Briefmarkt: Post muss mit mehr Wettbewerb rechnen

Briefmarkt
Post muss mit mehr Wettbewerb rechnen

Das Postgesetz soll zügig überarbeitet werden, so das Wirtschaftsministerium. Demnach soll die Deutsche Post ihre Verträge mit Großkunden vorzeigen müssen. Zuletzt wurden dem Konzern hier Kampfpreise vorgeworfen.
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Berlin/DüsseldorfDie Deutsche Post muss sich im schrumpfenden Briefmarkt in Deutschland auf mehr Wettbewerb einstellen. Noch in dieser Legislaturperiode solle es eine Novelle des Postgesetzes geben, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag in Berlin und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Das Ministerium setzt darauf, dass über den Entwurf zügig beraten wird. Die Pläne sehen unter anderem vor, dass die Post Verträge mit Großkunden der Bundesnetzagentur vorlegen muss. Diese soll dann die Preise des Bonner Konzerns kontrollieren. Wettbewerber hatten der Post in der Vergangenheit Kampfpreise im lukrativen Geschäft mit Großkunden wie Unternehmen vorgeworfen.

Ein Post-Sprecher sagte dagegen, der Konzern halte eine stärkere Regulierung des Briefmarktes nicht für notwendig. Die Bundesnetzagentur verfüge bereits jetzt über ausreichende Möglichkeiten, um einzugreifen.

Das Massengeschäft mit Firmenkunden ist besonders attraktiv. Bei Privatkunden muss die Netzagentur indes das Briefporto genehmigen - die Post hatte hier mit Billigung des Regulierers den Preis für den Standardbrief zum Jahreswechsel um drei auf 58 Cent erhöht.

Der Bonner Konzern ist zugleich das einzige Unternehmen in Deutschland, das mit einem bundesweiten Zustellnetz die Versorgung der Bürger in der Fläche sicherstellt. Wettbewerber wie TNT Post, eine Tochter der niederländischen Post, drängen dagegen in erster Linie in das Geschäft mit Unternehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Briefmarkt: Post muss mit mehr Wettbewerb rechnen"

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  • Die Bundesnetz - Agentur sollte sich erst einmal die Löhne der privaten Dienstleister anschauen, bevor sie etwas bei der Deutschen Post / DHL regulieren will. Das ist mal wieder ein völlig überflüssiger Vorstoss der FDP. Sorgt erst einmal für vernünftige Mindestlöhne in dieser Branche, dann köönt ihr anfangen zu regulieren!!!

  • Die Post wird in absehbarer Zeit nicht mehr so sehr auf das Briefgeschäft angewiesen sein. Als weltweit operierendes Logistik-Unternehmen ist sie bestens aufgestellt. Dem von unseren Politikdarstellern (Regulierern) hoch geschätzten Verbraucher werden dann die Augen überlaufen, wenn die »Privaten« die Versorgung auf dem sog. platten Land übernehmen. –Viel Spaß dabei!

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