Börsenbetreiber
Deutsche Börse erleidet erneut Gewinnrückgang

Das Geschäft mit dem Handel lahmt. Auch zum Halbjahr sackte der Gewinn der Deutschen Börse ein weiteres Mal ab. Die Zurückhaltung der Profi-Investoren schlägt sich in der Bilanz des Unternehmens nieder.
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FrankfurtDie Deutsche Börse hat sich auch im zweiten Quartal nicht gegen die Flaute an den Märkten stemmen können. Weil sich viele Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise und des unsicheren Regulierungsumfelds mit Handelsorders weiter zurückhielten, schrumpfte der Überschuss im Jahresvergleich um acht Prozent auf 171 Millionen Euro - und damit etwas stärker als von Analysten erwartet.

Zusätzlich schlugen Kosten für das laufende Sparprogramm zu Buche. Die Nettoerlöse lagen mit 497 Millionen um zwei Prozent unter Vorjahr, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Donnerstagabend mitteilte. Die lange ersehnte Trendwende lässt damit weiter auf sich warten.

Die Deutsche Börse sprach von einem unverändert schwierigen Kapitalmarktumfeld. Im wichtigen Derivategeschäft der Tochter Eurex gingen die Erlöse im Jahresvergleich um sechs Prozent zurück, im Aktienhandel (Xetra) stagnierten sie. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich der Vorstand deshalb weiter nicht zu.

Finanzchef Gregor Pottmeyer machte aber immerhin im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres leichte Verbesserungstendenzen aus. Außerdem sieht er den Konzern bei seinen Sparanstrengungen auf Kurs: "Die Implementierung der im Februar 2013 angekündigten Effizienzmaßnahmen verläuft planmäßig", erklärte er.

Das Sparprogramm ist eine Antwort auf die Flaute, die die Deutsche Börse - wie so viele andere Börsenbetreiber rund um den Globus - schon seit dem vergangenen Jahr im Griff hat. Bis 2016 will Vorstandschef Reto Francioni die jährlichen Personal- und Sachkosten deshalb um 70 Millionen Euro senken. Das kostet aber zunächst einmal Geld: 90 bis 110 Millionen Euro, schätzt der Konzern. Ein Großteil davon sei bereits verbucht, teilte die Deutsche Börse nun mit. Teil des Ganzen ist auch der Abbau von 140 Stellen, der bereits angelaufen ist.

Um unabhängiger vom klassischen Aktienhandel und Derivategeschäft zu werden, investiert die Deutsche Börse auch verstärkt in neue Bereiche. So setzt der Konzern große Hoffnung in die Abwicklung außerbörslich gehandelter Derivate über die von der EU erwünschten Clearing-Häuser.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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