Boston Marathon: Firmen reagieren mit Kulanz auf Anschlag

Boston Marathon
Firmen reagieren mit Kulanz auf Anschlag

Mit Kulanz reagieren Firmen auf die Anschläge auf den Boston Marathon. Buchungsdienste und Fluglinien erlassen Gebühren, Zeitungen verzichten auf Bezahlschranken. Doch es gibt auch Kritik an Reaktionen von Unternehmen.

DüsseldorfDie Anschläge auf die Strecke des Boston Marathon hat bei vielen Firmen zu spontanen Reaktionen geführt. Die Online-Seite der „New York Times“ etwa ließ bereits in den ersten Stunden nach Bekanntwerden der Explosionen ihre Bezahlschranke fallen und erlaubte den kostenlosen Zugriff auf die Berichterstattung für jedermann. Der Zimmer-Vermittlungsdienst Airbnb rief dazu auf, private Unterkünfte in Boston zur Verfügung zu stellen und strich für einige Tagen alle Vermittlungsgebühren für Buchungen in der Stadt.

Amerikas größte Airlines reagierten nach der Explosion mit Betroffenheit. „Our #LUV goes to Boston“, twitterte etwa der Billigflieger Southwest Airlines. „Wir buchen die Flüge der betroffenen Reisenden kostenlos um.“ Auch United Airlines und JetBlue versprachen betroffenen Passagieren, keine Gebühren für Stornierung oder Umbuchung zu erheben. In einer E-Mail drückte JetBlue Betroffenheit aus und informierte Kunden über die aufgehobenen Gebühren.

Auch Virgin Atlantic entschloss sich zum Streichen der Gebühren. Die US-Luftaufsicht hatte auf dem Logan Airport in Boston ein absolutes Flugverbot verhängt, der zu mehreren Flugverspätungen und -ausfällen geführt hatte.

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat noch am Abend eine umfassende Suche für vermisste Personen ins Netz gestellt. Besorgte Familienmitglieder oder Freunde können über den Person Finder Informationen zu Teilnehmern oder Besuchern des Laufs eingeben und sich über den Gesundheitszustand oder den Aufenthaltsort informieren.

Der Social-Media-Experte Scott Stratten reagierte mit Unverständnis auf die Reaktion einiger Unternehmen, die versprachen für das Teilen bestimmter Nachrichten bei Twitter oder Facebook einen bestimmten Geldbetrag zu spenden. Die Unternehmen sollten nicht auf diesen Marketingeffekt der weiteren Verbreitung setzen, sondern stattdessen direkt spenden.

Auch automatisierte Meldungen von Marken und Firmen können in solchen Situationen verwirren und Marken unter Umständen sogar schädigen, warnte eine Beratungsfirma.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen
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