Caterer Aramark Mit dem Smartphone zum Stadion-Bier

Catering-Anbieter wie Aramark stehen in den Stadien der Bundesliga unter Druck. Die Konzerne suchen daher neue Wege, um die Wartezeit an Getränkeständen zu verkürzen. Bislang aber mit eher mäßigem Erfolg.
Catering-Anbieter wie Aramark bekommen zunehmend Konkurrenz. Quelle: Imago
Imbissstand im Frankfurter Stadion

Catering-Anbieter wie Aramark bekommen zunehmend Konkurrenz.

(Foto: Imago)

Neu-IsenburgEs ist ein Ärgernis, das Fußball-Fans regelmäßig nervt: lange Schlangen an den Getränkeständen, besonders vor dem Spiel und in der 15 Minuten kurzen Halbzeitpause. Der größte Stadion-Caterer in der Bundesliga, Aramark, will das Problem jetzt angehen. „Gastronomie wird ein immer wichtigerer Faktor im Stadion. Das Erlebnis für die Fans muss stimmen“, sagte Jürgen Vogl, Deutschland-Chef des Catering-Konzerns, dem Handelsblatt.

Was für Fußball gilt, gilt ebenso für die anderen Geschäftsfelder des Catering-Riesen aus den USA: Auch bei Kantinen, die Aramark lieber Betriebsrestaurants nennt, und bei der Versorgung von Altenheimen sowie Krankenhäusern wandelt sich der Trend.

Im Stadion will Vogl auch die Smartphones der Fans einsetzen – etwa für Getränkebestellungen per App. Allerdings: Den Königsweg hat er dazu noch nicht gefunden. Im Berliner Olympiastadion können Fans bereits auf Sitzplätzen in der Nähe von Kiosken per Smartphone Getränke an den Platz bestellen.

Doch das führt auch zu Unmut. „Die Akzeptanz ist sehr unterschiedlich“, drückte es Vogl diplomatisch aus. Einige Fangruppen störe es, wenn häufig Servicekräfte durch die Reihen gingen und so die Sicht behinderten. Zudem sei es schwer, eingefahrene Gewohnheiten der Fans zu ändern. Daher werde Aramark die Technik nicht flächendeckend einführen, sagte Vogl: „Wir schauen, wo das Sinn ergibt.“

Entspannung sollen in einigen Stadien stattdessen zusätzliche Kioske bringen, ausgestattet mit Bildschirmen, damit Fans auch außerhalb der Halbzeit kein Tor verpassen. Außerdem plädiert der Manager dafür, ein attraktiveres Programm vor Spielbeginn zu bieten. Damit würden die Menschen länger im Stadion bleiben, die Wartezeiten entzerrt – und Aramark würde wohl noch mehr Getränke und Snacks absetzen.

Diese Fast-Food-Läden stürmen die Deutschen
31. Hans im Glück
1 von 14

Hans im Glück konnte seinen Umsatz fast verdoppeln auf 86,8 Millionen Euro. Einen Dämpfer gibt der Abschied vom größten Franchisenehmer Patrick Junge, der seine eigenen Kette „Peter Pane“ aufzieht und ein Drittel des Umsatzes mitnimmt. Erfolg bringt das Konzept, edle Burger und Cocktails zu verkaufen. Denn das lockt vor allem weibliche Gäste zwischen 20 und 40 Jahren, für die Hamburger ganz selbstverständlich auf der Speisekarte stehen. Die aktuellen Wachstumspläne sind ambitioniert.

Quelle für alle Zahlen: Fachzeitschrift „Food Service“

30. L’Osteria
2 von 14

L’Osteria arbeitet sich von Rang 45 auf Rang 30 vor. Bei 13 Eröffnungen wuchs der Umsatz 2015 auf 87,8 Millionen Euro – ein Plus von 57 Prozent. Pizza zieht in angenehmen Ambiente.

15. Joey’s
3 von 14

Joey’s wächst als größter deutscher Lieferdienst auf 143,5 Millionen Euro. Dennoch verliert das Unternehmen seine Unabhängigkeit: Die Inhaber konnten einem Angebot der US-Kette Domino’s Pizza nicht widerstehen. Die Filialen sollen auf die neue Marke umgeflaggt werden.

11. Vapiano
4 von 14

Vapiano wächst um gut 15 Millionen Euro auf 190,8 Millionen Euro. Doch Berichte über Probleme bei Zeiterfassung und Frische bremsten das Tempo. Das italienisch inspirierte Konzept arbeitet zudem daran, Schlangen zu verkleinern – etwa durch Bestell-Apps.

10. Edeka
5 von 14

Dass Edeka Zentrale im Ranking auftaucht, zeigt: Auch bei Bäckern und in Supermärkten wird das Gastronomie- und Snack-Geschäft wichtiger. In die Umsatzzahl von 198 Millionen Euro sind dabei viele Angebote der Kaufleute nicht mal eingerechnet.

9. Ikea
6 von 14

Ikea wächst ebenfalls bei der Gastronomie – auch dank neuer Angebote wie vegetarischer Bällchen um 13 Millionen auf 204 Millionen Euro. In der ersten City-Filiale in Hamburg-Altona ist die Gastronomie sogar so erfolgreich, dass Ikea bereits am dortigen Bahnhof wirbt. „Bei uns gibt es neben Coffee auch Tische to go“.

8. Aral
7 von 14

Aral wächst mit Petit Bistro in den Filialen seiner 1137 Franchisenehmer und bringt es auf 212,1 Millionen Euro Umsatz. Der Ölkonzern sorgte für Aufsehen, weil die konzerneigenen Filialen schrittweise auf Rewe to Go umgestellt werden. Das Kölner Handelsunternehmen weitet so die Präsenz seiner Convenience-Linie deutlich aus.

Auch bei Arena One, Gastronomie-Anbieter in der Münchener Allianz Arena, sind die Getränke-Schlangen ein Thema. Doch viele Ideen scheiterten an der Praxis, weiß Betriebsleiterin Sabine Staude. So sei es zum Beispiel aus baulichen Gründen nicht möglich, Extra-Schlangen für Menschen einzurichten, die Getränke per App vorbestellen. Das Bestellen zum Platz hält sie ebenfalls nicht für eine umfassende Lösung: Die Wege zu den Fans wären zu weit. Obwohl verschiedene Anbieter solche Bestell-Apps entwickelt haben, hat Arena One daher solche Vorstöße verworfen.

Erleichterung bringe hingegen die Arena-Card. Die Prepaid-Bezahlkarte verkürzt den durchschnittlichen Bezahlvorgang von 50 Sekunden mit Bargeld auf 20 Sekunden mit Karte. Folge sind kürzere Schlangen.

Abschied von der klassischen Kantine
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Caterer Aramark - Mit dem Smartphone zum Stadion-Bier

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%