Cirque du Soleil Kanada stimmt Zirkus-Verkauf zu

Der wohl berühmteste Zirkus der Welt, der Cirque du Soleil, wird verkauft. Nach Zustimmung der kanadischen Regierung werden Fonds aus den USA und China die neuen Besitzer. Die Show soll stärker nach Asien expandieren.
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Der weltberühmte Cirque du Soleil bekommt neue Besitzer. Quelle: dpa
Investoren kaufen kanadischen Zirkus

Der weltberühmte Cirque du Soleil bekommt neue Besitzer.

(Foto: dpa)

MontréalDie kanadische Regierung hat dem Verkauf des weltberühmten Cirque du Soleil an Investoren aus den USA und China zugestimmt. Der Verkauf sei für Kanada wirtschaftlich von Vorteil, erklärte Industrieminister James Moore am Dienstag. Die neuen Eigentümer hätten zudem zugesichert, dass das Management des Zirkus weiterhin mehrheitlich aus Kanadiern bestehen solle.

Der Cirque du Soleil hatte sich wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten im April zu dem Verkauf entschlossen. Das in Montréal ansässige Unternehmen geht für eine ungenannte Summe an ein Konsortium aus dem US-Risikokapitalfonds TPG Capital und dem chinesischen Investmentfonds Fosun Capital. TGP will 60 Prozent und Fosun Capital 20 Prozent der Anteile übernehmen. Der Gründer Guy Laliberté behält einen Minderheitsanteil von zehn Prozent an dem Zirkus, den er 1984 ins Leben gerufen hatte. Die restlichen zehn Prozent hält die öffentliche Investitionsgesellschaft der Provinz Québec.

Der moderne Zirkus ist in der Stadt
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Der Nitro Circus war in der Stadt – beziehungsweise gleich in drei deutschen Städten. Die Deutschland-Tour des Action-Sport-Kollektivs um Extremsportler Travis Pastrana endete am Mittwochabend im Düsseldorfer ISS Dome. 8.000 Zuschauer bejubelten gut 35 Motorcross-, BMX-, Mountainbike- und Skateboardfahrer aus aller Welt. Die Show selbst begann mit einem buchstäblichen Knalleffekt. So viel Spektakel hat seinen Preis: Über 50 Euro mussten Interessenten für das über zweistündige Spektakel zahlen, es konnte aber auch problemlos das Doppelte sein.

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Zu sehen gab es tollkühne Männer – und Frauen – in ihren fliegenden Kisten. Die nicht-motorisierten Teilnehmer stürzten sich von einer 15 Meter hohen Rampe und führten phänomenale Trickeinlagen vor. Der Herr im Bild wechselt zum Beispiel im Flug von seinem BMX auf ein Skateboard. Im Aufgebot befinden sich während der Tour zahlreiche X-Games-Medaillengewinner. Der 11-fache Sieger dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft für Extremsportler, Travis Pastrana, beschränkt sich allerdings auf Moderationen. Der Zuschauerzuspruch gibt dem Konzept recht: Mehrere der zwölf europäischen Shows waren bereits ausverkauft. Das füllt auch die Kassen der Organisatoren.

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Die „Schanzentische“ in ihrer vollen Pracht. Im Hintergrund die „kleinen“ Rampen für die Motorcross-Fahrer. Ganz dick mit dabei wieder einmal Hauptsponsor Red Bull. Für den österreichischen Brausehersteller passt die Veranstaltung ideal ins Portfolio. Die Red Bull GmbH setzt jährlich über vier Milliarden Euro um, forciert die eigene Marke durch ein hohes Budget für Extremsportveranstaltungen und Medienevents eifrig selbst. Auch beim anstehenden Film „Nitro Circus 3D“ hat die Tochter Media House die Finger im Spiel. Der Tour-Termin wenige Monate vor dem deutschen Kinostart ist da nicht zufällig gewählt.

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Wenn nur mit Lederhosen bekleidete US-Amerikaner auf mit Rollen versehenen Body-Boards (als Sportgerät für das Meer gedacht) über zehn Meter hoch und knapp 20 Meter weit springen, dann lässt sich auf jeden Fall sagen: Das ist kein alltäglicher Anblick. Die Show ist folglich auch mehr als Promotion-Vehikel, für die Athleten ist sie Abenteuerspielplatz und zusätzliche Einnahmequelle zugleich. Jemanden zu finden, der dafür bezahlt, dass sie Kopf und Kragen riskieren, ist nicht einfach. Das weiß selbst Superstar Pastrana, der für seine Produktionen allein schon deshalb auf Investoren angewiesen ist, weil sich jede Versicherung der Welt weigert, die Stunts abzusichern.

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Und wer möchte es ihnen verübeln? Die Idee, mit einem Tandem-Roller einen Salto über einen Abgrund zu versuchen, ist das exakte Gegenteil von „risikofrei“. In der Regel nimmt die Crew von Nitro Circus aber teureres Material auseinander. Nachdem die Truppe zunächst selbst ihre Abenteuer auf DVD vertrieb, hat MTV vor einigen Jahren die Zusammenarbeit gesucht – und Pastrana und seine Mitstreiter mit einem entsprechenden Budget ausgestattet. Seither müssen regelmäßig verschiedene Fahrzeuge – bis hin zum Monstertruck – vor laufender Kamera dran glauben.

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Deutlich günstiger ist das Material für diesen Stunt: Einkaufswagen, Inline-Skates, Helm – und besagte 15-Meter-Rampe. Trotz erheblicher Produktions- und Personalkosten ist davon auszugehen, dass die Show am Ende noch Gewinn abwirft. So wurden bei einer Tour im Frühjahr durch Australien und Neuseeland allein 450.000 Tickets abgesetzt. Auch ein prominenter deutscher Name profitiert davon: Neben Nitro Circus und der australischen
Sport- und Event-Firma Global Action Sports produziert die Marek Lieberberg Konzertagentur. Die zeichnete schon für Rock am Ring und diverse Touren internationaler Stars verantwortlich.

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Die Live-Veranstaltung zeigt, dass der Name „Circus“ nicht umsonst gewählt ist. Die gesamte Show ist von vorn bis hinten durchinszeniert, eine Vorführung, kein Wettkampf wie X-Games oder X-Fighters. Statt Trapeznummern gibt es eben BMX-Räder mit Beiwagen, die sich in der Luft überschlagen.

Der Zirkus, dessen Wert auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) geschätzt wird, hat acht feste Shows in Las Vegas, die für die Hälfte der Einnahmen sorgen. Finanzielle Schwierigkeiten machen vor allem die Touren mit 1300 Künstlern durch Europa und Asien. Der Cirque du Soleil hatte erstmals 2012 keinen Gewinn mehr gemacht und in den vergangenen Jahren rund tausend der einstmals 5000 Stellen gestrichen. Die neuen Eigentümer wollen nun die Expansion in Asien vorantreiben.

  • afp
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