem habe Blackstone bislang keinen Partner gefunden, um den Kauf zu stemmen. Die Verhandlungen hätten in den vergangenen Tagen gestockt. Blackstone habe zuletzt erwogen, bei einem Kauf mit der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital zusammenzuarbeiten. Zuvor wollte Blackstone mit Carlyle bieten. Dies scheiterte nach Informationen von Insidern jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Blackstone, Carlyle und Bain wollten sich nicht dazu äußern. Bei NCR war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Als Kaufpreis waren einschließlich Schulden mehr als zehn Milliarden Dollar im Gespräch. Das wäre weltweit die größte schuldenfinanzierte Übernahme in diesem Jahr. Ob das über 100 Jahre alte, mit Registrierkassen bekannt gewordene Unternehmen aus Duluth im Bundesstaat Georgia überhaupt eines der Kaufangebote annimmt, ist noch offen.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

NCR steht seit Monaten unter Druck von Aktionären, die das Unternehmen dazu drängen, sich nach strategischen Alternativen umzusehen. NCR hat im ersten Quartal 2015 einen Umsatzrückgang von drei Prozent hinnehmen müssen. Der Konzern leidet darunter, dass viele Einzelhändler, die zu den größten NCR-Kunden gehören, ihre Investitionen zurückgefahren haben.

  • rtr
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