Dank Online-Abos Stiftung Warentest steigert Gewinn

Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr ein weiteres Mal weniger Zeitschriften verkauft. Trotzdem sind Umsatz und Gewinn gestiegen: Die Stiftung profitiert vom Buch- und Online-Verkauf.
Die Stiftung will weiter auf das Online-Geschäft setzen. Quelle: dapd
Stiftung Warentest

Die Stiftung will weiter auf das Online-Geschäft setzen.

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BerlinWeniger Zeitschriften, aber trotzdem mehr Umsatz und Gewinn: Die Stiftung Warentest profitiert von höheren Erlöse aus dem Buchverkauf, mehr Online-Abonnenten und gesunkenen Marketingkosten. Obwohl die Stiftung im vergangenen Jahr ein weiteres Mal weniger Zeitschriften verkauft hat, stieg der Umsatz leicht um 1 Prozent auf 41,3 Millionen Euro. Das Jahresergebnis verbesserte sich um 30 Prozent auf 2,4 Millionen Euro.

Online-Abonnements und einzelne Downloads von Testergebnissen machten 2015 zusammen 3,9 Millionen Euro aus, knapp 10 Prozent des Umsatzes, Tendenz steigend. „Das wollen wir weiter ausbauen“, sagte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest, am Mittwoch in Berlin. Erlöse aus der Lizenzvergabe für die Werbung mit den Warentest-Siegeln trugen 3,8 Millionen Euro zu den Einnahmen bei. Die monatliche verkaufte Auflage der beiden Verbrauchermagazine „Test“ und „Finanztest“ ging von 661.000 im Jahr 2014 auf 634.000 im Jahr 2015 zurück.

Die skurrilsten Tests aus 50 Jahren
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Sonnenschutzmittel (test 4/1966)

„Auch für empfindliche Haut bei intensiver Bestrahlung geeignet“: Mit Lichtschutzfaktor (LSF) 2,5 sind Sonnenkinder in 1966 auf der sicheren Seite. Zumindest wenn es nach dem Urteil der Stiftung Warentest geht: Sonnencremes mit dem Minimal-LSF erhalten im Test ein „Sehr gut“. Der Trend zum heute empfohlenen LSF 30 – oder gar 50 – schreitet nur langsam voran: Noch bis 1990 gilt Lichtschutzfaktor 10 als absolutes Maximum.

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Selbstverteidigungswaffen (test 2/1974)

Ein Gas-Revolver für 110 DM erzielt 1974 als einzige der getesteten Reizstoff- und Schreckschusswaffen das Urteil „Gut“. Das Fatale: Einige der anderen Revolver schützen ihre Eigentümer nicht wie geplant vor „Gaunern und Ganoven“, sondern würden sie im Fall der Fälle selbst schachmatt setzen. Denn das Reizgas geht nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben – und die Abschreckattacke somit nach hinten los. Von Tränengasdosen sind die damaligen Tester keine großen Fans: Mit Dosen kann man Diebe eben nicht so gut erschrecken wie mit Revolvern.

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Handstrickapparate (test 9/1974)

Für Näharbeiten gibt es Nähmaschinen, für Strick gibt es in den Siebzigern das Pendant: Die Handstrickmaschine. Dass sie heute kaum noch jemand kennt, hat Gründe: Schon damals hält die Stiftung Warentest den Nutzen der Apparate für streitbar. Dabei erhalten viele Geräte sogar das Urteil „Gut“. Ein Gerät zulegen solle sich nur, wer gute Nerven und Geduld habe. Die Tester haben dies wohl nicht – und raten eher vom Kauf ab.

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Kinderbügeleisen (test 2/1975) und Kinderkochherde (test 10/1978)

Noch heute spielen Kinder gern mit Miniaturen von Waschmaschinen, Staubsaugern oder Backöfen. Mal sind sie aus Holz, mal aus Plastik – in den 70er-Jahren sieht das noch ganz anders aus. Kinderbügeleisen können wirklich bügeln, und auf Kinderkochherden kann man wirklich kochen. Praktisch vielleicht, aber gefährlich: Im Test werden Bügeleisen zu heiß, spannungsführende Teile liegen offen, ein Herd fängt gar Feuer. Die Sicherheitsprüfung der Stiftung Warentest bestehen die Spielzeuge nicht.

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Skateboards (test 7/1977)

„Vom Rollbrett in den Rollstuhl“, titelte die Stiftung Warentest 1977. Skateboards sind in dieser Zeit zwar der Hit auf den deutschen Straßen, doch bleiben viele Trendsetter nicht unfallfrei. Der Bundestag diskutiert gar über ein Verbot. Schuld an Stürzen und Stößen sollen fehlende Gebrauchsanweisungen sein. Stiftung Warentest warnt vor dem „rückwärtigen Abstieg“ vom Skateboard – hierbei könnten Unbeteiligte verletzt werden – und fordert eine DIN-Norm und Skateboardparks.

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Telefonkabel-Aufroller (test 11/1977)

Das erste Schnurlos-Telefon kommt 1984 auf den Markt, Telefonkabel-Geplagte dürfen endlich aufatmen. Schon vorher hatte man ihnen Erleichterung versprochen: „Telsa“, der Kabelaufroller, sollte lange Kabel aus dem Weg räumen. Im Test fiel die gewitzte Konstruktion durch: Das Kabel war zwar weg, kam aber auch nicht wieder. Die Lebensdauer der „Telsa“-Produktion beeinflusste das nicht: Noch bevor viele Käufer sich ärgern konnten, ließ das Fernmeldeamt der Post den genehmigungspflichtigen Aufroller verbieten.

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Pop-Konzerte (test 10/1980)

Vielleicht ein Highlight im Arbeitsleben der Stiftung Warentest-Inspektoren: Anfang der 80er-Jahre testeten sie insgesamt 310 Popkonzerte. Hier verbrachten sie nicht nur gute Zeiten: Hohe Preise für kurze Auftritte, schlechte Akustik, lange Wartezeiten und mieser Service gehörten zu den Urteilen. Nicht in die Bewertung ein ging die künstlerische Qualität.

  • dpa
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