Chinesischer BHF-Interessent
Fosun profitiert von Einkaufstour

Der chinesische Investor Fosun ist auf Einkaufstour, nicht nur in der Finanzbranche. Die weltweite Einkaufstour der Beteiligungsgesellschaft zahlt sich aus. Der BHF-Bank-Interessent verdoppelt den Gewinn.
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FrankfurtDie chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun profitiert von ihrer weltweiten Einkaufstour und der guten Entwicklung ihrer Versicherungssparte. Der Gewinn hat sich im ersten Halbjahr nahezu verdoppelt auf rund 525 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Fosun sicherte sich kürzlich die Mehrheit an der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser und kündigte zudem ein Übernahmeangebot für das deutsch-britische Geldhaus BHF Kleinwort Benson an. Außerdem ist Fosun an zahlreichen anderen europäischen Unternehmen beteiligt, etwa an der Modefirma Tom Tailor, dem Ferienclub-Betreiber Club Med und dem Reisekonzern Thomas Cook.

Fosuns Geschäftsmodell basiert auf zwei Säulen: dem Versicherungssektor und der Investment-Sparte, in der Fosun Beiträge der Versicherten und eigenes Geld in Unternehmen aus verschiedenen Branchen steckt. Den Firmen will Fosun zudem Türen in China öffnen und so ihr Wachstum beschleunigen. Da Fosun viele Übernahmen auf Pump finanzierte und die Geschäfte in der Stahl-Branche schwächelten, senkte die Standard & Poor's (S&P) allerdings bereits im vergangenen Jahr Fosuns Rating auf „BB“. Fosuns Risikoprofil sei „hoch gehebelt“, warnten die Experten.

Im ersten Halbjahr reduzierten die Chinesen ihre Verschuldungsquote dank einer Kapitalerhöhung allerdings etwas. Das Verhältnis von Schulden zum Gesamtkapital sank um 5,2 Prozentpunkte auf 50,7 Prozent. Eine Übernahme von BHF Kleinwort Benson, deren Gelingen wegen des Widerstands anderer Aktionäre alles andere als sicher ist, wäre für die Beteiligungsgesellschaft positiv, erklärte Analyst Kai Hu von der Ratingagentur Moody's. Fosun könnte so seine Marktposition in der Finanzbranche stärken. Zudem seien Synergien mit anderen Fosun-Beteiligungen möglich, etwa im Versicherungssektor.

Neben ihrer Offensive in Deutschland mischt das Unternehmen mittlerweile auch am chinesischen Bankenmarkt mit. Fosun ist an der Zhejiang Internet Commerce Bank und der Guangzhou Fosun Yuntong Small Loan Company beteiligt, die beide im ersten Halbjahr den Betrieb aufnahmen. Im Zuge der Turbulenzen in China ist an der Börse in Hongkong zuletzt auch die Fosun-Aktie abgestürzt. Die chinesische Wirtschaft stehe derzeit unter Druck, auf lange Sicht seien die Wachstumsaussichten aber weiter gut, erklärte das Unternehmen. Fosuns Versicherungen und Industriekonzerne hätten genügend Kapital und seien damit für konjunkturelle Schwankungen gut gewappnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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